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Forum Übersicht » Ausstiegstagebuecher » Ausstiegstagebuecher für BETROFFENE » Tagebuch von Franz952001 (OSS) - Start: 25.11.07
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Tagebuch von Franz952001 (OSS) - Start: 25.11.07
Jurekfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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hey franz, auch von mir... herzlich willkommen zurück... auch wenn der erste anlauf nicht so gut lief, denke ich, dass es nur positiv sein kann, auch einen zweiten zu starten. Dafür wünsche ich Dir viel Kraft. Lass was hören!
LG
jurek


09.02.2009 10:09:32  
franz952001fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Danke Micha und Jurek für eure Antworten!

Tatsächlich haben mir die 5 abstinenten Tage auch richtig gut getan :). Auf einmal schien es überraschend einfach der SB zu widerstehen, was jedoch ein Trugschluss war und nur dazu führte leichtsinniger zu werden.

Nach dem besten Tag seit langem (Montag) bin ich gestern jedoch leider wieder in den alten Trott verfallen. Angefangen hatte der Tag schon damit, dass ich nicht richtig aus dem Bett kam und dann der Meinung war ich müsste die verlorene Zeit möglichst schnell wieder rein arbeiten. So ersparte ich es mir diesmal einen schriftlichen Plan zu machen, wie der Tag ablaufen sollte. Ich arbeitete die dringenden Dinge auch erst mal ab, versackte dann jedoch mehr und mehr in den Foren gern aufgesuchter Seiten (leider nicht dieser hier ;)). Irgendwie machte sich im Folgenden eine gewisse Lustlosigkeit und Müdigkeit breit, was sicher auch mit an dem etwas unterdrückten Hungergefühl lag. Ich suchte youtube auf und gab gezielt Schlüsselworter ein, die ich nicht gesperrt hatte. Als mir das zu langweilig wurde entkoppelte ich die Sperre und gab der Sucht freien Lauf. In diesem Moment war es aber auch schon zu spät...

Aus den 5 Tagen, welche gut liefen habe ich mitgenommen, dass es wichtig ist sich Ziele zu setzen, welche man mit dem schriftlichen Festhalten auf einem Papier noch untermauert. Außerdem ist es wichtig, gerade wenn man zu Hause arbeitet, möglichst auch soziale Kontakte wahrzunehmen. Und sei es nur durch ein Telefongespräch.
Ich sollte auch nicht von mir an jedem Tag erwarten, dass alles hundertprozentig läuft. Gewisse Hürden gehören zu jedem Tag dazu und müssen nun mal genommen werden :).

Tage, welche besonders gut laufen sollten mir auch als Warnung dienen. Da dann nämlich der darauffolgende Tag umso schwerer werden kann.

Ich lasse mich jetzt auf jeden Fall vom gestrigen Rückfall nicht zurück werfen. Die 5 guten Tage haben mir gezeigt, dass es sich lohnt zu kämpfen.


11.02.2009 11:47:01   
franz952001fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Erst mal bin ich froh mir langsam wieder anzugewöhnen hier regelmäßiger zu schreiben. Hätte ich das vielleicht gestern noch getan, bevor ich wieder auf dumme Gedanken kam... wer weiß, vielleicht wäre es dann nur bei den dummen Gedanken geblieben. Aber das lässt sich ja nun eh nicht mehr ändern.

Nach meinem letzten Rückfall nahm ich mir ja vor gleich wieder clean zu bleiben, doch leider brauchte ich erst mal 3 Tage bis ich wohl wieder genügend Kraft hatte einen Anlauf zu nehmen. Das ist aber auch immer wieder demütigend. Man redet sich ein Morgen packst du es, schreibt es hier groß rein und scheitert dennoch wieder und immer wieder. Ich denke keiner versagt gerne und ich da ich sowieso ein recht selbstkritischer Mensch bin nehme mir das immer recht stark zu Herzen. Und dann versuche ich die schlechten Gefühle nach dem Rückfall zu verdrängen, dies kann ich meist am besten in dem ich mich einfach hinlege und schlafe und versuche die Scheiße zu vergessen.

