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Forum Übersicht » WOW - World of Warcraft und andere PC-Spiele » WOW und andere PC-Spiele: Hier sprechen die Betroffenen und aktiven Spieler » Die ganze Wahrheit über WoW...
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Die ganze Wahrheit über WoW...
Demosthenesfehlende Rechte fehlende Rechte erste Beitrag kann nicht gelöscht werden -> lösche das ganze Thema 
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Hallo Onlinesucht-Community,

ich bin beim stöbern im Internet auf dieses Forum gestoßen und möchte der Community mein Wissen über WoW zur Verfügung stellen. Und dies ist in jeder Hinsicht immens. Abgesehen von einer Spielzeit von über 250 Tagen, habe ich in diesem Spiel jede Klasse und Rasse gespielt, war in (strukturell) unterschiedlichsten Gilden und bin zur Zeit Gildenleiter einer, nach WoW-Gesichtspunkten, erfolgreichen Spielgemeinschaft. Mir ist bewußt das einige meiner Aussagen hier redundant vorhanden sind, aber auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, muss ich grundlegende Dinge klarstellen. Fangen wir mit einem kleinen WoW-Vokabular an, das es dem Laien ermöglicht mit einem WoW-Süchtigen zu kommunizieren. Die Aussage: „Du verstehst mich sowieso nicht!“ hat wohl jeder schon einmal gehört. Ich werde also zunächst einmal eine Grundlage der Kommunikation schaffen. Fangen wir mit einfachen Vokabeln an. Ausser diese Vokabeln zu erklären, gebe ich nach dem heutigen Stand des Spiels (31.3.2007) eine Einschätzung ihrer Bedeutung und ihres Stellenwerts nach spielerischen und soziologischen Geischtspunkten. Bei allem beziehe ich mich auf das Addon (Spielerweiterung) „Burning Crusade“ (brennender Kreuzzug).

NPC:
Non-player-character, Nichtspieler-Charakter, Monster, Mob, alle vom Computer gesteuerten Spielfiguren.

Raiden:
Das Spielen in Instanzen.

Horde, Allianz:
Man kann entweder Horde (Taure, Untoter, Ork, Blutelf, usw.) oder Allianzrassen (meschn, Zwerg, Nchtelf, Draenai, Gnom usw.) spielen. Diese Fraktionen haben untereinander nur eingeschränkt die Möglichkeit miteinander zu kommunizieren.

Quests:

Aufgaben, die vom Programm an die Spieler gestellt werden und die in Ihrer übergroßen Masse ALLEINE zu meistern sind. Die Spielwelt von Burning Crusade ist in Gebiete eingeteilt und pro Gebiet gibt es eine geringe Anzahl an Quest (vielleicht 10 %) die nur mit anderen Spielern zusammen gemeistert werden können. 99% aller Quests dieses Spiels sind mit <=5 Leuten zu meistern. Im allgemeinen ist es kein Problem für einen aktiven Spieler alle diese Quests zu lösen. Löst er alle diese Aufgaben, verdient er rund 3500 – 4000 Gold. Das ist im folgenden noch bedeutsam. Denn ein großes Ziel für sehr, sehr viele Spieler ist ein

episches Flugmount:

Kosten: ca. 6000 Gold. Dieser Preis gilt nur für Spieler die auch vor der Erweiterung schon viel und häufig gespielt haben und bereits ein episches Reittier bessen haben. Warum ich dieses hier so explizit ausführe hat folgenden Grund. Um alle Quests der Erweiterung zu meistern, muss man ungefähr 2-3 Wochen spielen, 8 Stunden täglich, jeden Tag. Und dann macht man nichts anderes! Ein episches Flugmount ist ein Reittier mit dem man sich maximal schnell durch die Spielwelt bewegen kann. Die Spieler sind immer bemüht sich so effizient wie möglich im Spiel zu verhalten. Der Geschwindigkeitsvorteil ist enorm, d.h. eventuelle Wartezeiten werden verkürzt.

Eine weitere Möglichkeit des Geldverdienens ist das

Farmen, Grinden:
Unter Grinden, Farmen versteht man das maschinenartige Töten und Plündern von NPCs. Es wird von allen Spielern wegen seiner Eintönigkeit gehasst, bietet aber nach Abschluss aller Quests die Grundlage für das Geldverdienen. Versagen alle anderen Geldquellen, diese steht jedem Spieler offen. Egal was euch eure Kinder, Männer sagen: Ein guter Richtwert ist: 100g pro aktive Stunde Spielzeit. Einige Spieler (zum Beispiel Heiler) haben klassenbedingt Probleme damit zu farmen. Häufiger ziehen sich diese Spieler einen

Farmchar:
Hoch. Dieser wird nur zu diesem Zwecke angelegt und auf den höchsten Level gespielt. Deswegen haben sehr viele Spieler einen Zweit- und Drittchar.

Items:
Gegenstände, die die eigene Spielfigur verbessern. Die eigene Spielfigur zu verbessern ist die Hauptmotivation der übergroßen Mehrheit aller WoW-Spieler. Dies ist das Topthema, der häufigste Grund von Streits untereinander, Objekt der Begierde, des Neids usw. Spielt man alle Quests der Erweiterung durch (und bekommt somit die Belohnungen dafür) ist der Charakter danach ausrüstungsmässig auf einer Stufe mit den besten 2% der Spieler VOR der Erweiterung. Früher war eine weitere Verbesserung der Ausrüstung nur durch Raiden in Instanzen (siehe dazu die Extrapunkte) möglich, jetzt gibt es auch gute Rezepte die man berufsbedingt herstellen kann. Egal was euch eure Partner, Kinder sagen: Es ist möglich ein absolutes Topequip (Equipment = Ausrüstung) zu bekommen ohne auch nur einmal in eine größere Instanz zu gehen. Groß bedeutet in diesem Zusammenhang (>5 Spieler). Und mit Topequip mein ich, weltweit top. Ich hab zum Beispiel selbst noch kein Item aus einer „grossen“ zeitraubenden Instanz und suche auf meinem Server (Spielwelt) meinesgleichen. Diese Instanzen sind der große Zeitfresser dieses Spiels.

