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Forum Übersicht » Ernste Themen » Religion, Esoterik, Astrologie, Sternzeichen » Die Neuapostolische Kirche - Erfahrungen eines früheren Mitglieds·
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Die Neuapostolische Kirche - Erfahrungen eines früheren Mitglieds·
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Liebes Forumsmitglied, lieber Leser!

Man findet in jüngster Vergangenheit erstaunlich viele Berichte im WWW über die Neuapostolische Kirche, vorwiegend solche mit kritischem Inhalt. Und nach vielen Jahren der Zugehörigkeit zu dieser Glaubensrichtung war es auch für mich an der Zeit, die Lehre der NAK kritisch zu hinterfragen.

Wie viele NAKler meines Alters, ich bin jetzt 40 jahre alt, wurde ich in diese Kirche ´hineingeboren´ und von Anfang an mit den Statuten der NAK vertraut gemacht. Nun mag man fragen, inwieweit ein Kleinkind bereits durch die Zugehörigkeit zu einer freikirchlichen Gemeinde beeinflusst werden kann. Nichteingeweihte würden sich wundern, wie groß der Einfluß innerhalb der NAK bereits auf Kinder im Vorschulalter sein kann. Meine früheren Glaubensbrüder und -schwestern, die ebenfalls eine kritische Betrachtung zugelassen haben, wissen sehr gut, wovon ich spreche. Bereits im Kindesalter wurde uns immer wieder vorgehalten, dass wir etwas ´Besonderes´, nämlich Gotteskinder sind. Seitens der Eltern wurde uns eingetrichtert, dass wir Achtung und Respekt vor den Segensträgern haben müssen, da diese sozusagen die rechte Hand Gottes sind. Und so saßen wir regungslos jeden Sonntag Morgen, jeden Sonntag Nachmittag und jeden Mittwoch Abend in der Kirchenbank und trauten uns nicht, nur den geringsten Laut von uns zu geben, denn dort vorne am hölzernen Altar sprach ja der liebe Gott höchstpersönlich.

Dann kam die Zeit der ´Sonntagsschule´, in welcher wir Kinder mit dem Werk Gottes vertraut gemacht wurden und ich erinnere mich an so manchen ´Kindergottesdienst´ in unserer Gemeinde in Hof/Saale. Gemeinsam mit den anderen Kindern sang ich ´Kleine Tropfen Wasser...´ aus voller Kehle und probte mit den anderen im Kinderchor. Die NAK gehörte zu meinem Leben und entsprechend wurde ich auch neuapostolisch erzogen ... mit jeder nur erdenklichen Konsequenz. Mein Vater war Dirigent unseres Kirchenchores, meine Mutter spielte die Orgel und innerhalb unserer Familie wimmelte es regelrecht von Priestern, Vorstehern und anderweitig aktiven Kirchenmitgliedern. Ich war umgeben von der allgegenwärtigen Lehre der neuapostolischen Kirche. Als Kinder wurden wir zur ´Weinbersgarbeit´ mitgenommen, was ausgedeutscht nichts anderes bedeutet, dass wir Dienstag abends durch die Straßen unserer Heimatstadt zogen, an den Haustüren läuteten und ´Zeugnis brachten´. Verzeihung ... für Nicht-NAKler: Wir luden aufs Geradewohl wildfremde Menschen ein, unsere Gottesdienste zu besuchen. Doch nicht genug damit! Auch als Kinder wurden wir angehalten, in der Schule und im Freundeskreis nicht nur ein strahlendes Vorbild im Geiste der Neuapostolischen Kirche zu sein, sondern nach bestem Wissen und Gewissen in unsere Kirche einzuladen.

Diese Aktivitäten blieben tatsächlich nicht ohne Folgen, denn seitens meiner Schulfreunde, deren Eltern und anderen Bekannten aus der Nachbarschaft wurde ich zunehmend gemieden. Immer wieder wurde uns seitens der Segensträger erklärt, dass wir doch zur ´kleinen Herde Jesu´ zählen und uns das zu Lichtgestalten auf dieser dunklen Erde macht. Als Kind glaubt man alles!

Nebenbei bemerkt:

In der NAK ist sehr oft von Schafen und dem ´guten Hirten´ die Rede. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass man, um in der NAK glücklich zu werden, zunächst einmal Eines sein muss: EIN DUMMES SCHAF! Aber dazu später!

Zugegeben, es gibt auch schöne Erinnerungen an meine neuapostolische Kindheit. Wir machten mit den umliegenden Gemeinden Ausflüge mit dem Bus, der Gesang im Kinderchor machte mir viel Freude und ich lernte einige wenige, sehr liebe Menschen kennen. Ich fühlte mich als junges, aber dennoch anerkanntes Mitglied dieser großen Gemeinschaft und das war für mich ein Trost, denn außerhalb der NAK war mein Stand kein leichter.