Nach den 3 Tagen Selbstbefriedigung schaffte ich einen neuen Anlauf und hielt wieder bis gestern 5 Tage durch. Das waren wirklich wieder 5 gewonnene Tage. Was mir da immer auffällt, wenn ich es mal nen paar Tage geschafft habe, dass ich viel selbstzufriedener und ausgeglichener bin. Mir scheint es als würden die Menschen da draußen plötzlich auch positiver auf mich reagieren, woran das auch immer liegen mag. Vielleicht ist es auch nur Einbildung. Nichts desto trotz zeigt es mir, dass das Kämpfen sich lohnt, auch wenn ich immer mal wieder scheitere.

Eine Erkenntnis habe ich die letzten Wochen gewonnen. Viele Rückfälle entstehen bei mir, wenn ich mich einfach nur von meinen Emotionen leiten lasse. Gestern Abend zum Beispiel sind mir einige Sachen mißlungen und das negative Gefühl danach hat den Wunsch auf SB verstärkt. Mir ist aufgefallen, wenn ich es schaffe mehr über den Dingen zu stehen und die Emotionen nicht so stark an mich ran lasse, fällt es mir leichter damit umzugehen.

Ich muss heute sehr vorsichtig sein. Üblicherweise sind bei mir die Tage nach einem Rückfall besonders schwer durchzuhalten. Deshalb nehme ich mir jetzt einen Stift und schreibe mir nen Plan für den weiteren Tagesablauf...


18.02.2009 11:46:59   
franz952001fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Tja, zur Gewohnheit konnte ich es doch noch nicht machen hier zu schreiben.

Irgendwie schäme ich mich es hier "öffentlich" zu schreiben, wenn ich rückfällig wurde. Und da ich die letzten 2 Wochen doch wieder mehr oder weniger in alte Gewohnheiten verfallen bin wollte ich erst wieder schreiben, wenn ich erfolgreich damit war einige Zeit abstinent zu bleiben. Nicht desto trotz weiß ich, dass dies eigentlich kontraproduktiv ist. Aber anstatt nach einem Rückfall direkt hier was rein zu schreiben, fühle ich mich immer so schlecht, dass ich am liebsten gar nicht mehr daran denken mag.

Es ging mir jetzt am Wochenende trotz alle dem wieder recht gut. War recht viel draußen unterwegs und hab den Computer hauptsächlich ruhen lassen :).
Habe seit langem mal auch wieder eine Frau im realen Leben einfach so angesprochen, weil sie mir sympathisch war. Ich bin was dies angeht schon immer ziemlich schüchtern gewesen. Ich hab es eigentlich nicht nötig schüchtern zu sein, aber wenn ich ne Frau sympathisch finde verkrampfe ich üblicherweise und trau es mich dann doch nicht. Es mag lächerlich klingen, aber irgendwie war ich etwas stolz auf mich im Nachhinein die Feigheit in dem Moment überwunden zu haben.

Aber ich habe momentan das Gefühl, solange ich von zu Hause arbeite bekomme ich die Sucht nicht in den Griff. Ich hocke aufgrund meiner Arbeit nun mal den ganzen Tag vor der Kiste (lässt sich nicht vermeiden) und wenn man dann noch alleine wohnt gibt es kaum etwas, was einen daran hindert wieder rückfällig zu werden, außer vielleicht das eigene Gewissen, die eigene Disziplin usw.
Irgendwie muss es schaffen einen geregelteren Tagesablauf hinzukriegen, wo es zur Gewohnheit wird um 8 Uhr aufzustehen und dann bis abends seiner Arbeit nachzugehen. Nur genau das krieg ich nicht hin. Hatte sogar schon nen Nachbarn beauftragt mich regelmäßig frühs zu wecken, wenn wenn er aus dem Haus geht *g*. Das hat leider nicht funktioniert. Bin halt dummerweise auch noch ein nachtaktiver Mensch.

Mir fällt grad auch keine Lösung meiner Probleme ein. Ist wohl zu spät, um noch kreativ zu sein.


01.03.2009 23:44:04   
gabriele_farkefehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Hallo Franz!

1. Installation dieser Software:
http://salfeld.de/hsoev.html

2. Wochenplan wieder einführen

3. 3-4 Wecker stellen (die sind nicht mehr teuer) und zwar so weit weg stellen, dass Du nicht mal eben auf die Schlummertaste drücken kannst

4. I WILL, ... I CAN!

Viel Erfolg,
G.


bearbeitet von gabriele_farke am 02.03.2009 06:56:43
Gabriele Farke (HSO e.V.)

