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Forum Overview » Themen » Allgemein » Quetschenpaua Interview
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Quetschenpaua Interview
David Rattenpisseno Access no Access first Post cannot be deleted -> delete the whole Topic 
Group: Moderator
Level: best moderator


Posts: 134
Joined: 7/30/2006
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Inerview mit Quetsche

OK, für die Leute, die dich noch nicht kennen, stell dich doch mal kurz vor.
Moin, ich heiße Yörg, bin 38 und Handballtorwart.

Wie und wann bist du in die linke Szene geraten?
Ich komme gebürtig aus Schleswig Holstein. Mitte/ Ende der 70er Yahre sollte dort ganz in der Nähe (Brokdorf) eines der ersten Atomkraftwerke gebaut werden,...da gabs nur zwei Meinungen dazu: dafür oder eben dagegen. Die, die dagegen waren, waren Linke...ich war auch dagegen...so fing das an.

Wie würdest du die Musik, die du machst, definieren? Würdest du sie als Punk bezeichnen?
Mit Sicherheit ist das kein Punk, yedenfalls nicht im "klassischen Sinne". Hier und da wurde das zwar schon als "Quetschenpunk" bezeichnet, aber das hat weniger mit der Musik zu tun. Bei QUETSCHENPAUA (1989-1994)ist bzw. war eigentlich der Name auch Programm. Mit TOD UND MORDSCHLAG (1995-1999) waren wir musikalisch Punk/Ska/Rock/Ballade/Pongo und wurden manchmal als "Scherben der 90er" bezeichnet, das trifft es gut und war eines der nettesten Komplimente.

Was bedeutet für dich Punk?
Punk ist Subversivität, Auflehnung, Trotz, anders sein, Rebellion und Provokation! Das, was sich in der Realität noch so als PUNK bewegt, interessiert mich oft weniger. Vor allem so manches Arschlochverhalten der ganz Harten,...aber egal.

Nach über zwei Jahren Rot-Grün: Was für eine Bilanz ziehst du aus dieser Zeit? Bist du eher enttäuscht von der Regierung? Wenn ja: Was sind die Gründe dafür?
Ich habe von dieser Regierung nie irgendetwas Positives erwartet, deshalb bin ich auch nicht enttäuscht. Daß sie so bald nach Regierungsübernahme einen Angriffskrieg führen würden, hat mich dann aber doch überrascht.

Würdest du dich eher als kommunistisch oder als anarchistisch geprägt bezeichnen?
Definitiv bin ich mehr anarchistisch geprägt,...eigentlich bin ich aber autonomer Plausibilist!

Auf der EP "Die Wildnis ruft ..." von Tod und Mordschlag ist ein Song namens "Im Frühtau zu Grünau" drauf. Kannst du mal kurz erzählen um was es in dem Text geht und nimm dann mal kurz Stellung zu dem Satz "Die Nazis morden weiter, der Staat schiebt ab, alles das gleiche Faschopack".
Der Text des Liedes ist ein Gedicht von einem der Abgetauchten, denen vorgeworfen wird, daß sie versucht haben sollen, den damals in Bau befindlichen Abschiebeknast hier in Berlin Grünau in die Luft zu sprengen. Die Aktion mußte damals kurz vor dem großen BUMS abgebrochen werden und die Leute sind seitdem weg. Einige werden sich daran vielleicht eher wieder erinnern, wenn sie das Stichwort K.O.M.I.T.E.E. hören.
Die oben genannte Parole paßt inhaltlich natürlich gut dazu, wobei ich dazu sagen möchte, daß ich natürlich nicht ernsthaft z.B.Otto Schily und Christian Worch in den gleichen Topf schmeißen würde. Rassismus kommt aus der Mitte der Gesellschaft, das ist hier so. Und sämtliche Parteien kämpfen um genau diese Mitte (die PDS nehme ich da yetzt mal vorsichtig raus). Aber es ist natürlich trotzdem ein Unterschied, ob irgendwelche Hackfressen auf der Straße "Arbeit zuerst für Deutsche" fordern und "Nicht-Deutsche" verletzen und ermorden, oder ob da irgendwelche Schlipse mit Ministerposten ihren rassistischen Gesetze als demokratische Notwendigkeit verkaufen. Das geht alles gut Hand in Hand (und das sagt ya auch die Parole), aber es ist nicht das Gleiche. Beides muß in yedem Fall bekämpft und angegangen werden.

