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Forum Overview » Themen » Konzerte » Früchte des Zorns und Quetschenpaua in Berlin
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Früchte des Zorns und Quetschenpaua in Berlin
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Posts: 22
Joined: 9/28/2006
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Lieselotte Meyer lebt!
Als mir David vor wenigen Tagen au einer unserer kleinen, aber feinen Partys zwischen kühlem Gerstensaft und derbem Punksound verklickerte, dass Früchte des Zorns und Yok alias Quetschenpaua samt musikalischer Unterstützung einen Gig in Berlin angekündigt hatten, bedufte es keiner Diskussion. Wir waren uns einig – da mussten wir hin! Leider war besagtes Spektakel auf einen Dienstag datiert, so dass unsere illustre Reisegruppe aufgrund von Schule und Job wohl eher spärlich ausfallen würde – umso cooler war es natürlich, dass sich ein Teil der Akener Punx bestehend aus David, Stefan, Bergi samt Freundin Chrissi sowie Luxi trotz dieser Umstände dazu aufraffen konnten, eben jenes Musikerlebnis ins Visier zu fassen. Tja, unsereins als fauler Student hat es da schon etwas leichter und kann getrost einmal einige Vorlesungen und Seminare sausen, ohne dafür gleich in der Hölle der Leistungsgesellschaft schmoren zu müssen. Aus diesem Grund beschlossen meine Herzensdame Gabi und meine Wenigkeit unseren Berlintrip ruhig auf zwei Tage auszudehnen, um dem angesprochenen Konzert am nächsten Tag eine ausgedehnte Shoppingtour durch einige korrekte Szeneläden der Hauptstadt folgen zu lassen. Nachdem ich mich mit Stefan noch einmal hinsichtlich der einzuschlagenden Route kurzgeschlossen hatte, holte ich am frühen Abend dieses trübe-düsteren Dienstags mein liebes Gabilein ab und so brachen wir bestens gelaunt in Richtung Berlin auf. Die Fahrt versüßten wir uns mit den verschiedensten Gesprächen, während uns Autonomia, Elektroduendes, No hope for the kids oder Quetschenpaua uns mit ihren Klängen berieselten. Dank einer halbwegs vernünftigen Wegbeschreibung meiner klasse Beifahrerin erreichten wir uns Ziel ausnahmsweise einmal ohne uns auch nur ein einziges Mal verfahren zu haben – na, wenn das einmal keine Meisterleistung ist! Genauer gesagt war das sich in einem geräumigen Hinterhof befindende Clash in der Gneisenaustraße in Kreuzberg unser direktes Ziel – ein Schuppen, von dem ich gelegentlich schon einmal etwas gehört bzw. gelesen hatte, welchen ich aber bislang nicht mit meiner Anwesenheit beglücken konnte. Leider ist es in Berlin schon fast ein Ding der Unmöglichkeit einen geeigneten Parkplatz zu finden – letztendlich war allerdings doch das Glück auf unserer Seite und wir konnten uns in eine Lücke quetschen, die in einer kleinen Seitenstraße lag. Nach solch einer langen Fahrt habe ich mir erst einmal selbstgefällig ein Bierchen gegönnt, bevor wir uns auf den Weg zum Ort des Geschehens begaben, wobei unser Weg schon von allerhand buntem Volk gekreuzt wurde. Ziemlich gediegen fand ich die Idee, dass alle Besucher je nach Selbsteinschätzung die Höhe ihres Eintrittsgeldes im Rahmen von 3 bis 10 Euro selbst bestimmen konnten. Alle überschüssigen Einnahmen kamen der Berliner Straßenzeitung Querkopf zugute, deren Betreiber aus diesem Grund auch einen kleinen Infostand im Vorraum dieses Ladens aufgebaut hatten – gute Musik für einen guten Zweck, was will Punk mehr? Nachdem auch wir unseren finanziellen Beitrag geleistet hatten, erspähten wir auch schon die anwesenden Aken-Punx, was letztlich in der üblichen Begrüßungsorgie endete. Nachdem ich mich ein bisschen in diesem gemütlichen Club umgeschaut habe, organisierte ich für Gabi und mich erst einmal ein kühles Blondes, um anschließend zusammen mit den Jungs und Mädels aus Aken den neuesten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Irgendwann trudelten auch die schöne Fred und mein Lieblings-Proud-to-be-Punk-Sklave Mikro ein, die ebenfalls herzlich empfangen wurden. Kurze Zeit später enterten Früchte des Zorns die kleine Bühne, um den über 500 (!) Anwesenden ihren eher ruhigen, aus Akustikgitarre, Violine und dezent eingesetztem Schlagzeug bestehenden Sound zu präsentieren, der hervorragend die oftmals melancholisch-nachdenklich, teilweise aber auch kämpferisch-entschlossenen Texte zu untermalen versteht. Aber nicht nur die Lyrics selbst, sondern auch die dazugehörigen – größtenteils recht ausführlichen – Ansagen zeugten von einer eher außergewöhnlichen Band, die nicht blind durch den Alltag hetzt, sondern sich kritisch mit ihrer Umwelt sowie ihren Mitmenschen auseinandersetzt und es glücklicherweise noch nicht verlernt hat, zu träumen. Da Früchte des Zorns jedoch nicht mit einem Andrang dieses Ausmaßes gerechnet hatten, gedachten sie, ihre Show unplugged darzubieten, was sich bei dieser Menschenmenge natürlich als unpassend erwies. Eine ruhige Atmosphäre konnte trotz zahlreicher Aufforderungen einfach nicht geschaffen werden, was den Hörgenuss erheblich einschränkte, zumal wir uns aufgrund