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| EISHOCKEY / MORGEN SPITZENSPIEL IN DER ZWEITEN LIGA IN BIETIGHEIM-BISSINGER EISARENA IM ELLENTAL
Dresdner Löwen als Gipfelstürmer
Aufsteiger führt überraschend die Tabelle an – Statt Klassenerhalt nun Play-Offs das Saisonziel
Zuschauer, Fans, Sponsoren und Verantwortliche der Steelers aus Bietigheim-Bissingen und der Eislöwen aus Dresden haben derzeit eine Gemeinsamkeit: Sie dürfen sich über den tollen Saisonstart ihrer Mannschaften freuen, der sie auf die Plätze eins und zwei geführt hat. Mit einem Tor Vorsprung führt der Aufsteiger aus Dresden die Tabelle vor den Steelers an. Am morgigen Freitag sind die Eislöwen zum Topspiel des neunten Spieltages in der Bietigheimer Eisarena im Ellental zu Gast (Spielbeginn 20.00 Uhr).
„An der Tabellenspitze ist es perfekt, das muss man genießen“, freut sich Daniel Körber, mit vier Treffern neben David Musial Dresdens erfolgreichster Torschütze über den Platz ganz oben und lobt seine Mitspieler: „Der Teamgeist ist super, der Kampfgeist optimal.“
Nach sieben Siegen aus acht Spielen und Platz eins haben die Dresdner Eislöwen ihr Saisonziel korrigiert, blicken statt auf den Klassenerhalt nun auf die Play-Offs. „Wir sind immerhin Tabellen-Erster. Da müssen wir uns natürlich mit diesem Gedanken befassen“, gibt Manager Jan Tabor zu. Wie hoch die Ansprüche bereits gestiegen sind nach dem Traumstart in der neuen Liga machte der neue Torhüter Marek Mastic nach dem gewonnen Penaltyschießen gegen seine ehemalige Wolfsburger Mannschaft am Sonntag deutlich. „Die fünf Punkte waren zwar absolut perfekt, es hätten aber sechs sein müssen, denn zwei Tore gehen auf meine Kappe“, entschuldigte sich der Klasse-Keeper beinahe noch bei seinen Teamkollegen.
Durch die Siegesserie der Mannschaft von Trainer Jiri Kochta ist die anvisierte Punkterechnung durcheinandergekommen. Vor der Saison hatten die Verantwortlichen ausgerechnet, pro Hauptrunden-Viertel auf 18 Zähler kommen zu müssen, um am Ende die Klasse zu halten. Nun haben die Dresdner fünf Spieltage vor Beendigung des ersten Runden-Viertels schon 20 Zähler.
Waren die Eislöwen nach dem Sprung auf Platz eins am vorletzten Wochenende noch als Zufalls-Spitzenreiter gehandelt worden, so haben sie diese Einschätzung am vergangenen Wochenende eindrucksvoll widerlegt und den Platz ganz oben mit einem 6:4-Sieg in Bremerhaven und einem 5:4-Sieg nach Penaltyschießen gegen Wolfsburg eindrucksvoll bestätigt. Also keinesfalls alles nur Zufall.
Bissig bei Rückstand Richtig bissig werden die Eislöwen, wenn sie in Rückstand geraten sind. In Bremerhaven lagen sie 0:1, 1:2 und 2:3 zurück, gegen Wolfsburg nach sieben Minuten schon 0:2, später noch 2:3 und 3:4.
Die sportlichen Erfolge in der Zweiten Bundesliga mit den sechs Siegen in Serie haben an der Elbe mittlerweile auch potenzielle Sponsoren aufhorchen lassen, der kalkulierte Zuschauerschnitt von 2000 Besuchern pro Heimspiel ist schon übertroffen worden.
Der Aufsteiger ist allerdings auch keine Ansammlung heuriger Hasen, sondern eine gestandene Truppe. Die Hälfte des Aufstiegskaders wurde ausgetauscht. Gekommen sind drei Spieler vom DEL-Absteiger Wolfsburg: Torhüter Marek Mastic und die Stürmer Andrej Kaufmann und David Musial, aus Essen kam Verteidiger Sergej Stas, von den Eisbären Regensburg wechselten Daniel Körber und Daniel Menge zu den Eislöwen und aus Nottingham veränderte sich Mikhail Nemirovsky an die Elbe. Diese neuen Cracks sind – Ausnahme Daniel Menge – alle über 30 und haben jede Menger Erfahrung auf dem Buckel. Die kann auch Trainer Jiri Kochta im Übermaß aufweisen. Als Spieler wurde er mit der damaligen CSSR, für die er 148 Länderspiel bestritt, Weltmeister, zweimal Europameister und Silbermedaillengewinner bei Olympia. Als Trainer war Kochta, der diesen Dienstag seinen 59. Geburtstag als Tabellenführer der Zweiten Bundesliga feiern durfte, auch schon beim Mannheimer ERC, dem Heilbronner EC, Hedos München, bei den Revierlöwen Oberhausen und dem EV Duisburg tätig. Offensichtlich hat Jiri Kochta am Sonntag im Spiel seiner Eislöwen gegen die Grizzly Adams aus Wolfsburg schon zwei ganz heiße Anwärter auf die Topplätze gesehen, denn er griff verbal zu Superlativen: „Das war super von beiden Seiten. Wolfsburg hat super Spieler, die Zuschauer haben ein super Spiel gesehen.“
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