++++ Individuelle Onlinesexsucht-Beratung:
http://www.onlinesucht.de/Kosten HSO-2014-OK.pdf

++++ Das Buch "Gefangen im Netz?" ist auch als eBook erhältlich unter
http://www.ciando.com/ebook/bid-240826-gefangen-im-netz-onlinesucht-chats-onlinespiele-cybersex/



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02.03.2009 06:55:23    
franz952001fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Dank dir für die guten Ratschläge Gabriele.

Allerdings habe ich schon mehrmals solch eine Kindersicherung ausprobiert, doch wird mir mein Beruf dort einfach zum Verhängnis die Dinger zu einfach aushebeln zu können. Ich bin grad auf der Suche nach einer Hardware-Lösung die ich anklemme ohne sie einfach abstöpseln zu können. Notfalls bastel ich mir was zusammen mit nem dicken Schloss dran ;).

Das andere habe ich umgesetzt. Der Wochenplan ist ausgedruckt und geschrieben, die Wecker sind gestellt. War heute früh auch zumindest schon mal um 8.30 Uhr wach. Es ist bei mir übrigens egal wie weit weg die Wecker stehen. Ich drücke sie aus und lege mich halt wieder hin *g*. Vielleicht wirds mir bei 4 Weckern aber echt einfach mal zu blöd...

Ansonsten waren die letzten 2 Tage richtig gut. War gestern ziemlich übermüdet aufgrund der vorrangegangenen Nacht, bin aber trotzdem clean geblieben. Auch heute hab ich durchgehalten, wobei ich immer wieder eine gewisse Lust verspürte zwischen der Arbeit mal...... das ist so übel, wenn die Möglichkeit im Prinzip zu jeder Zeit gegeben ist. Man muss sich richtig zwingen seine Gedanken möglichst weg von sexuellen Objekten zu lenken. Und Verlockungen hat man ja schon, wenn man einfach nur seine EMails abruft. Überall Bilder von Frauen...

Dafür bin ich heute lieber mal dem Bild einer realen Frau nachgegangen. Das war viel schöner, vor allem auch nachhaltiger :). Das Leben hat so viel Schönes zu bieten, man muss nur einfach mal den Rechner abschalten und raus gehen....

Uns allen einen suchtfreien Mittwoch und möglichst viel schönes wahres Leben :).




03.03.2009 22:36:01   
Eddyfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Hallo Franz,

schön, dich wieder hier zu haben. Mir ging es ähnlich wie dir, ich habe seit Monaten, in denen ich mich nicht mehr hier hab blicken lassen und in denen mich die Sucht voll im Griff hatte, mein Tagebuch nun endlich weitergeführt.

Ich habe neue Vorsätze gefasst und habe wieder neue Hoffnung, vor allem bin ich mir aber endlich wieder sicher, dass es mir wenn ich clean bin einfach besser geht, als wenn ich mich von der Sucht lenken lasse.

Außerdem fällt es mir im cleanen Zustand leichter eine Struktur in meinen Alltag zu bringen, was ich in den Suchtzeiten kaum hingekriegt habe.


Bleib dran!

Eddy


bearbeitet von Eddy am 05.03.2009 02:17:36
05.03.2009 02:15:52  
franz952001fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Danke Eddy, für deinen Kommentar!
Ich kann dir nur bei allem zustimmen. Ist man einmal in der Suchtspirale drinnen ist eine gute Alltagsplanung unheimlich schwer. Und die Tage Ohne sind ja auch wirklich die Besten.

Nicht desto trotz wurde ich gestern wieder rückfällig. Ich wollte ein paar alte CDs beschriften und bin auf Bilder gestoßen, die ich mir mal gebrannt hatte. Ich nahm die CD zwar sofort raus und verkratzte sie sogleich, um sie unkenntlich zu machen. Doch der Gedanke daran, wie schön es jetzt wäre online zu gehen um nach weiteren Bildern zu suchen, hatte sich wieder in meinem Kopf manifestiert. So arbeitete ich noch etwas vor mich hin, mehr schlecht als recht, bis ich dann doch wieder der Sucht nachgab. Erleichtert wurde der Rückfall auch generell von einer schlechten Laune gestern.
Der erstellte Wochenplan konnte mich davon leider auch nicht abhalten :(.

Ich nehme mir jetzt nochmals fest vor bis zum WE durchzuhalten, da bekomme ich dann Besuch.