Instanzen:
Abgeschlossene Gebiete, die nur eine Spielergruppe (5, 10, 20, 25, 40) gleichzeitig betreten kann. Nach aktuellen Stand des Spiels werden hauptsächlich 5er, 10er und 25ziger Instanzen betreten. Die alten 40ziger Instanzen sind nicht mehr attraktiv für Spieler der Erweiterung.

5er Gruppen findet man wie Sand am Meer und das Verlassen dieser zufälligen (Random-) Gruppen ist auch NICHT sonderlich problematisch, da im allgemeinen schnell Ersatz gefunden ist. Es wird nicht gern gesehen, es ist ärgerlich wenn man vor einem Endgegner steht, aber wenn man höflich im Chat sagt: „Endschuldigt, ich muss mein Kind wickeln sucht jemand anderen.“, dann hat da jeder Verständniss für und es gab auch noch nie ein Problem damit. Nochmal, von einem Insider: In 5er Instanzen IST DAS KEIN PROBLEM. Fragt euren Partner wo er gerade ist und wenn Ihr folgende Antworten bekommt, dann KANN er vom Computer weg:

Bollwerk, Blutkessel, Zerschmetterte Hallen, Sklavenunterkünfte, Tiefensumpf, Dampfkammer, Krypta, Managruft, Settek-Hallen, Schattenlabyrinth, Mechanar, Botanikum, Arcatraz

Solange er sagt wohin er geht und wielange es dauert IST DAS KEIN PROBLEM. Die Toleranzzeit liegt bei 10min. Ist ein Spieler länger als 10 Minuten off, lohnt er sich einen neuen zu laden. Niemand ist ernsthaft sauer, wenn man etwas anderes zu tun hat, solange man es sagt und berechenbar bleibt. Dauerhaft sauer reagieren Spieler nur, wenn man UNENDSCHULDIGT fernbleibt. Einfach die Gruppe verlassen ist ein no-go in WoW. Endschuldigt die Gruppe zu verlassen ist KEIN PROBLEM, da können eure Partner oder Kinder nochso rumeiern, lasst euch nix erzählen. Es zieht auch keinerlei Folgen nach sich und man bekommt keinen „schlechten“ Ruf, es sei denn es passiert wirklich jedesmal.

5er Instanzen dauern, wenn man eine Gruppe gefunden hat und es losgeht 1-2 Stunden. Nicht 3 nicht 4 nicht 5. Punkt. Insgesamt sind Instanzen in der Erweiterung deutlich kürzer als im alten Spiel.

Gilden:
Vereinigungen von Spielern zum Zwecke des Meisterns großer Instanzen. Es gibt Gilden aller möglichen Richtungen und Prägungen aber die Gilden um die es hier hauptsächlich geht und die die übergroße Anzahl süchtiger Spieler beherbergen sind Zweckgemeinschaften zum Meistern der großen Instanzen. Zu diesen Gilden muss man folgendes sagen: Es kann ein sehr großer Gruppendruck entstehen, dem man sich als Heranwachsender kaum entziehen kann. Geführt werden die großen und erfolgreichen Gilden nämlich in der Regel nicht von jugendlichen, sondern von Studenten oder älteren Spielern. Warum ist das so? Ganz einfach, um eine Gilde zu leiten muss man deutlich mehr können als gut und viel zu spielen. Man muss ein geradezu enzyklopädoisches Wissen haben (mithin alle Klassen kennen) und zumdem noch minimale soziale Fähigkeiten haben. Zum Beispiel muss man auch angesichts des Mißerfolgs ruhig und gelassen bleiben und immer um Ausgleich bemüht sein. Die erfolgreichsten Gilden der Welt nicht sonderlich hierarchisch aufgebaut. Bis Du einmal drin und hast die teilweise unmenschlichen Aufnahmebedingungen erfüllt, dann reicht der Gruppendruck voll aus um Dich auf Linie zu halten. In jeder Gilde gibt es Spieler, um die sich die anderen scharen, das Alphatier sozusagen. Ich bin so ein Alphatier. Um meinen Einfluss zu verdeutlichen sei folgendes erzählt. Wenn eure Männer oder Kinder kurz durch die Tür huschen, um zum Kühlschrank zu gehen oder aufs Klo oder für eine Zigarette auf den Balkon, dann habe ich Ihnen gesagt, das sie das jetzt tun dürfen. Häufig werde ich während der Raids gefragt: „Darf ich jetzt aufs Klo gehen?“.
Ich kann verstehen das jetzt einige aufheulen. Aber das ist die Realität. Die Anweisungen eines Gildenleiters bzw. eines Raidleiters sind Gesetz. Es ist bizarr sich von einer Stimme im TS (Programm zur verbalen Kommikation, hat nichts mit WoW zu tun, wird aber viel verwendet) befehlen zu lassen, aber es funktioniert. Und nur so funktioniert der Endcontent (die schwierigsten Spielinhalte). Demokratie in Onlinegilden funktioniert nicht. Klar gibt es Abstimmungen aber letztlich sind alle erfolgreichen Gilden meritokratische Oligarchien. Punkt. Es gibt meistens 4-5 Spieler, die eine Gilde „tragen“ und die sind allermeistens NICHT 14-18, sondern >21 Jahre alt.

PVP:
Player vs. Player (Spieler gegen Spieler). Es gibt in diesem Spiel die begrenzte Möglichkeit gegen andere Spieler anzutreten. Zu 90% findet dieses in Instanzen statt. Warum? Weil diese Spielweise nur dort sinnvoll mit Items belohnt wird. Eure Partner oder Kinder können vom Computer weg, wenn sie in diesen Instanzen sind. Es ist nicht toll, aber es ist kein Beinbruch, weil der Gesamterfolg nicht unbedingt gefährdet ist (in der Regel wird automatisch mit einen Zufallsspieler nachgeladen).

So, das war erstmal ein kurzer Überblick über das aktuelle Spielgeschehen. Ich weiß das war langweilig, aber wenn ich in meinen folgenden Posts einige Fachbegriffe benutze, dann kann man hier nachschlagen. Mir ist klar das die waren Fragen woanders liegen und soziologischer Natur sind dem werde ich mich nun widmen.









31.03.2007 14:13:04  
Demosthenesfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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So, nun zu den wirklich wichtigen Dingen!

