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| Lemminge, die eigentlich zu den Wühlmäusen gehören, gehören zu den Nagetieren über die zahlreiche Geschichten kursieren. Diese drehen sich fast immer um den angeblichen Massenselbstmord, den die Lemminge begehen sollen. Erstaunlicherweise halten sich diese Geschichten immer noch, obwohl längst geklärt ist, wie es zu diesem Phänomen kommt. Bei den Lemmingen kommt es immer wieder zu sprunghaften Massenvermehrungen. Aufgrund der hohen Individuendichte kommt es zu Spannungen und Aggressionen zwischen den Tieren. Da die Nahrung knapp wird, kommt es zu einer genetisch gesteuerten Massenwanderung der Lemminge auf der Suche nach neuen Nahrungsgründen. Auf ihrem Zug kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen den Tieren. Diese Aggressionen vergessen die Lemminge, wenn sie auf ein Hindernis stoßen, z.B. einen Fluss oder einen See. Dicht gedrängt sammeln sich die Tiere am Ufer, bevor die ersten Tiere sich teilweise aus verzweifeltem Mut, teilweise durch die nachfolgenden Massen gedrängt, ins Wasser stürzen, um zum anderen Ufer zu schwimmen.
Um die Lemminge ranken sich zahlreiche Legenden. Aber nicht alle Tiere kommen am anderen Ufer lebend an, ein großer Teil der Lemminge verliert den kraftraubenden Kampf mit den Wellen. Die Leichen der entkräfteten Lemminge treiben auf dem Wasser und vermitteln den Eindruck, als hätten sie gemeinsamen Suizid begangen. In Wirklichkeit sind es aber nur die Tiere, denen die Kräfte für die weitere Wanderung gefehlt hat. Die Lemminge, die das andere Ufer erreichen, setzen ihre Reise fort, bis sie neue Nahrungsgründe finden. Dieses Wanderverhalten zeigen aber nicht alle Lemmingarten, einige Arten sind ausgesprochen sesshaft.
Ähnliche Verhaltensweisen zeigen auch verschiedene Wühlmausarten.

Möge die Macht mit euch sein |
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