Ich will mir Frauen in der Realtität anschauen und nicht im Internet. Keine Frau im Internet auf einem Bild kann mir solch tolle Gefühle vermitteln, welches eine reale Frau kann. Deshalb arbeite ich jetzt weiter ohne dumme Bilder, die ja nur dazu dienen meine Phantasie anzuregen. Dies kann ich allerdings auch ohne diese Bilder online sehen zu müssen. Deshalb sind Bücher auch besser als Filme oder Bilder, noch dazu wenn sie online sind :).


05.03.2009 12:15:58   
franz952001fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Das war heut ein recht bescheidener Tag. Dabei hatte ich mir so viel vorgenommen. Doch stattdessen wieder nur ein herber Rückschlag :(.

Dabei ist mir gerade klar geworden, dass ich meine schlechte Laune aufgrund der OSS immer mehr an Mitmenschen, welche mir eigentlich viel bedeuten, auslasse und sie so verletze. Das ist eigentlich überhaupt nicht meine Art :(. Bin grad maßlos enttäuscht von mir selbst.


bearbeitet von franz952001 am 24.03.2009 21:43:04
24.03.2009 21:14:17   
franz952001fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Schreibe hier mal wieder seit längerem was rein.

Hatte es bis heute mal wieder seit langem geschafft ne Woche clean zu bleiben. Dies lag mit Sicherheit auch daran, dass ich bis auf heute die Woche auswärtig arbeitete und dadurch recht viel zu tun hatte. Nun dachte ich mir, bevor ich einfach nur den Rückschlag verdränge versuche ich ihn für mich aufzuarbeiten, in dem ich hier was reinschreibe.

Ich suche einfach mal nach den Gründen für den Rückschlag:

1.) Kein genauer Zeitplan für heute. Ich bin halt jemand, der in gewisser Weise in den Tag hinein lebt. Ich hab zwar ne ToDo-Liste, aber solang es nicht dringlich ist, hab ich das Problem, dass ich gedanklich abschweife und es mehr oder weniger vor mir her schieben kann. Ich würde mir natürlich wünschen, dass es anders ist. An Zielansatz ist, dass ich mir für den Abend ein Ziel setze (Treffen mit Freunden etc.), um bis dahin fertig sein zu müssen.

2.) Obwohl ich gestern für meine Verhältnisse sehr früh ins Bett ging, bin ich erst recht spät aufgestanden, trotz Wecker und obwohl ich sogar selbst von mir schon um 8 Uhr aufwachte. Ich hatte einfach keine lust aufzustehen und bin liegen geblieben. Selbst wenn 4 Wecker losgegangen wären ;). Hätte ich aufstehen müssen, wäre ich auch aufgestanden. Letztendlich wars dann schon halb 11, bis ich aufstand. Dies wiederum lies mich schon mießmutig in den Tag starten, weil ich das Gefühl hatte den halben Tag schon verschlafen zu haben. Fakt ist, dass ich immer schlafen kann ohne überhaupt müde sein zu müssen.

Es gibt eigentlich nur 2 Dinge, welche mich dazu bringen sicher zu einer Zeit aufzustehen. Erstens, dass ich mich mit jemanden treffe bzw. einen Termin warnehmen muss. Zweitens, dass eine Sache dringlichst bis zu einer gewissen Zeit erledigt sein muss. Dort habe ich absolutes Pflichtbewusstsein...
Nur gegenüber mir selbst fehlt diese Disziplin, wenn ich mir was vornehme. Nur wieso?!?

3.) Ich war mir nicht wirklich der Gefahr bewusst. Ich hab zwar heute früh geahnt, dass ein Rückschlag folgen könnte, aber keine Initiative dagegen ergriffen. Auch die Woche als ich clean blieb, schien es mir auf einmal als wäre es doch so überaus einfach der Sucht widerstehen zu können und hab es einfach ausgeblendet.
Wichtig ist es doch genau in solchen "starken" Momenten dafür vorzusorgen, in den "schwachen" Momenten nicht in Versuchung zu kommen.

4.) Geregelter Tagesablauf, wenn ich zu Hause bin, fehlt mir. Das ist teilweise auch auf 1 und 2 zurückzuführen. Das ist ne Sache, die bei vielen Leuten selbstverständlich ist, nicht jedoch bei mir. Es war mir in den letzten Jahren aber auch unmöglich durch ständige Umzuge u.ä. so etwas rein zu kriegen. Auch meine jetzige Anstellung macht so was schwer. Doch glaube ich, dass z.B. eine klare Strukturierung gewisse Dinge vereinfachen würde. Sowas wie am Samstag wird geputzt, Freitag werden Dinge erl. welche liegen geblieben sind etc. Und ausschlafen ist nur am So. drinnen.