Situation:

Mein Partner, Kind sitzt apathisch wie ein Roboter vor dem Monitor und ist nicht ansprechbar für normale Kommunikation. Das ist normal, er befindet sich nicht auf dieser Welt sondern auf Azeroth bzw. der Scherbenwelt. Die Situation ist vergleichbar mit der eines Träumenden oder jemandem der im Halbkoma liegt. Rein physisch ist er noch da, aber sein Geist ist woanders und zwar an einem Ort an den sie nicht gelangen können ohne den Code zu kennen. Machen sie einmal folgendes: Kommen Sie ins Zimmer und sagen sie einen der folgenden Sätze!

Kommt ein Taure in eine Bar voller Gnome. Er wundert sich und fragt den Wirt: Wasn hier los, ist der Kicker kaputt?

Ein Taure ist eine Hordenrasse, die Spieler annehmen können, Gnome können nur Allianzspieler spielen.

Am Plateau der Elemente kann man ja am besten Farmen, leider ist das in letzter Zeit immer überfarmt.

Das Plateau der Elemente ist eine Subregion im Scherbenweltgebiet Nagrand. Dort gibt es Mobs die wichtige Spielgegenstände droppen, die man hervorragend verkaufen kann (siehe Grinden, Farmen)

11-88-0, 11 Hordler, 88 Palas 0 Tote.

Palas sind Paladine, ein Heilklasse die viel aushält weil sie in Plattenrüstung rumläuft aber keinen Schaden macht. ;-)

Los du bist imba genug, ich hab ne Abwaschquest in der Küche für Dich!

Imba kommt von Imbalanced (nicht ausbalanciert) und wird im WoW-Sprech für einen sehr gut ausgerüsteten Spieler verwendet oder einfach um anzuzeigen das die Spielmechanik nicht fair ist.

Kannst Du mir mal beim tragen helfen, ist ähnlich schwer wie HdZ2 auf heroisch aber du siehst mir nicht noobig aus. Also?

HdZ2 (Höhlen der Zeit 2- der Dunkle Morast) ist eine sehr schwere 5er-Instanz und auf dem Schwierigkeitsgrad heroisch kaum zu schaffen. Noobig ist das Adjektiv zu Noob, auch Newbie, N00b oder Boon (andersrum geschrieben). Ein Noob ist ein unerfahrener Spieler, das Gegenteil dazu ist ein Pro (Profi).

Wenn Sie einen dieser Sätze sagen, egal wie bescheuert er Ihnen gerade vorkommt haben sie die Aufmerksamkeit. Wenigstens kurz. Sie sind in seine Welt eingedrungen, ein Noob zwar, aber sie haben sich getraut. Denn hier spielt sich sein Leben ab und sie brauchen einen Schlüssel um eine Unterhaltung zu beginnen. Sie müssen nichts wissen, lassen sie sich 5 Minuten erklären was er macht. Farmen, Instanzen, Questen. Fragen sie konkret:

Farmst Du, bist Du in einer Instanz oder Questest Du? Fragen Sie in was für einer Instanz er ist, ob sie schwer ist, was er farmt und wofür, oder wo er questet.

Es geht nicht darum das sie jetzt zur WoW-Expertin werden, aber jeder Spieler hat das Bedürfniss sein Hobby mit anderen zu teilen und es zu erklären. Er will wahr- und ernstgenommen werden und ist süchtig nach Anerkennung.

Klopfen sie ihm nicht auf die Schulter, bleiben Sie interessiert und sachlich. 5 Minuten reichen fürs erste. Das erweckt sein Interesse. Wenn die Situation verfahren ist belassen sie es dabei.

Wenn sie den Code halbwegs draufhaben und sie sich zumindest WoW-spezifisch mit ihm unterhalten können versuchen sie herauszufinden wann die Raidtermine der Gilde sind. Jede Gilde hat ein Forum oder eine Webseite oder beides. Dort stehen die Termine meistens oder es existiert sogar ein Raidplaner, wo sich Spieler eintragen können. Die meisten Spieler planen ihr WoW-Dasein um diese Termine herum. An diesen Terminen geht nichts! Unterstützen sie das aber auch nicht durch Schnittchen oder Kaltgetränke. Raidtermine sind heilig und neben PVP-Arenakämpfen mit das Einzige wo eine Störung wirklich Auswirkungen auf viele andere Spieler haben kann. Halten Sie sich folgendes vor Augen: Wahrscheinlich hat sich Ihr Kind oder Ihr Partner stundenlang auf diesen Moment vorbereitet. Wenn sie jetzt stören, vielleicht auch noch bei einem Bosskampf, dann sind sie das Zentrum der Aggression. Im Extremfall, wenn Ihr Kind oder Partner eine wichtige Klasse Spielt und sie in einer wichtigen Raidsituation stören, zerstören sie 40-50 Spielstunden Vorbereitung aller Mitglieder. Das ist ein absolutes no-go. Es bedeutet sozialen Abstieg innerhalb seiner Gildenstruktur, denn mehr als Spielverständniss oder Ausrüstung ist Verlässlichkeit für Gildenmeister das wichtigste. Ich, und viele andere Gildenmeister haben kein Problem damit wenn ein Spieler nur 1-2 mal die Woche kommt, aber WENN er kommt, dann sollte er voll bei der Sache sein, weil dutzende Spielstunden anderer Menschen von ihm abhängen. Pünktlichkeit ist wichtig, wie überall im Leben. Deswegen gibt es immer klare Raidtermine. Ihr Sohn oder Partner kennt diese wenn er in einer solchen Gilde ist. Raidtermine sind fast immer abends ausser am Wochenende. Wenn Ihr Sohn morgens um 11:00 Uhr sagt er wäre mit seiner Raidgruppe in einer grossen Instanz unterwegs, dann ist das zu 90% gelogen. Er ist in jedem Fall abkömmlich. Sie hören vielleicht auch an seiner sprechweise im TS ob er gerade sehr beschäftigt und konzentriert ist oder ob er sich über alles mögliche unterhält. Ist eine Situation kritisch, kann man eine Stecknadel fallen hören und wenn Ihr Partner und Kind nicht gerade selber Gildenleiter ist hält er den Mund.