Ich wurde älter.

Mit 14 Jahren wurde ich konfirmiert und legte mein Konfirmationsgelübde ab. Erinnern Sie sich?

"Ich entsage dem Teufel und all´ seinem Werk und Wesen und übergebe mich Dir, oh dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist im Glauben, Gehorsam und ernstlichen Vorsatz Dir treu zu sein, bis an mein Ende! Amen!"

Was dieses Gelübde bedeutet, war mir seinerzeit nicht bewusst. Aber ich hatte den Hauch einer Ahnung, in welche Richtung diese Worte zielten, denn schon vor meiner Konfirmation wurde ich dazu erzogen, dem Teufel zu entsagen. Was aber bedeutet dies für einen neuapostolischen Christen? Dazu muss man bedenken, dass grundsätzlich alles, was nicht direkt von der NAK kommt, grundsätzlich und vorsorglich als Teufelswerk bezeichnet wird. Dies hieß zu damaliger Zeit im Klartext (inzwischen hat sich manches verändert):

- Fernsehen ist tabu (Teufelswerk)
- Kino ist tabu (Teufelswerk)
- Theater ist tabu (Teufelswerk)
- mit Freunden lachen, die nicht zur NAK gehören, ist tabu (Teufelswerk)
- Disco ist tabu (Teufelswerk)
- Volksfest ist tabu (Teufelswerk)
- Karneval (Fasching) ist tabu (Teufelswerk)
- Fragen sind tabu (Teufelswerk)
- Ungehorsam den Eltern und Segensträgern gegenüber ist absolut verboten (Teufelswerk)
- Eine eigene Meinung zu haben ist verboten (Teufelswerk)

Um es mal ganz drastisch auszudrücken, wurde uns Kindern bereits jede Entwicklung von Individualität untersagt, sollte diese vom Glaubens- und Segenswerk abweichen. Ich weiß noch, dass ich als einziges Kind beim Fasching im Kindergarten nicht kostümiert war und entsprechenden Spott ernten musste. Der Kommentar meiner Mutter dazu: "Wenn du Dich verkleidest und der Herr Jesus kommt, um die Seinen zu sich zu holen, dann erkennt er Dich nicht und lässt Dich zurück!" Man muss sich diesen Wahnsinn einmal vorstellen! Der erhobene Zeigefinger war Bestandteil unseres Glaubens und als Kinder wurden wir mit dem Thema ´Tod´ auffallend häufig konfrontiert. "Herr, komme bald!" heisst es in einem der Kirchenlieder! Und das sangen wir als Kinder zusammen mit den Erwachsenen, ohne uns darüber im Klaren zu sein, was wir singen. Während andere Kinder sich auf ihre Zukunft freuen sollten, sangen wir von der Zeit, dass Jesus kommt und uns von der Welt entrückt! Über alle dem schwebte die Warnung, dass alle, die im Glauben ungehorsam sind, bei der Wiederkunft Christi zurückbleiben. Und es war die Rede davon, dass dann auf der Erde Kriege, Erdbeben und Katastrophen herrschen. Haben Sie eine Ahnung, wie sich solche angedrohte Szenarien auf ein Kind auswirken? Ich erinnere mich, dass ich eines Nachts aufwachte und meine ELtern rief ... aber sie waren nicht da! Wie sollte ich, damals etwa 5 Jahre alt, ahnen, dass sie bei den Nachbarn sitzen (was nicht oft vorgekommen ist)? In meinem schlimmsten Gedanken stellte ich mir vor, dass Herr Jesus meine Eltern geholt hat und ich nun ganz alleine auf dieser Welt bin! Ich bekam Panik und schrie mir die Seele aus dem Leib!

Machen wir einen Zeitschritt nach vorne! Ich wurde als Jugendlicher in der NAK in Hof mehr und mehr zu einem Rebell! Zweifellos hatte ich dort Freunde, die mir viel bedeuteten. Junge Menschen in meinem Alter und etwas älter. Zu diesen konnte ich jederzeit kommen, bekam Hilfe und Unterstützung. Aber es waren die Menschen und Ihr Charakter, der sie zu meinen Freunden machte, nicht unser Glaube. Manchmal hatte einer dieser Freunde den Mut, leise Kritik an unserer Kirche zu üben, aber der Mut reichte nicht, dies in der Öffentlichkeit zu tun. Man übte sich in Demut und Gehorsam, denn der warnende Finger Gottes schwebte zu jeder Zeit über allem.