Nun muss ich mich an die Sachen, machen welche heute früh dann leider liegen geblieben sind. Drückt mir die Daumen, dass ich es am WE besser mache als heute.

Ich wünsche auch Euch ein suchtfreies WE. Versuchen wir zusammen das schöne Wetter zu genießen :).


24.04.2009 13:36:10   
littlegeorgefehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Hallo Franz,

kenne das auch, wenn ich den halben Tag hinein im Bett gelegen habe fühle ich mich auch ziemlich bescheiden und schlecht gelaunt, da ich meine den ganzen Tag schon verpennt zu haben.
Das kann mir aber so oft nicht passieren. Die Woche über muß ich morgens zum Job und am Wochenende nehme ich mir auch meist was vor und wenn es Sonntags der Gottesdienst ist. So hab ich also meist einen Grund aufstehen zu müssen.

Du fängst erst später an mit Arbeiten? Dann mußt Du aber auch bestimmt länger arbeiten, wie andere die früher anfangen? Somit hast Du auch das recht morgens etwas länger zu schlafen. Wenn Du meinst, noch etwas im Bett liegen bleiben zu wollen, aber nicht sinnlos die Zeit verliegen möchtest, kannst Du Dir nicht ein Buch zur Hand nehmen und lesen? Also nur mal so ein Gedanke, vielleicht ist das ja was für Dich? Andere lesen Abends vor dem einschlafen, Du dann halt morgens vor dem aufstehen ... Lächeln.

Also ich wünsch Dir viel Erfolg. Besonders jetzt am Wochenende, dass Du es sinnvoll nutzen kannst.
Lieben Gruß
Jörg

P.S.: Ich mache übrigens morgen mit meinem Sportverein eine Radtour. Auch eine sinnvolle Sache, macht mir Spaß und hilft meiner Gesundheit...



24.04.2009 21:21:56  
franz952001fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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wow, ist das wirklich schon so lange her, dass ich geschrieben habe... krass wie die Zeit verrennt.

Vieles ist in der Zeit passiert. Im Großen und Ganzen geht es mir momentan sicherlich wesentlich besser als vor einem Jahr. Ich habe die letzte Beziehung hinter mich gelassen, muss nicht mehr so oft an meine Ex denken. Auch kommt so langsam wieder das Selbstbewusstsein, um einfach auf auch andere Frauen zuzugehen. Nichts desto trotz bleibt nach wie vor die OSS im Hintergrund und holt mich immer wieder ein.

Dadurch, dass ich kleinere Entscheidungen getroffen habe, was mein Lebensalltag betrifft, habe ich die Sucht etwas besser im Griff. Ich bin unter der Woche beruflich in einer fremden Stadt, wo ich mittlerweile auch eine Zweitwohnung habe - früher bin ich jeden Tag gependelt. Da ich in der Zweitwohnung bewusst kein Internet habe, kann ich abends auch nicht in Versuchung kommen - und auf der Arbeit habe ich einfach zu viel Angst davor erwischt zu werden.
Wenn ich ehrlich bin, verlagert sich so die Sucht aber einfach auf die Tage, wo ich zu Hause in meiner Hauptwohnung bin. Das ist üblicherweise das Wochenende - aber da hab ichs nicht wirklich im Griff.

Heute war einer dieser Tage, wo ich zu Hause arbeiten durfte. Wollte einige Themen aufarbeiten, die in der Wichtigkeit nicht ganz dringlich waren. So lies ich mich von der Arbeit ablenken, surfte auf irgendwelchen Seiten, die mir plötzlich ganz wichtig erschienen, beantwortete diverse Mails etc. Irgendwann schlich sich so ein Wurstigkeitsgefühl ein, doch auch einfach mal auf meine altbekannten Problemseiten (üblicherweise Youtube) zu schauen. Ich tue mir schwer Youtube komplett zu sperren, da ich es einfach auch gerne privat nutze um mir Filmchen anzusehen, die rein gar nichts mit OSS zu tun haben. Außerdem kenne ich mittlerweile Möglichkeiten, Filter problemlos zu umgehen, wenn ich es will. Kam aber auch schon mal in eine peinliche Situation einem Freund, der zu Besuch war, erklären zu müssen, weshalb manche Seiten bei mir nicht gehen würden (Filter im Router). Ich bin generell schlecht im Lügen und Geschichten erzählen, konnte mich aber irgendwie rausreden...