Was sie nie nie nie nie nie tun dürfen!
Sich mit seinem Account einloggen und seine Chars löschen. Sie können den Stecker rausziehen und den Zugang zum Computer anderweitig erschweren sie können alles tun, aber wenn sie seine Chars löschen VERNICHTEN sie seine Existenz und je nach Grad der Spielsucht kann das unabsehbare Folgen haben. Sie vernichten nicht nur ein paar Pixel auf einem Server in Frankreich, sie zerstören sein gesamtes soziales Gefüge. Auch wenn es ihnen komplett hirnrissig vorkommt. Seine soziale Interaktion ist zum Großteil abhängig von Datensätzen, die gelöscht werden können.



Vergessen sie Klischees!
Ich habe in meiner Gilde Hausfrauen und Rentner gehabt genauso wie Schüler, Studenten und Arbeitslose. Auch Selbstständige und Schichtarbeiter. Die WoW-Gemeinschaft stellt zwar im statistischen Sinne keinen Bevölkerungsquerschnitt dar. Aber trotzdem ist alles anzutreffen. Ich habe alles gesehen. Babywickelpausen sind genauso vorgekommen wie „Mamaaaaha noch 20 Minuten-Rufe“ im TS. Die Sucht ist nicht vom Alter abhängig denn die zugrundeliegenden Mechanismen wirken bei allen Menschen. Anerkennung und Lob, selbst in dieser flüchtigen und indirekten Form sind die Triebfeder. Es ist eine Traumwelt denn die gegenseitige Hilfe ist keine echte, sondern nur geliehen für den nächsten Raid oder das nächste Quest. Danach heisst es cu und tschuess.

Was sie tun können!

Arbeiten sie sich langsam vor. Wenn nichts mehr geht müssen sie seine Sprache lernen. Nicht länger als 5 Minuten am Tag aber sie brauchen den Schluessel zu seinem Gehirn. Wenn sie den haben können sie langsam anfangen mit ihm zu arbeiten. Finden sie dringend heraus wann Gildentermine sind (stellen sie das sleber fest oder lassen sie es sich zeigen). Stellen sie fest was für eine Gildenstruktur vorherrscht oder lassen sie es sich erzählen. Das Spiel ist wurscht, da werden sie nie und nimmer Experte, aber wieviele Leute sind in der Gilde wieviele Raids sind pro Woche angesetzt. Wo steht seine Gilde? (das ist für den Zeitaufwand wichtig). Eine gute WoW-Gilde hat zur Zeit (31.3.07) die Instanz Karazhan vollständig gemeistert. Sie müssen in sein soziales Gefüge eindringen um Ihn zu verstehen. Zeigen sie ihm auf was ihm fehlt und was Onlinegilden nicht leisten können. Für seine virtuellen Freunde ist er nichts, wenn er nicht spielen kann. Flüchtig ist jeder Erfolg. WoW hat eine perfide Struktur und die ist bestimmt gewollt. Am Anfang ist alles einfach aber irgendwann wird der Zeitaufwand gewaltig.

Ich persönlich halte die FSK von 12 für grenzdebil. Das Spiel ist ganz klar ab 18! Denn der Suchtfaktor hat Methode und ist systemteimmanent. Die Topgilden haben fast alle eine Altersbeschränkung ab 18. Lustige kleine bunte Figuren auf dem Bildschirm sollen niemanden darüber hinwegtäuschen wie perfide Blizzard seine Kunden an sich bindet. Ich hätte nicht gedacht, das ich das mal sagen würde, aber die chinesiche Regierung hat das einzig vernünftige getan mit ihrer Zugangsregelung für WoW. Was erwachsene Leute mit Ihrer Freizeit machen ist Ihr Problem aber minderjährige die mich fragen ob sie aufs Klo gehen dürfen sind gruselig. Lob und Annerkennung, zu einer Gemeinschaft dazuzugehören, Jubelstürme im TS nach gemeisterten, grossen Aufgaben. Das gute Gefühl nach einem erfolgreichen Raid. Danach sehnen sich alle. Das ist die Triebfeder. Ob du dick oder dünn, männlich oder weiblich, Nationen, Hautfarben, Religionen. Das ist in dieser „perfekten“ Welt egal. Viele WoW-Spieler sind in ihrem tiefsten Innern Idealisten. Rassismus oder Sexismus sind dort sehr sehr selten. Ein beliebter Spruch in WoW ist: Reallife geht vor! So als ob das einer Rechtfertigung bedarf.

Feedback wäre mir sehr wichtig und natürlich stehe ich für Fragen zur Verfügung.


















bearbeitet von Demosthenes am 31.03.2007 14:14:48
31.03.2007 14:13:50  
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Gnade ! Das soll doch wohl nicht etwa bedeuten, dass die Gesellschaft sich jetzt nach den WOW-Spielern zu richten hat und die "Sprache" der Entrückten / Verrückten lernen soll ? Nein , nein , und noch einmal nein . Ich setze mir auch keinen Schuss , um an den Junkie heranzukommen . Muss ich mich auf deren Niveau (was für ein Joke, in diesem Zusammenhang von Niveau zu sprechen) begegeben ? Never !
Heidi


31.03.2007 15:07:46 
Demosthenesfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Da haben Sie mich gründlich mißverstanden. Niemand soll sich nach WoW-Spielern richten. Und schon gar nicht "die Gesellschaft". Aber wenn nichts mehr hilft und normale Kommunikation absolut nicht mehr möglich ist zeige ich hier einen Weg auf wie man in den Kopf hineinkommt. Dazu ist nichts nötig als 5 Minuten zuhören, lesen und verstehen. Wenn man die nicht aufbringen will und sich nicht für seinen Mitmenschen interessiert kann mans natürlich auch bleiben lassen. Es geht darum wieder einen Zugang zu so einer Inselexistenz zu bekommen. Wenn man keine Ahnung hat was den Gegenüber bewegt und sich null interessiert, dann gibt es keine Kommunikation. Mir wäre es auf jeden Fall einen Versuch Wert. Wenn man die Motivation eines anderen Menschen verstehen will, muss man sich damit auseinander setzen. WoW-Spieler, gerade im Harcorezockerbereich sind EXTREM organisiert. Sie sind immer einem Ziel verpflichtet. Das hört sich schräg an, wenn sie im realen Leben zumüllen. Aber Ihr Bankfach ist mit Sicherheit ordentlichst sortiert. Wenn ich einen geliebten Menschen vor mir habe, der langsam abdriftet dann interessiere ich mich aber brennend für seinen Belange und mache mich schlau. Über WoW-Gilden und ihre Strukturen gibt es absolut nichts zu lesen. Es existiert eine Diplomarbeit über Online-spiele und ihre Faszination aber das wars. Die ist nichtmal gut geschrieben und hinkt der aktuellen Situation um 1,5 Jahre hinterher.

