Mensch!?!
Ein sich selbst nicht kennendes Wesen?
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Forum Overview » K1 » 2010 » Mythos Individualität - 18.03.2010 – 13:08:14
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Mythos Individualität - 18.03.2010 – 13:08:14
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Das seit ca. 6.000 Jahre existierende Patriarchat kann zweifellos als größte gesellschaftliche Fehlentwicklung bezeichnet werden. Waren für die Gemeinschaften davor sowohl Gleichberechtigung als auch mit der Natur zu leben noch die Grundlagen, änderten die sich durch das systembedingte Macht- und Besitzdenken radikal.

Das entstandene System mit seinen sozio-ökonomischen und machtpolitischen Konzepten ist das Wohlergehen und die Würde des Individuums gleichgültig. Die Sozialisierung vermittelt somit nur Normen der Anpassung an das System, und mit beliebigen Mythen wird eine gewisse Konstanz der jeweiligen Kultur erreicht.

Die politischen Aspekte dieser Kultur beinhaltet aber keine Konzepte mit ethischen Werten für Liebe, sexueller sowie individueller Selbstverwirklichung, sondern nur die, die zur Erhaltung der Machtverhältnisse des Gesellschaftskonstrukts notwendig sind.

Das als selbstverständlich und unverzichtbar geltende Individuelle entpuppt sich als mythologisierte Egotrips süchtig Bedürftiger. Die Konstanz für das System wird also auch mit Sucht erreicht. Keine Frage: Das sind keine Tatsachen um Begeisterung auszulösen. Da wir heutzutage genug damit zu tun haben, überhaupt die vorgegebenen Ziele der Sozialisierung zu verwirklichen, wo Anpassung oberstes Gebot ist, wird der Mythos Individualität unverzichtbar.

Wer will schon realisieren, dass er nur einer unter vielen ist? Sozusagen; ein gesichtsloses Massenprodukt. Wohl niemand. Nichtsdestotrotz konsumieren fast alle dasselbe. Außerdem glauben auch fast alle an das westlich kulturelle Kunstprodukt Liebe. Bspw. hat aber der Liebeskodex a la Hollywood mit Liebe definitiv nichts zu tun, sondern ist nur ein weiterer mythologisierter Süßstoff aus dem systemerhaltenden Depot Verarschung.

Nun sind weder Individualität noch Liebe nur systemerhaltende Erfindungen. Der Haken daran sind die systemkonformen Wertungen. Wer diese akzeptiert, was die meisten ja machen, verhindert dadurch, dass der zarte Keimling Individualität zur Pflanze wird, die sie zweifelsfrei werden könnte. Die sich aber nur dann optimal entwickelt, wenn sie die notwendige Aufmerksamkeit bekommt. Und der völlig übertriebene Konsum ist dafür nicht nur der schlechteste Dünger, sondern widerspricht auch der Individualität. Zweifellos ein Paradox.

Aber mit Paradoxa hatte und hat das System noch nie Probleme gehabt. Was über Ehe, Liebe, Sexualität und Individualität gedacht und gelebt wird, dient also nur der Aufrechterhaltung des bestehenden Systems.

Wodurch die Individualitätssucht entsteht, ist also einerseits die unerträgliche Tatsache ein Niemand zu sein andererseits ist dafür die vorhandene Bedürftigkeit eine anscheinend nie versiegende Quelle. Wer sich aus diesem Teufelskreis befreien will, was zweifellos möglich ist, muss sowohl seine Ansichten und lieb gewonnen Gewohnheiten als auch das System an sich in Frage stellen. Diejenigen die es wagen können sich darauf verlassen, dass ihnen keine sanfte Brise ins Gesicht weht, sonder ein Sturm. Entfacht durch ewig Gestrige sowie der allgemeinen bürgerlichen Moral. Nicht zu vergessen sind diejenigen, die sowieso glauben, dass es uns eigentlich ganz gut geht und deswegen kann das System ja gar nicht so schlecht sein.

Nicht schlecht, als zu akzeptierendes Kriterium ist allerdings definitiv schlecht. Zumal u.a. die rücksichtslose weltweite Vernichtung von Ressourcen sowie die Klimaveränderung die Lebensgrundlage aller bedrohen. Und das ist ja schließlich systembedingt.

Fazit: Es macht keinen Sinn, nur die negativen Symptome eines Konstrukts zu beseitigen; wie z.B. die pseudo Individualität; wenn schon das Konstrukt an sich negativ ist.

PS. Die angesprochene Bedürftigkeit ist ein eigenes Thema wert.

Frank


Ich rede nicht mit jedem, aber arrogant bin ich nicht.
3/18/2010 1:42:10 PM   
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