Zurück zum Rückfall - von Youtube kam ich dann auch nicht mehr los und saß krasse 3 Stunden wie gebannt vor dem Laptop bis zur SB. Krass... man müsste mal die Lebenszeit hochrechnen, die man mit OSS verbringt :(. Momentan wären das pro Woche locker 4-5 std., da eigentlich jedes WE mindestens ein Rückfall passiert. Außerdem bin ich nach jedem Rückfall meist total down und lege mich ins Bett oder lass mich wie blöd vom TV berieseln. Rechnen wir nochmal auf die 5 std. 2 drauf sind wir schon bei 7 std., was pro Jahr (52 W) somit 364 std. wären. Wenn ich überlege, wie wenig echte Freizeit mir bleibt, ist das schon übel.... 364 Stunden sind immerhin rund 15 komplette Tage, in denen ich eigentlich was richtig schönes machen könnte.

Mein Problem ist klipp und klar einfach die fehlende Disziplin die Zeit, welche mir bleibt so einzuteilen, dass ich sie gestalte wie ich es eigentlich will. Ich lasse mich spontan einfach ablenken. Ich merke das auch auf der Arbeit, dass mein Zeitmanagement definitiv besser sein könnte. Wenn ich nicht den Druck habe was wirklich erledigen zu müssen, komm ich nicht zu potte. Somit muss ich versuchen daran zu arbeiten....



23.07.2010 23:24:49   
franz952001fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Immer nur hier rein zu schreiben, nachdem ich gerade einen Rückfall hatte ist nicht so richtig zielführend. Besser ich lasse den Rückfall das nächste Mal weg...

Auch wenns mir grad wieder etwas trostlos vorkommt, was ja direkt nachm Rückfall nicht verwunderlich ist, bin ich insgesamt betrachtet wieder mehr im Leben. Mir gehts eigentlich die letzten Wochen insgesamt besser, auch wenn immer mal (selbst ohne Rückfall) mieße Tage dabei sind.

Ich war die letzten 2 Wochen nicht in meiner Hauptwohnung, was den positiven Effekt hatte, dass ich quasi nicht rückfällig (außer theoretisch auf der Arbeit) werden konnte. Ich merke richtig, wie gut mir das tut in meiner Zweitwohnung (dadurch das ich dort keinen INet-Zugang habe) abends internetfrei zu sein.

Ich habe sogar seit einigen Wochen wieder richtig lust auf Frauen zuzugehen und auch das entsprechende Selbstvertrauen dies umzusetzen. Es hat hier jemand mal im Forum geschrieben, dass OSS sicher auch Ursache davon ist, wenn man sich zu sehr aus dem Leben da draußen zurückzieht und seine Fantasien am Computer auslebt. Ich sehe das ähnlich und bin daher fest gewillt mich mehr dem Leben da draußen zu widmen, als vor dem Rechner abzuhängen. Allerdings merke ich, dass die Phantasien mittlerweile so fest in mir verankert sind, dass diese mir eigentlich nur das Internet erfüllen kann - zumindest glaube ich das in dem Moment. Nach jedem Rückfall merke ich immer wieder, dass dies nur ein Trugschluss war. Nichts desto trotz begehe ich den Fehler immer von Neuem.

Eine Sache verwundert mich, wenn ich an gestern Abend zurück denke, als ich der Hauptwohnung ankam - nach 1-2 Wochen Abstinenz bin ich der Meinung (das wiederholt sich) ich könnte der Versuchung stand halten - ich wäre als stark genug und verliere überhaupt keinen Gedanken daran, dass ich rückfällig werden könnte. So allerdings laufe ich immer wieder in den gleichen Fehler vor jedem Rückfall, den Tag nicht so zielgerichtet zu planen, wie ich es als Süchtiger bräuchte. Ich will diese sehr negative Eigenschaft bzgl. meiner OSS aber auch gar nicht betrachten - weil das ja ein Teil von mir ist den ich nicht mag, den ich verdrängen will. Es ist nun mal auch so was das Selbstvertrauen angeht, dass ich nicht immer hatte - wenn ich mir ständig den Spiegel vorhalte, wie doof ich doch mit der OSS eigentlich bin, dann ist das Selbstvertrauen auf dem Nullpunkt. Mir gelingt es leider nicht diesen Teil als Teil meiner Selbst zu sehen, was mich nun mal auch als Person auszeichnet.