Das sie WoW-Spieler als verrückt/entrückt bezeichnen dokumentiert Ihre Unkenntniss der Materie. WoW-Süchtige handeln innerhalb ihres Bezugssystems absolut logisch und nachvollziehbar. Sie sind EXTREM zielorientiert. Teilweise benutzen sie komplizierteste Analysemethoden um hinter die Spielmechanik zu kommen. Sie verwechseln hier auch stoffgebundene und nichtstoffgebundene Süchte. Ein Junkie hat nichts, aber auch gar nichts mit einem WoW-Süchtigen zu tun. Ich kenne WoW-Süchtige die haben statistische Regressionsanalysen an Fischfangquoten durchgeführt. Das können maximal Mathe-Leistungskursschüler. Wenn sie eine solche Sucht mit Mitteln beikommen wollen, die für stoffgebundene Süche greifen dann müssen sie sich nicht über den Mißerfolg wundern. Die Ratlosigkeit hier im Forum ist ja überall zu spüren. Deswegen schreibe ich ja.

Wenn Sie zum Beispiel den Stecker ziehen, den Strom abschalten, den Monitor verdecken den Computer ausschalten machen Sie, um in verständlichen Vergleichen zu bleiben, folgendes:

Während Ihr Partner/Kind gerade telefoniert nehmen sie ohne Warnung das Telefon und ziehen den Stecker.

Während Ihr Partner/Kind gerade beim Fußballspiel ein Tor schießt gehen Sie vor allen Zuschauern und den Mitspielern auf den Platz kassieren den Ball ein, ziehen Ihm die Ohren lang und schleifen ihn vom Platz.

Während Ihr Kind zum ersten Mal mit seiner Freundin/ seinem Freund intim ist kommen sie ins Zimmer, machen das Licht an und sagen: "So jetzt gibts essen!"

Das tun sie dann gerade und genauso peinlich empfindet es der Süchtige. In seinen Augen machen Sie sich lächerlich und er schämt sich für sie. Das Spiel ist nur eine Maske, es geht um die Mitspieler. Das ist kein Solospiel, es geht um Kommunikation und Interaktion. Das macht die Faszination aus.



bearbeitet von Demosthenes am 31.03.2007 16:11:05
31.03.2007 15:33:33  
gabriele_farkefehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Demosthenes, vielen Dank, dass Du Dir hier so viel Muehe gibst, um auch mal die Gefuehle, Empfindungen und Reaktionen eines WOW-Spielers darzulegen. Das ist sehr wichtig, auch wenn vielleicht nicht alle Angehoerige und Eltern (mich einbezogen, muss ich zugeben) das alles absolut verstehen. Ich glaube, fuer dieses absolute Verstaendnis muss man selbst schon ein bisschen vom Fieber gepackt sein, sonst klingt es alles zu theoretisch und abstrakt.

Aber alle Achtung, dass Du durch Deine Erklaerungen, Beitraege, Ratschlaege und Tipps dazu beitraegst, dass das Verstaendnis groesser wird als das derzeitig immer noch weitgehend herrschende Unverstaendnis. Und wir sind uns sicher einig, dass nicht jeder WoW-Spieler automatisch suechtig wird! Gottseidank!

Alles Gute,
GF



Gabriele Farke (HSO e.V.)

++++ Individuelle Onlinesexsucht-Beratung:
http://www.onlinesucht.de/Kosten HSO-2014-OK.pdf

++++ Das Buch "Gefangen im Netz?" ist auch als eBook erhältlich unter
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31.03.2007 16:35:36    
Demosthenesfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Wenn das Verstandniss fehlt, bitte fragen. Ich kann in extenso zu jedem sozialen oder inhaltlichen Aspekt eine kleine Abhandlung schreiben und ich kann sie so schreiben das es jeder Nicht-WoW-Spieler versteht. Komprimiert auf einen Satz, weil offensichtlich 6 DIN-A4 Seiten heutzutage schon als so lang empfunden werden, das man sich dafür bedanken muss (keine Ursache übrigens, war mir ein Fest :-) ist die Motivation eines WoW-Süchtigen:

Annerkennung und Wahrnehmung seiner Person.







31.03.2007 17:08:31  
gabriele_farkefehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Annerkennung und Wahrnehmung seiner Person.

Ja, da hast Du recht!
Wie unendlich traurig ist es, dass diese Grundwerte, ohne die jeder Mensch kuemmerlich zugrunde geht, in den Familien heute nicht mehr selbstverstaendlich ist!

Seit 10 Jahren bete ich es vor, dass Onlinesucht die Schuld der Gesellschaft ist. Die Gesellschaft sind wir. Jeder einzelne. Aber selbst diese Erkenntnis wird nicht verstanden, ueberhoert, abgetan. Wie lange noch?


Gabriele Farke (HSO e.V.)