Ich begann zu rauchen ... und wurde gerügt! Ich ließ mir einen Ohrring stechen (damals bei Männern noch eher selten) ... und wurde verspottet. Manche zeigten mit dem Finger auf mich und neuapostolische Eltern rieten ihren heranwachsenden Sprösslingen, sich von mir fern zu halten. Einige der ´Super-Neuapostolischen´ mit 300%igem Glauben attackierten mich aufgrund meiner Einstellung. Ja, es war eine Eigenschaft der NAK, mit dem nackten Finger auf angezogene Leute zu zeigen. Wer vom gewünschten Allgemeinbild abwich, wurde zum Außenseiter gemacht! Diese Erfahrungen prägten meine Zweifel noch mehr! Wurde am Altar nicht von Verständnis, von Nächstenliebe und Vergebung gepredigt? Wo war sie nun, diese Nächstenliebe und die Tolleranz?

Nun mag man vielleicht den Eindruck bekommen, ich wäre ein ´Hans-Dampf-in-allen-Gassen´ gewesen! Aber davon war ich weit entfernt! Ich besuchte die Gottesdienste, sang im Kirchen- und Jugendchor, ging zur Weinbergsarbeit. Ich trank keinen Alkohol, zog nicht nächtelang durch die Straßen und war an sich das, was man einen pflegeleichten Jugendlichen nennt! Aber in den Augen meiner Brüder und Schwestern war ich eben ´nicht neuapostolisch genug´!

Im Nachhinein betrachtet stelle ich mit Bedauern fest, dass speziell diese ´Geschwister´, welche argwöhnisch mit dem Finger auf mich zeigten, in späterer Zeit nicht nur vom rechten Glaubensweg, sondern auch vom rechten Weg im natürlichen Leben abgekommen sind. Noch deutlicher: Sie haben Böcke geschossen, die ich mich niemals getraut hätte, zu schießen!

Das war also die NAK!

Doch trotz aller Widersprüchlichkeiten hielt man sich kollektiv an dem Spruch fest: "Was auch geschieht, es ist Gottes Wille!"

FORTSETZUNG FOLGT!




23.10.2007 09:42:45   
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Fortsetzung...

Ich heiratete eine Frau, die nicht neuapostolisch war und dieser Schritt wurde seitens meiner Glaubensgeschwister misstrauisch beobachtet. Ich distanzierte mich in kleinen Schritten von der Kirche und besuchte die Gottesdienste nur noch unregelmäßig! Auch meine Aktivitäten im Kirchenchro gab ich auf! Kurze Zeit später wurde meine Frau schwanger und zeitgleich begannen die Fundamente unsere Ehe zu bröckeln. Es gab keine Gemeinsamkeiten, keine Zärtlichkeiten und mehr und mehr wurde mir bewusst, dass ich in unserer kleinen Familie das ´fünfte Rad am Wagen´ und völlig überflüssig war. In alter Gewohnheit vertraute ich mich meinen Segensträgern von der Kirche an und erzählte ihnen von meinen Problemen in der Ehe. Hätte ich mich wundern sollen, dass binnen weniger Tage die gesamte Gemeinde Hof/Saale über meine Probleme informiert war? Die Spatzen pfiffen es von den Dächern, dass das Ende meiner Ehe kurz bevor stand. Zuhause bemerkte ich, dass sich meine Frau immer mehr von mir distanzierte und mir meine Tochter vorenthielt (später erfuhr ich mit Bedauern, dass meine Frau nur einen Erzeuger für ihr Kind und eine finanzielle Absicherung brauchte und von einem Zusammenleben mit einem Mann nichts wissen wollte!). Eines abends kam ich von meiner Außendiensttätigkeit zurück und unsere Wohnung war verwaist. Meine Frau und meine Tochter waren verschwunden! Alle Anrufe im Bekanntenkreis und der Familie brachten nichts ein. Nach zwei Tagen ließ ich eine polizeiliche Suchmeldung herausgeben und war völlig verzeifelt.

Wie ein Wunder Gottes erschien es mir, als am Abend plötzlich zwei Priester der NAK vor meiner Wohnungstüre standen. Ich brauchte dringend Trost! So erzählte ich vom Verschwinden meiner Frau und meiner Tochter und dass niemand weiß, wo sich die beiden aufhalten. Beide hörten sich an, was ich zu sagen hatte und dann bekam ich den Knüppel meines Lebens zwischen die Beine:

"Weißt du, du hast Dich vom lieben Gott abgewendet. Du kommst nicht mehr zu den Gottesdiensten, singst nicht mehr im Chor und Deine Orgelstunden hast Du auch abgebrochen. Was dir jetzt widerfährt, sind die Folgen deines Verhaltens! Der liebe Gott will dir nur mal zeigen, wo du hingehörst!"

Ich warf die beiden ´Segensträger´ kurzerhand aus der Wohnung und nahm mir vor, aus der NAK auszutreten! Doch ganz so einfach sollte dies nicht werden!

