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| Sucht - 26.12.2009 |
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| Group: Administrator Level: Posts: 15 Joined: 3/14/2010 IP-Address: saved ![]() | Der Grund den Thread Sucht zu benennen hat sich aus dem folgenden Kommentar von piratesgirl ergeben, den ich im Folgenden PK benenne. PK macht m.E. die Energiequelle sichtbar, die die für das herrschende kapitalistische System unverzichtbare Symbiose speist, aus tradiertem normativen Denken und Bedürfnisbefriedigung über Konsum. Weil PK m.E. den Nagel defizitäres zwischenmenschliches Konstrukt schon auf den Kopf trifft, möchte ich dem PK trotzdem noch drei Punkte hinzufügen. [1] Die latent getrennt vorhandenen weiblichen und männlichen Gesellschaften vereinigen sich zu einer Suchtgesellschaft. Die unsinngerweise oft als Spaßgesellschaft bezeichnet wird. Dieser Spaßgesellschaft zum Hohn, sind die Wertungen ihrer geliebten Weltanschauung Heteronormativität mit ihrer sozialen Norm Heterosexualität. Die ist nämlich weder spaßig noch lust- und lebensfreundlich. [2] Monogamie ist meiner Meinung nach, kein soziales Konstrukt, sondern eine sexuelle Variante wie z.B. Selbstbefriedigung, Promiskuität, Homosexualität und Asexualität. [3] Dass explizit die polyamore Beziehungsvariante die feudalistische Variante der Aufklärung "teilweise" als Grundlage hat. Nur "teilweise", weil die feudalistische Genuss- und Verschwendungssucht die Sexualität nicht heuchlerisch der Liebe opferte, die in dieser Zeit noch das war, was sie ist, nämlich ein emotionaler Rausch und kein obskures ideologisches Konstrukt, das erst in der Zeit des romantischen Bürgertums entstand und bis heute die Gehirne verseucht. Dass der Liebe schon seit biblischen Zeiten alles Mögliche an die Backe geheftet wurde, ist ein anderes Thema. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass jeder von uns die Fragilität sowie die Flüchtigkeit der Liebe kennt. Weder über die Liebe noch über einen Menschen können wir frei nach Gusto verfügen. Die Liebe ist etwas Herrliches, man könnte sie sogar als überirdisch bezeichnen, weil sie einem so losgelöst vom grauen Alltag erscheint. Aber warum empfindet man es so? Warum wird so selten die Liebe als das belassen was sie ist: Ein überbordender emotionaler Rausch? Die relevante Antwort auf diese 2 Fragen führt mich zum PK zurück. Die seit der Kindheit bestehende Sehnsucht nach liebevoller Anerkennung und Geborgenheit soll u.a. mit der idealisierten Liebe gestillt werden. Das absurde Beziehungskonstrukt (egal ob mono oder poly) aus ursprünglich getrennter Sexualität und Reproduktion, soll ausgerechnet die flüchtige Liebe ermöglichen und zusammenhalten? Geglaubt wird ja vieles und noch mehr wird so lange an Ansichten, Überzeugungen herumgeschraubt, bis sie ausreichend passen. Das so entstandene Produkt ähnelt m.E. aber mehr einem Flickenteppich aus Kompromissen, als einer alternativen Lebensweise. Natürlich kann niemand eine alternative Lebensweise aus dem Ärmel schütteln, aber eine Neue mit demselben tradierten normativen Denken und Handeln zu gestalten, kann nicht funktionieren. Und schon gar nicht, wenn ausschließlich die Liebe fokussiert wird und alles andere nebenbei nach Lust und Laune diskutiert wird, wenn es dazu überhaupt kommen sollte. Unter anderem deswegen, sind für mich Aussagen wie (..) ich bin polyamor (..) nicht integer, weil es dieser Aussage nicht bedarf, es sei denn, es wird als elitäres Etikett gebraucht. Auch das Festhalten an Hierarchien erscheint mir in diesem Zusammenhang dubios. Ich wage zu behaupten, dass Liebe mit der Hierarchie Haupt- und Nebenpartner unvereinbar ist, sie ist m.E. nicht zuweisbar oder teilbar. Liebe ist, sie findet statt oder eben nicht. Mir liegt es allerdings fern zu behaupten, hier wird nur Etikettenschwindel betrieben. Gleichwohl stellt sich mir die Frage, wozu braucht es Etiketten? In erster Linie bin ich Mensch. Und kein Polyamorer, kein Polygamer, kein Monogamer, kein Promisker, auch kein Homosexueller sowie kein Asexueller. Das sind nur Möglichkeiten, die ich alle in mir habe. Die ich leben kann oder auch nicht. Die weder richtig noch falsch sind. Es kann ja nicht sein, dass ein Attribut den gesamten Menschen definiert. Zurück zum PK. Bin ich nicht in der Lage, mich selbst zu lieben, mich selbst zu befriedigen, kurzum, mir selbst zu genügen, dann fehlen mir nicht nur unabdingbare Voraussetzungen andere lieben und befriedigen zu können sondern ich mache mich zum willenlosen Sklaven anderer, die meine Bedürfnisse nach Lust und Laune befriedigen oder mich am ausgestreckten Arm verhungern lassen können. PS. Ich werde mich hier höchstwahrscheinlich nicht vorstellen, weil ich mit den hier vertretenen polyamoren Ansichten nicht konform gehn kann. Ich lebe seit den 60er Jahren, das, was ich kann und was mir gefällt. Mainstream habe ich bis heute immer abgelehnt. Hatte weder einen Trauschein noch habe ich eigene Kinder. Vergönnt war mir allerdings ca. 20 Jahre lang sozialer Vater zu sein. PPS. Das Obige ist nicht als Provokation gedacht, sondern spiegelt meine Meinung wieder, wie ich sie auch in anderen Foren, Blogs, Online-Zeitungen etc. vertrete.
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| 9/15/2010 11:53:02 PM | ![]() | |
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