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31.03.2007 18:52:12    
Vindigofehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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hallo, ich habe mir deine Darlegung durchgelesen und finde sie wirklich sehr aufschlussreich. Vor allem die letzte noch am sinnbildlichsten mit dem Vergleich (stecker ziehen beim WoW ist wie den Stecker aus der Telefondose zu ziehen). Ist aber wirklich so. ICh spiele WoW auch regelmäßig wobei die Anzahl der Stunden in der Woche und am WE doch stark schwanken. Aber es fesselt einen auf jeden Fall. Auf jeden Fall darf man nicht (egal wie der eigene Standpunkt zu diesem Spiel ist) es als eine simple abhandlung von Pixeln und Daten abtun. Wenn man sowas tut könnte man ja auch zu da Vinci sagen: der kritzelt doch nur rum. Etwas als kindisch oder einfach nur als simples videospiel abzutun mag vielleicht für ein Konsolenspiel aus den anfänglichen Spielen angebracht sein aber WoW ist mehr.. es sind die Mitspieler und die sind echt vielleicht nicht die Avatare aber diejenigen hinter den Avataren. Wie du geschrieben hast mit dem Errechnen der Fischfang-quote das ist schon wahnsinn.. Die stecken da eine Geduld und Wissen rein, was sie außerhalb von WOW vermissen lassen. Das wäre schon eine glatte Eins in einer Mathearbeit über Wahrscheinlichkeitsrechnung aber da fehlt manchem Süchtigen der Zusammenhang, es ist zu abstrakt und nicht relevant zu seinem Charakter. Genauso das Handeln in WOW es verlangt doch mathematisches Können, Prozentrechnung (Drops der Items in den [RAID]Instanzen) daher sollte man auch als Elternteil mal sagen: wow, du kannst so super hier ausrechnen. Könntest du das nicht auch in der Schule? Auch ein wenig Anerkennung ist angebracht. Es ist nicht nur Bits und Bytes hübsch aufgemotzt. Der Fehler liegt immer im Detail, wenn die Leute die Wow-Sucht mit einer stoffgebundenen Sucht wie der nach Drogen vergleicehn. Da rate ich mal sich einen Apfel und eine Birne zu nehmen und sich zu fragen, warum ist der Fruchtgehalt der Birne anders wie der des Apfels oder was auch immer? Fällt da nicht was auf? Man kann es nicht vergleichen. Drogen sind einstimmig zu verurteilen, weil sie einen wirklich kaputtmachen. Da kann man nix beschönigen und auch nicht sich hineinversetzen weil man hier die Fakten von Suchtkliniken, Polizei und und und nachsehen kann, was beweist dass Drogenkonsum zum Tod führt. WoW führt aber nicht zwangsläufig zum Tod und wenn man einen Angehörigen hat, der so tief in dieser Welt festhängt dann braucht man wie du es schon geschrieben hast einen Zugang. Am besten kann man das wie beim HipHop sehen.. da gibt es soviele Begriffe und der Slang ist so undurchsichtig, dass keiner weiß was derjenige meint. Es ist ein Code den nur die Insider kennen. man wird nicht insider wenn man mal ein paar lieder gehört hat. Man will es auch gar nicht aber man braucht ja wenigstens eine Ebene wo man mit dem Betroffenen kommunizieren kann. Und man kann schon was erreichen wenn man sich etwas dafür interessiert wenn man sich schon nicht begeistern kann. Natürlich sind die meisten Eltern deren Kinder <18 sind in einer Zeit aufgewachsen wo man noch einfache Konsolenspiele hatte die einen Anfang und ein Ende hatten oder noch weit davor wo man nicht mal das kannte. Aber man kann sich doch nicht hinter der Meinung verstecken: das interessiert mich nicht. Der Junge/das Mädel spielt einfach zuviel und ich will das beenden. Damit beendet man aber nix. Und je mehr man da mit Druck usw. rangeht umso mehr kapselt sich der/die Süchtige ab und man kann gar nicht kommunizieren. Aber nicht nur von Eltern zu Kind sollte man so herangehen auch in einer Partnerschaft sollte man sich schonmal die Zeit und die Mühe machen wenigstens etwas mitreden zu können um es zumindest ansatzweise nachvollziehen zu können. Man muss es nicht mögen, was der Freund/Mann/Freundin/Ehefrau da spielt aber sich wenigstens damit befassen um auch in etwa abschätzen zu können ob mir der andere da was erzählen will was nicht so ist. Sicher, man hat nicht den durchblick und wird man auch nie haben wenn man es nie gespielt hat aber wenn man(n) /frau sich das erklären lässt und zumindest weiß ah, der geht jetzt in die INstanz xy und das dauert aber nicht lange oder er questet nur (was man jederzeit beenden kann ohne Konsequenzen) wo er sich doch mal die zeit nehmen kann für den Haushalt oder die Wünsche und Bedürfnisse des Partners. Tschuldigung wenn ich hier ziemlich wirr geschrieben habe. Feedback ist immer erwünscht :)


01.04.2007 17:07:19   
Jeannefehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Lieber Demosthenes

Ich bin eigentlich sehr begeistert über deine Abhandlung von Wow.
Zumal es nicht nur sehr gut das Leben in WoW beschreibt, sondern eigentlich auch
deutlich klarlegt, was die Leute in Wow machen. -> extreme Zielorientierte Vorgaben erfüllen
Und das im Team -> gemeinsam dem Ziel entgegen, wobei das ZIEL das wichtigste ist, nicht der einzelne.

Bin selbst Gildenmeisterin gewesen und kann sehr gut nachvollziehen was du da schreibst
bzw. was du da erlebt hast. War bei mir auch nicht viel anders.

Die von dir vorgeschlagene Vorgehensweise um das Interesse des/der Spieler/s zu erhalten, ist sicher ein Weg der für kurze Zeit Erfolg hat.
Nicht weil die Sätze einen speziellen Inhalt hätten, sondern weil zum ersten Mal statt „Spielst du schon WIEDER“ ein „FOR THE HORDE“ durch den Raum schallt und das im realen Leben von den eigenen Eltern und nicht aus dem Kopfhörer von wildfremden.
Um das zu verfeinern könnte man mit einem riesigen Schaumstoff-Clownhammer dem Kind/Partner auf den Kopf hauen.

Ja, jetzt hast du Aufmerksamkeit.
Wahrscheinlich auch einen extrem verdutzen Gesichtsausdruck vom Gegenüber.

Welche komödiantischen Einlagen müsste ich sonst noch darbieten, damit ich ein wenig mehr Aufmerksamkeit bekomme?
Wie kann die das reale Leben interessant genug gestallten, damit ich noch mehr Aufmerksamkeit bekomme?

Mittelfristig wird das reale Leben immer gegen eine Fantasiewelt verlieren, weil leider im Leben so viele Nachteile eingearbeitet sind
( Hunger, Schmerz, Rechnungen .. ) Wer will denn da noch Leben……………
Letztendlich, wenn der Storm weg bleibt……..

Egal was ich in der kurzen Zeit, in der ich Aufmerksamkeit hab, biete, es ist immer nur das schnöde Leben,
keine Drachen, keine Helden, nur blöde Ablenkung vom „ZIEL“ (siehe oben)

Das „Ziel“ ist von anderen erschaffen, vorgegeben oder gestellt.