immensen Platzmangels ohnehin schon wie die Sardinen in der Dose fühlten. Trotzdem eine fantastische Kapelle, deren aktuelles Album „Zwischen leben und überleben“ ihr unbedingt einmal antesten solltet! Nach einer kurzen Umbaupause, in der ich mir an der frischen Luft ein klein wenig die Beine vertreten habe, knüpfte der olle Quetschenpaua zusammen mit seiner Begleiterin Hella, die für die nötige musikalische Unterstützung sorgen sollte, unter dem Namen Yok`n`Hell genau dort an, wo Früchte des Zorns wenige Minuten zuvor endeten. Yok feierte an diesem Abend übrigens seinen 44. Geburtstag und fügte ganz beiläufig hinzu, dass er sich nun schon seit 22 Jahren als Liedermacher betätigt – Respekt! Während nun also Hella den Bass zupfte, auf der Violine ihr Können bewies oder andere Instrumente bediente, verlieh sie der ganzen Situation mithilfe ihrer herrlich authentischen Mimik und Gestik noch den letzten Schliff. Yok machte das, was er am besten kann – Akkordeon spielen, amüsante Grimassen schneiden und somit das Publikum erheitern. Die angesprochenen politischen Themengebiete, die im Wechselgesang zwischen Hella und Yok vorgestellt wurden, erfuhren somit oftmals eine recht witzige Verpackung, ohne dabei jedoch lächerlich zu wirken. Allerdings wirkten die Stücke, der Yok noch unter dem Namen Quetschenpaua zusammengeschustert und von denen er leider nur ein einziges gespielt hat, etwas radikaler und kämpferischer auf mich als das neue Material. Das tat meiner Stimmung jedoch keinen sonderlichen Abbruch, denn auch mir bislang unbekannte Lieder, wie „Kurz und klein“ oder „Frau Lieselotte Meyer grillt“ sind absolute Knaller, bei denen es mir jetzt noch kalt den Rücken herunterläuft, wenn ich nur daran denke! Nach einigen lautstark geforderten Zugaben – u.a. ein Song zusammen mit den Leutchen von Früchte des Zorns – war dann leider auch schon wieder Schicht im Schacht. Die Akener Punx begaben sich anschließend noch auf Futtersuche, da sie ja noch innerhalb dieser Nacht zurückzutuckern gedachten. Also verabschiedeten wir uns alle artig voneinander, bevor Gabi und ich gut gelaunt zu unserem treuen Gefährt stiefelten, um unsere Schlafsäcke zu holen. Ich hatte mit Daniel von Suburban Hardcore-Records vereinbart, dass wir gern bei ihm nächtigen würden. Da er sich jedoch gerade im Umzug befand, wohnte Daniel übergangsweise bei seinem Kumpel Alex, aber das stellte kein Problem dar und so war unser Pennplatz bei besagtem Lies feed the machine-Sänger wie auch –Klampfer gesichert. Leider hatte ich mich hinsichtlich der zu bestreitenden Entfernung „leicht“ verschätzt, so dass wir einen ordentlichen Fußmarsch zu bewältigen hatten, der unsere Laune mit jedem Schritt weiter in den Keller beförderte, zumal Gabi sich schon Blasen an den Füßen gelaufen hatte. Auf dem Stadtplan sah das alles gar nicht so weit aus… Nach einer halben Ewigkeit erreichten wir endlich unser Schlafgemach und wurden von Daniel freundlich empfangen. In der hübschen Küche der geräumigen WG – in der übrigens 2 Kühlschränke stehen, von denen weder der eine noch der andere funktioniert – plauderten wir mit Daniel noch eine ganze Weile über allen erdenklichen Unsinn, bevor wir uns auf in nicht gerade Vertrauen erweckendes Hochbett in dem wohl chaotischsten Zimmer, welches mir jemals unter die Augen gekommen ist zum Ratzen verzogen. Nach einer – zumindest für mich – unruhigen Nacht lief uns am nächsten Morgen Alex über den Weg, der vom Vorabend in der Köpi noch ziemlich zerknittert aussah. Er hat mir auch gleich einmal einen Vorab-Song zur anstehenden Debüt-LP von Lies feed the machine vorgespielt und ich kann der Crust-Brigade unter euch nur raten, nach diesem Scheibchen in Zukunft die Äuglein offen zu halten – es lohnt sich! Nach einem kleinen Frühstück verkrümelten Gabi und ich uns zurück zum Auto, wobei uns der Weg diesmal komischerweise wesentlich kürzer erschien. Nachdem wir unser ganzes Gepäck in unserer Blechkutsche abgeladen hatten, starteten wir noch unsere kleine Shoppingtour. Diese führte uns von Real Deal Records, einem äußerst genialen Anarcho-Punk-Plattenladen in der Gneisenaustraße 60, in dem auch Mikro gelegentlich aushilft, über den Vegan-Shop in der Pücklerstraße 32 bis zum M99 in der Manteufelstraße 99, wo ihr alles findet, was das Herz gestandener Autonomer, Anarchisten und Antifaschisten begehrt. Während Gabi sich hierbei mit Unmengen an sehr leckeren veganen Nahrungsmitteln eingedeckt hatte, konnte auch ich meinen Konsumrausch nicht unterdrücken und erweiterte meine Plattensammlung um einige äußerst geniale Longplayer. Ursprünglich hatte ich ja geplant, noch einen Abstecher in den Yellow Dog-Laden in der Wühlischstraße 38 vorzunehmen, was wir aufgrund des Regens und unserer geschundenen Geldbeutel lieber auf später verschoben. Glücklich und zufrieden hinsichtlich unseres sehr schönen Kurztrips raten wir die Heimreise, wobei uns die Fälle der drei Fragezeichen unterhielten…



12/23/2006 6:06:41 PM   
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