Dieser Aspekt ist eigentlich recht interessant, wenn ich drüber nachdenke. Ich meine die OSS ist ja eine Ursache diverser Dinge, die sicher bis zu meiner Kindheit zurückgehen. Eine Art eigene Welt, die man sich schafft, um von der bösen Welt da draußen entfliehen zu können.
Auch wenn OSS etwas ist, was selbstzerstörerische Züge annimmt, so ists in meinen Augen immer noch besser, als wenn man jemanden Anderen direkt schadet, indem man seinen Frust direkt an anderen Leuten auslässt (unabhängig davon kann man natürlch auch mit OSS andere indirekt schädigen). Daraus schließe ich aber, dass der Mensch der zum OSSler wird, charakterlich sicher kein schlechter Mensch ist. Und er ist vermutlich noch dazu jemand mit viel Phantasie, sonst würde ihm das elendige Internet-Gegurke doch irgendwann viel zu langweilig werden.

Es strengt ehrlich gesagt an darüber nachzudenken, wieso und weshalb man zum OSSler wurde.

Ich wünsch euch zusammen ein gutes WE. Nach heute ist mir zumindest wieder knallhart bewusst, wie schnell mich die OSS wieder hat - ich nehme mir fürs restliche WE vor durchzuhalten und wünsche euch das Gleiche.


13.08.2010 18:19:32   
franz952001fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Also das Wochenende war chaos pur. Ein Rückfall nach dem Anderen. Man meint nach jedem Rückfall wird das Verlangen nach noch mehr nur umso größer. Wie ein Teufelskreis, aus dem man kaum mehr ausbrechen kann. Es stellt sich dann auch ein gewisses Wurstigkeitsgefühl bei mir ein, welches den Widerstand dagegen mehr und mehr verringert.

Kaum zu glauben, dass ich das mal sage, aber zum Glück kann ich Morgen wieder auf die Arbeit und mich ablenken und abends in eine Wohnung ohne Internet. Hab den restlichen Sonntag damit verbracht mir weitere GEdanken zu machen, wie ich meine Internetsperre hier nachhaltig verbessere. Es wird zwar schwer, aber ich werde da dran bleiben.

Im Übrigen habe ich eben wieder festgestellt, dass ein schönes Bad einem doch wieder die Laune aufhellen kann nach so nem beschi... WE.

Dann hoffe ich mal auf eine gute Woche


16.08.2010 00:07:45   
franz952001fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Hallo Zusammen,

dann will ich auch mal wieder einen Tagebucheintrag verfassen. Ich hatte seit längerem mal wieder einen längeren Urlaub, was bedeutete ich war über 2 Wochen unterwegs. Das hat ganz ehrlich mal richtig gut getan. Das Schöne war irgendwo auch, dass ich über 2 Wochen internetlos war. Als ich dann aber zurück kam ist so ungefähr das eingetreten, was ich befürchtet hatte. Ich wurde sofort, als sich mir die Möglichkeit ergab rückfällig :(.

Ich kann mich ja leider nicht nur vom Internet fern halten, da ich ja auch beruflich sehr stark damit zu tun habe.

Deshalb habe ich heute Nacht mal wieder einen Filter eingerichtet, was gar nicht so einfach war, da ich momentan übers Handy (UMTS) ins Internet gehe. Ich habs nun aber über openDNS hinbekommen. DNS ist ja ein Namensdienst, welcher generell dazu verwendet wird Internetadressen in IP-Adressen aufzulösen. Hinter der IP-Adresse verbirgt sich ja quasi der Server, auf welchem die Internetseite liegt. Über openDNS kann ich gewisse Internetseiten blocken indem ich die Namensauflösung verbiete bzw. blockiere. Das klappt überraschenderweise nun richtig gut mit meinem Handy, war allerdings etwas kompliziert und lies mich bis tief in die Nacht werkeln. Um so schöner, dass es nun klappt. Linux auf meinem Handy sei dank :).


02.10.2010 16:02:31   
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