Die Fähigkeit selbst kreativ aus eigenem Antrieb etwas zu wollen geht verloren.

Hierzu gibt’s gute Songtexte von „Wir sind Helden“

http://de.oleo.tv/songtext/wir-sind-helden/muessen-nur-wollen/
oder
http://de.oleo.tv/songtext/wir-sind-helden/ruessel-an-schwanz/


Und was kann man dann tun? „Strom abdrehn !!!!“
Ich kann mein Buch auch bei Kerzenschein sehn !!!!


Liebe Grüße



02.04.2007 13:51:03  
adventurerfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Eine Onlinespiel spielt man hauptsächlich wegen der Gemeinschaft.

Hier steckt aber auch das grösste Gefahrenpotential. Als Ex-Gildenleiter aus Everquest 2 kenne ich den sozialen Druck der dadurch entsteht.

Völlig egal wie das real life gerade aussieht, man muss da sein.

Daher sage ich mir nun Gilde - nein danke.

Ich werde nun - nun neu angefangen mit WOW diesmal - zunächst keiner Gilde beitreten. Extra einen Char gewählt, der sich für solo eignet, geplant ist viel spielen mit meiner Freundin. Extra einen vollen Server gewählt, wo sich viele "kurzfristige" Spieloptionen mit anderen ergeben werden.

Aber auf sozialen Druck habe ich während eines "Spiels" keine Lust mehr. Wenn ich dann später die grossen Instanzen so nicht spielen kann - mal sehen. Es gibt sicher auch lose Raidbündnisse ohne Gildenpflicht.

Aber anonyme fremde Spieler sollen nicht meine Handlungen bestimmen.



11.04.2007 14:31:42  
brontifehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Die Frage, welche ich mir immer wieder stelle ist, wie kommt es, dass sich Menschen von Gilden und anderem so sehr vereinnahmen lassen, dass es schon zum Zwang wird?
Ich persönlich bin auch WoW Spieler .. ich spiele an PCs schon seit ich 6 Jahre alt bin (nun 24) und bin bei WoW eingestiegen,w eil es ein gutes Spiel ist, weil es Spass macht, was ein Hobby ja tun sollte.
Ich bin in einer Gilde und spiele gern und viel (tat ich schon immer) .. allerdings würde ich nie einen Raidtermin über etwas wichtiges im "Reallife" stellen, oder mich gar tatsächlich verpflichtet fühlen "auf jeden Fall" dabei zu sein. Derzeit habe ich eine ganz erfolgreiche Karazhan Gruppe, bei der nicht die Leistung, sondern der Spass im Vordergrund steht und wenn jemand mal einen Abend keine Lust hat, macht er eben etwas anderes. Ich verstehe nicht, wie man sich so in eine Spielwelt "fesseln" lassen kann, wo man das im echten Leben niemals freiwillig zulassen würde.

Was deine Erklärungen angeht - Benutzer - so denke ich, dass du das Bild von WoW zu überspitzt zeichnest .. natürlich rechnet man sich gerne aus, wo was wann am effektivsten ist und es steckt mehr hinter WoW, als hinter den früheren Spielen, aber nicht Blizzard macht die Menschen hier durch die Spielmechanik "abhängig" .. die Menschen tzun es selbst.


12.04.2007 20:30:37  
Fleischkeksfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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Hallo erstmal,

@ Bronti: Wiso sich Leute von WoW so sehr vereinnahmen lassen ist denke ich recht einfach zu erklären. Ich denke es gibt 2 Arten von Spielern ( nicht nur in WoW ). 1. der recht kleine Teil der Leute ( ich würde mal sagen nicht mehr als 10% der Spieler ), die die nötige Distanz zum Spiel haben um es als ein Hobby zu sehen. Diese Menschen haben meistens ein relativ normales Real Life d.h. Familie, einen sicheren sozialen Stand und Erfolge im Leben.

Die 2te Art ( ca. 90% der Spieler ), sind meiner Meinung nach Menschen die sich in die virtuelle Welt flüchten, da aus welchen Gründen auch immer manche ihrer Grundbedrüfnisse sich nicht in der realen Welt erfüllen. Zum Beispiel soziale Kontakte oder ERFOLG. Das gefährliche an dem Spielkonzept von WoW ist, dass dem Spieler diese Bedürfnisse mit der nötigen Anstrengung/Zeitaufwand garantiert erfüllt werden. Da man immer wieder durch die Erfüllung von Quests Items bekommt die den Charakter verbessern. im Endcontent droppen diese Items in Raids bei Bossen. Dem Spieler werden folglich immer wieder kleine Erfolgshäppchen zukommen gelassen um ihn bei der Stange zu halten. Da sein Charakter immer besser wird bekommt der Spieler auch die nötige soziale Aufmerksamkeit, da in WoW die Spieler mit dem besten Equipment nun einmal von der breiten Masse bewundert werden.
um dies zu erreichen muss man im normal Fall nicht einmal viel "Skill" haben, da man an die begehrten epischen Itemsets einfach herankommt. Vorrausgesetzt man hat zb in einem 40er Raid 4-5 erfahrene Führungsspieler( meistens auch 5 verschiedene Klassen) denen man im normal Fall einfach zusehen kann und dardurch recht schnell raid spezifisches Verhalten lernt. Wenn dies gegeben ist ist es nur eine Frage der Zeit bis man sein Set komplett hat, da jeder Boss eine bestimmte chance hat ein bestimmtes Teil fallen zu lassen und man irgendwann auch die nötigen DKP ( Dragon Kill
Points. einfach bei Wikipedia nachschlagen das zu erläutern daurt zu lange) um sich die Items zu leisten. Außnahme sind Top-Gilden die eine vorreiter Rolle haben und als erste die neuen Instanzen schaffen wollen, da dort jeder jede Klasse kennen muss um die optimale Effizienz zu erreichen. Das ist auch der Grund wiso in erfolgreichen Gilden meisten sehr wenige der besagten 90% der Spieler enthalten sind, da man sich bewusst sein muss, dass es egal ist was der Boss fallen lässt, weil das erklärte Ziel ist es: Den Boss zu besiegen. Dies verstehen die meisten Leute nicht die den "schnellen" Erfolg ohne viel Aufwand möchten ( wird auch als Item-geil bezeichnet). Somit ist die optimale Sucht-funktion des Spiels geschaffen, da die 90% der vergleichweise erfolglosen Spieler immer bei der Stange gehalten werden a) durch kleine Erfolge ( Quests, random Dropps, einen anderen Spieler besiegen) b) durch das ewige Streben so gut zu sein wie die Elite bzw die gleichen Items zu besitzen, was sie aber nie erreichen werden bevor sie das System nicht durchschauen.
Dies geht soweit, dass sich die Leute ihren Gildenmeistern bzw Raidleitern fast bedinungslos unterwerfen ( siehe fragen ob man aufs Klo darf ) und einfach stupide Befehle ausführen nur um irgendwann einmal in Ogrimmar auf dem Dach der Bank stehen zu können und zuzuschauen wie sich Jemand unauffällig neben einen stellt und 15 min lang die Items die man trägt angafft. Dann hat man es geschafft. Ab diesem Punkt wird das Spiel langwielig weil man bis zum nächsten Patch/ AddOn nichts mehr zu tun hat außer gelangweilt irgendwelche anderen Spieler umzunieten sozusagen als ersatz Erfolgshäppchen bis der Endcontent erweitert wird.