Bist du in irgendeiner politischen Gruppe aktiv?? Wenn ja, in welcher und seit wann?
In der AA/DAFM seit ca. 1995

Bist du der Meinung, dass ein Verbot der NPD wirklich etwas bewirken würde??
Das einzige, was es bewirken wird, ist das keine Kohle mehr über die staatliche Parteifinanzierung für die Nazis fließt. Das ist gut und wichtig, weil es zunächst ihre Struktur schwächen wird. Es werden aber neue Organisationen/ Parteien entstehen und generell läßt sich Rassismus/ Faschismus sowieso nicht verbieten. Kein einziger Nazi wird seine Haltung und sein Handeln wegen einem Verbot verändern. Im Gegenteil, es wird hier und da einen "yetzt erst recht-Effekt" geben.

Wie kannst du es dir erklären, das ehemalige (extrem?) Linke (z.B. Horst Mahler) heute in der rechten Szene tätig sind?
Kann ich mir nicht wirklich erklären und ich werde yetzt auch nicht mit dem Schwachsinn anfangen, daß sich die Linken und die Rechten näher sind, als mensch glaubt. Es gibt immer wieder Leute, die die Seite wechseln, plötzlich eine ganz andere Fahne hochhalten oder sogar alles über Bord werfen und ihre FeundInnen verraten, wie zuletzt z.B. Tarek Mousli als Kronzeuge in dem RZ - Verfahren. Die Motive für so ein Handeln sind mit Sicherheit sehr unterschiedlich, aber eine allgemeingültige Erklärung für so eine Geisteswandlung gibt es nicht.

Wie könnte man deiner Meinung nach den Rechtsextremismus in Deutschland bekämpfen?
Nur dadurch, daß sich in den Köpfen und schließlich in dem Verhalten der meisten Menschen in diesem Land etwas ändert. Ich zweifle yedoch daran, daß die meisten Menschen nicht wissen, was sie denken und tun und daß wir sie entsprechend nur informieren und "belehren" müssen. Die meisten wissen sehr genau, was läuft und da sind wir bei dem Begriff des "latenten Rassismus". Auch der Ruf nach "mehr Toleranz gegenüber Fremden..." ist beispielsweise rassistisch. Wer erst yemand anderen "tolerieren" muß/soll/will, steht immer schon eine Stufe über ihm und das kann es doch nicht sein. Es geht nicht um Toleranz, es geht um Respekt. Nicht Menschen erster und zweiter Klasse, sondern Menschen...und Punkt.
Der Kampf gegen den Rechtsextremismus ist ein Kampf gegen den gesellschaftlichen mainstream. Also oft auch ein Kampf gegen Windmühlen. Klar isses manchmal gut, so'ne Windmühle einfach brachial zu zerstören, aber besser isses eigentlich, dafür zu sorgen, daß der Wind nicht mehr bläst.
Schlaue Worte was?! Such dir selber deinen Sinn!

Glaubst du der Rechtsextremismus ist nur ein deutsches Problem, oder betrifft es deiner Meinung andere Länder genauso stark?
Der Rechtsextremismus in Deutschland ist besonders und wird immer besonders bleiben wegen der deutschen Geschichte. Aber natürlich isses ein europäisches,...letztlich ein weltweites Problem.

Wie beurteilst du jetzt, 10 Jahre nach dem Fall der Mauer, die sozialistische DDR? Würdest du 1980 lieber in der BRD oder in der DDR leben?
Also, zuerst einmal sind das nunmehr schon 11 1/2 Yahre, aber egal. Sozialismus ist was anderes, als das, was es in der DDR gab und die realexistierenden Demokratien finde ich weitesgehend zum Kotzen, weil sie global gesehen katastrophale Auswirkungen haben, sprich: Millionen Menschen sind arm und verrecken, die Natur geht auch langsam aber sicher zugrunde etc.
Ich, so ganz privat und materialistisch gesehen, hab' hier ein gutes Leben, brauch' nicht hungern, hab' ein Dach über dem Kopf, kann mir manches aussuchen. Das macht unter Umständen arrogant und bequem...die meisten macht es blöd.
1980 war ich im Sommer 17 Yahre alt und bin nach Großbritanien getrampt,...hätte ich mir als DDR-Bürger wohl stecken können. Ich kann trotzdem im Nachherein schlecht sagen, was mir "lieber" wäre bzw. gewesen wäre...die andere Erfahrung kenne ich nicht.

