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| Bei uns steht gerade ein Umbau im Bad an und ich merke, das ich vorher deutlich mehr hätte nachdenken sollen
Kurz zur Lage: mein Schwiegervater ist im Frühjahr zu uns gezogen, er kommt im Stehen nicht lange klar und duscht im Sitzen. Wir haben eine Eckkabine, die vorher völlig gereicht hat, für zwei Erwachsene ohne Einschränkung war das kein Thema. Mit Hocker drin ist es aber einfach zu knapp, er stößt beim Hinsetzen seitlich an und zum Abstützen ist praktisch nichts da
Was ich in den letzten Wochen gelernt hab, in der Reihenfolge wie es mir aufgefallen ist:
1. Der Hocker braucht selbst schon Fläche, das unterschätzt man komplett. Man denkt an die Sitzfläche und vergisst die vier Füße, die stehen breiter als man glaubt
2. Es geht nicht nur ums Sitzen, sondern ums Aufstehen. Dafür braucht er links und rechts Platz für die Arme, sonst zieht er sich an der Tür hoch und das will ich adnn wirklich nicht
3. Manchmal muss meine Frau mit rein, zum Haare waschen oder am Rücken. Zwei Leute in der alten Kabine sind schlicht nicht drin, da steht man sich gegenseitig auf den Füßen
4. Der Ablauf sitzt bei der alten Wanne an einer Stelle, die bei einer größeren Variante nicht mehr passt. Das hab ich erst gemerkt, als der Installateur da war, ka warum ich das nicht vorher geprüft hab
5. Die Wände sind bei uns nicht rechtwinklig, Altbau. Ich hab beide Wandseiten getrennt gemessen und da waren fast zwei Zentimeter Unterschied
Btw, ich hab mich vorher durch ziemlich viele Seiten geklickt und überall steht, das kleine Kabinen platzsparend sind, was ja stimmt, nur hilft mir das hier nicht weiter. Ngl, ich bin mir bei der Größe immer noch unsicher, weil das Bad nicht endlos Platz hat, aber deutlich mehr als jetzt muss es werden
Hat hier jemand so einen Umbau schon durch und weiß, ab welcher Größe das mit Hocker und einer zweiten Person wirklich entspannt funktioniert
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| Ich würde bei eurer Situation ehrlich gesagt nicht mehr versuchen, mit 90 mal 90 oder irgendeiner ähnlich kompakten Lösung auszukommen. Sobald ein Duschhocker drinsteht und daneben noch jemand helfen können soll, ist der Platz erstaunlich schnell weg. 100 mal 100 wäre für mich eher die absolute Untergrenze. Wenn das Bad es irgendwie hergibt, würde ich eher Richtung 120 mal 100 oder sogar 120 mal 120 gehen. Gerade die zusätzliche Breite macht beim Aufstehen und beim seitlichen Abstützen einen riesigen Unterschied.
Was ich dabei fast noch wichtiger finde als die reine Größe, ist der Einstieg. Ich würde nach Möglichkeit bodengleich bauen und eine möglichst große Öffnung einplanen. Bei manchen Kabinen hat man zwar auf dem Papier viel Fläche, verliert aber durch Türen, Profile und feste Seitenteile wieder ordentlich Bewegungsraum. Eine offene oder teilweise offene Lösung kann deshalb sinnvoller sein. Dazu würde ich direkt vernünftige Haltegriffe an den Stellen setzen lassen, an denen dein Schwiegervater sie beim Hinsetzen und Aufstehen wirklich erreichen kann. Das würde ich sogar vorher mit ihm ausprobieren und nicht einfach nach irgendeiner Standardhöhe montieren lassen.
Und deine Erfahrung mit dem Ablauf und den schiefen Altbauwänden zeigt eigentlich schon, warum ich das diesmal komplett mit dem Installateur vor Ort planen würde. Hocker reinstellen, Bewegungsfläche markieren und einmal simulieren, wie deine Frau danebensteht und hilft. Dann merkt man innerhalb von fünf Minuten, ob 100 mal 100 reicht oder ob man sich später jedes Mal ärgert. Wenn es räumlich machbar ist, würde ich bei zwei Personen plus Hocker lieber ein paar Zentimeter mehr einplanen als am Ende wieder genau an derselben Stelle zu sparen.
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