Danke fürs lesen. Feedback ist wie immer erwünscht. Ich hoffe es entsteht Diskusionsbedarf.

MFG Fleischkeks ( Raidleiter / CO-Gildenleader)

PS: ich spiele nicht mehr aber ich haben seit dem Release bis Anfang 07 gespielt und hoffe meine Erfahrungen mitteilen zu können.


Theorie ist, wenn man alles weiß und nichts funktioniert.
Praxis ist, wenn alles funktioniert und keiner weiß warum.


bearbeitet von Fleischkeks am 13.04.2007 11:02:47
13.04.2007 00:16:20   
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Ich hab mir mal ein paar gedanken zum thema community innerhalb eines MMORPGs gemacht.

Am Beispiel eines Vergleiches zwischen Everquest 2 und WOW sei hier angezeigt, welch zentrale Rolle die Community spielt :

Im grunde ist eq2 besser - man hat ein eigenes zimmer, kann viel mehr craften, viel mehr einstellen an Interface und Grafik, die grafik engine ist um meilen besser. allgemein kann man viel mehr handeln in jeder Hinsicht.

aber - es spielen einfach zuwenige leute eq2.

und ohne spieler :

- kommt man beim leveln und questen nicht weiter
- hat weniger möglichkeiten was gameplay/aktivitäten angeht
- kann weniger im auktionshaus kaufen und verkaufen
- titel und status haben keinen sinn, weils keine anderen spieler sehen oder zuwenige
- pvp artet in warterei und langeweile aus
- die programmierer haben zuwenig geld zum weiterentwickeln, dadurch wird die welt langweiliger, eintöniger, wirkt programmiert da die feinabstimmung fehlt

eigentlich scheisse...EQ2 wär das "bessere" spiel, wenn es mehr leute spielen würden.


bearbeitet von adventurer am 13.04.2007 13:32:10
13.04.2007 13:22:51  
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geschrieben von Fleischkeks am 13.04.2007 00:16:20
1. der recht kleine Teil der Leute ( ich würde mal sagen nicht mehr als 10% der Spieler ), die die nötige Distanz zum Spiel haben um es als ein Hobby zu sehen. Diese Menschen haben meistens ein relativ normales Real Life d.h. Familie, einen sicheren sozialen Stand und Erfolge im Leben.

Die 2te Art ( ca. 90% der Spieler ), sind meiner Meinung nach Menschen die sich in die virtuelle Welt flüchten, da aus welchen Gründen auch immer manche ihrer Grundbedrüfnisse sich nicht in der realen Welt erfüllen. Zum Beispiel soziale Kontakte.


Das sehe ich anders - deine Ansicht ist viel zu "einfach". Es gibt auch viele "heavy user", die arbeiten gehen, in beziehung sind, und nicht umbedingt "flüchten". Was richtig an deiner Ausführung ist, ist die Rückführung auf unerfüllte Grundbedürfnisse. Aber wenn man das als Flucht bezeichnet, dann gibt es da auch die Gruppe der "Tanzsüchtigen", "Sportsüchtigen", "Eisenbahnsüchtigen", "Seriensüchtigen" etc, alles Leute, die ein "Hobby" exzessiv betreiben, weil es scheinbar bedürfnisbefriedigend ist.

Auch frage ich mich, warum nur 10 % das game normal performen sollen. Außerhalb von WE und Feierabendzeiten sinken die besucherzahlen auf den servern gewaltig - was vermuten lässt, das der grösste teil der besucher eben keine heavy user sind.





bearbeitet von adventurer am 13.04.2007 13:30:13
13.04.2007 13:27:31  
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Hm,

Der Sinn eines Hobbys ist wie du richtig sagst die Befriedigung von Bedürfnissen. Die Frage ist nur ob ich soweit komme meine Bedürfnisse in der realen Welt zu befriedigen oder ob ich aus welchen Anlässen auch immer dies nicht kann und mich dann in eine virtuelle Welt begebe in der ich diese befriedigung "einfacher" erhalte, da zb alle Charaktere die optimale Fitness haben, die man vielleicht selbst nicht hat um bestimmte Hobbys ausüben zu können. Das würde ich auch nicht als Flucht bezeichenen( sry hab mich vielleicht ein wenig blöd ausgedrückt ). Ich würde das aufsuchen dieser virtuellen Welt aus sozialen/psychischen Gründen als Flucht bezeichenen, wenn man dardurch Problemen in der rellen Welt aus dem Weg geht.

zu den 10%. Ich würde das nich "normal performen" nennen, da beide Wege eine Art zu Spielen sind. Wie man ein Spiel normal spielt kann man nicht beantworten denke ich.
Zu den Online Zeiten denke ich das man grade daran sieht ( WE / Feierabend), dass die Leute jede freie Sekunde nutzen um zu spielen.

mit den heavy usern die arbeiten gehen etc hast du recht, ich habe ja auch geschrieben, dass grade diese Leute in den erfolgreichen gilden sind. und die 10% sind vielleicht ein wenig niedrig gegriffen aber auf jedem Server gibt es ca 4-7 Top Gilden und das ist ja kein sehr großer Teil der Spieler.


13.04.2007 17:41:54   
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