Der Berliner (Ex?)-Innensenator Schönbohm ist ja für seine rechten Ansichten (wie das eigentlich bei FAST allen CDU-Politikern der Fall ist) bekannt. Wieso ist Schönbohm deiner Meinung noch in der CDU tätig und wird nicht einmal so sehr von den Berlinern gehasst?
Also, die Frage verstehe ich ya nur zum Teil. Warum soll er denn bitteschön nicht in der CDU tätig sein??? Die Unterschiede der Parteien sind doch oft nur graduell: wer ist schlimmer, Kanther oder Schily? CDU oder SPD? Pest oder Pocken? Schönbohm wird deshalb nicht gehaßt, weil viele so denken wie er, außer eben die Linken und das sind ya mal nicht so viele. Der Mann ist so'n richtiger Kotzbrocken, durch und durch Law and order mit Verständnis für rechte Yugendkultur, und schließlich durch und durch deutsch und national. Natürlich könnte der auch ohne weiteres zur NPD oder zu den Reps wechseln, aber in der SPD würde er auch nicht wirklich auffallen (da müßte er erstmal Schily toppen...).


Ich nenne hier jetzt mal ein paar Begriffe und du schreibst, was dir dazu einfällt:
- Berlin Kreuzberg:
Immer noch ein gutes Pflaster, extrem wenig Deutsche, keine sichtbaren Nazis (wenn, dann nur in grünen Uniformen), gute Kneipen, immer noch wenig Yuppies, viel Schmuddel, gut zum Wohnen also!

- Slime:
"Wir leben in einem Albtraum" (eines meiner Lieblingsstücke), für die Linke war Slime lange Zeit eine wichtige Band, ich fand sie einigermaßen zwiespältig, (mindestens eine öffentliche Äußerung fand ich z.B. oberarm)

- Helmut Kohl:
gähn...

- Joschka Fischer:
Kriegsminister

- Castor:
Ye teurer desto besser und das immer wieder

- Bundeswehr:
Ein Heer von rechtsradikalen Einzelfällen, hiphiphurra!

- Ton Steine Scherben:
Groß! Viva Rio!

- Hans Söllner:
Verwirrt...legalize it!

- Böhse Onkelz:
Der Weg einer Faschoband zur Kommerzkotzbrockencombo. Leider wegen ihrer "DUBISTALLEINKEINERHILFTDIRHAUDICHDURCH-Mentalität" auch viel verehrt. Stefan Weidner stinkt...schon immer!!

- Ernesto "Che" Guevara:
guter Mann

- Kuba:
Da kannste vermutlich besser alt werden als hier

- China:
Terrorregime

- Techno:
War Anfang der 90er das Ende einiger Freundschaften und der Beginn eines "neuen" sehr fragwürdigen Körperkults.

- Chaostage:
Wäre schön, wenn CHAOS der Teil einer Lebenseinstellung wäre und nicht nur ein Event über ein paar Tage im Yahr.

- Heiter bis Wolkig:
Hätte ich viel zu zu sagen, aber in so verkürzter Form lasse ich das stecken.

- USA:
Weltmacht, Todesstrafe, Kriegstreiber

- RAF:
Konzept gescheitert...richtige Moral, falscher Ansatz.

- Rudi Dutschke:
In allen Ehren

- Daniel Cohn Bendit:
Vorzeigedemokrat und Lallbacke

- NATO:
North Atlantic Terrorist Organisation


Wie verurteilst du die Raketenangriffe der USA auf Irak? Und wie beurteilst d


Einsam fühle ich mich
Wenn ich eine Hand suche
Und nur auf Fäuste treffe
9/23/2006 4:20:47 PM    
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