Ich verzog nach Coburg und distanzierte mich von der Kirche. Ich ging meinem Beruf nach, suchte mir Freunde und versuchte, den Verlust meiner Familie zu verarbeiten. Im Laufe der Zeit begann die alte Doktrin der NAK wieder zu wirken und ich bekam Sehnsucht nach den Gottesdiensten. Langsam näherte ich mich der Kirche an, begann wieder im Chor zu singen und versäumte bald keinen Gottesdienst mehr. Nach geraumer Zeit bot man mir das Amt eines Unterdiakonen an, ich lehnte aber aufgrund meines Berufes und meiner häufigen Geschäftsreisen dankend ab. Eine Zeit lang war ich glücklich, wieder dort zu sein, wo ich hingehöre: Als Gotteskind der neuapostolischen Kirche! Und der Wunsch nach einer lieben Partnerin wuchs im Laufe der Zeit. Nur wollte ich mich diesmal im Kreise der Glaubensschwestern umsehen und erzählte jedem, der es wissen wollte, dass ich mir nichts Schöneres vorstellen könne, als mit einer lieben Frau aus einem gemeinsamen Gesangbuch zu singen! Doch ich wurde enttäuscht! Schnell stellte ich fest, dass ich wie ein Fuchs behandelt wurde, der im Hühnerstall sein Unwesen treibt. Es kam mir vor, als waren die Frauen der Gemeinde angehalten, sich mit niemandem einzulassen, der einerseits in Scheidung lebte und andererseits auch nicht aus der Gemeinde kam. Die einzige Glaubensschwester, die sich für mich interessierte, war seit Jahren verheiratet und stand regelmäßig vor meiner Türe, weil sie Sex wollte. Den anderen ´Schwestern´ war ich wieder ´nicht neuapostolisch genug´, eine Erfahrung, die ich in meiner Jugend in Hof schon machen musste! Dann begann das Gerede, dass ich mich ´als Geschiedener auf unverschämte Art und Weise an die Frauen der Gemeinde heranmachen würde´ und ich erlebte erneut diese schmerzhafte Distanz, die man zu mir aufbaute! Grund genug, ein zweites Mal der Kirche den Rücken zu kehren!

Ich zog an den Bodensee, fest entschlossen, mich nie wieder mit der NAK einzulassen! Aber auch dieses Mal hatte ich die Rechnung ohne die neuapostolischen Amtsträger gemacht! Nach mehreren Monaten lernte ich auf der Suche nach einem Parkplatz für mein Wohnmobil den Verwalter eines Wohn- und Geschäftshauses in Oberuhldingen und Inhaber einer Immobilien- und Bauträger GmbH kennen. Er saß in einer schwarzen Mercedes S-Klasse 12-Zylinder, lässig mit Pfeifchen im Mund und war an Arroganz nicht zu überbieten! Umso erstaunter war ich, als dieser arrogante Mensch eines Tages in Bekleidung eines älteren Herrn vor meiner Haustüre stand und sich, diesmal freundlich lächelnd, als der zuständige Priester der NAK Meersburg vorstellte. Noch etwas verunsichert, woher die beiden wussten, dass ich neuapostolisch war und woher sie meine Adresse hatten, ließ ich meinen unerwarteten Besuch ein. Später erfuhr ich, dass solche Informationen bezüglich Umzug und nähere Informationen über das ´verlorene Schaf´ mittels modernster Technik an die zuständige Gemeinde übermittelt werden.

Nach dem Motto ´einmal neuapostolisch, immer neuapostolisch´ ließ ich mich zu Gottesdienstbesuchen in Meersburg überreden und fühlte mich in dieser kleinen, aber piekfeinen Gemeinde recht schnell wohl. Vor allen Dingen faszinierte mich der lockere Umgangston, der dort vorherrschte! Der Gemeindevorsteher und sein Priester fuhren beide Motorrad, rauchten Zigaretten und Pfeife, man traf sich mal zum Volksfest oder ging gemeinsam ins Kino. Alles lief sehr menschlich und kameradschaftlich ab. Anders, wie ich das von Hof her kannte! Auffallend war auch, dass sehr viele erfolgreiche und finanziell gut gestellte Persönlichkeiten in dieser Gemeinde vertreten waren. Die ´Brüderbesuche´ verliefen eher wie ein gemütliches Beisammensein mit einem Glas Rotwein, einem Zigarettchen und netten Gesprächen über Politik, Menschen, Beruf und Familie. Der Glauben wurde, wenn überhaupt, nur am Rande erwähnt!

Ich freundete mich mit einigen dieser Geschäftsleute an und wir verkehrten auch privat miteinander. Besondere Hilfe und Freunschaft erlebte ich mit Roland Plocher, dem Gründer der weltweit aktiven ´Plocher Energiesysteme´ und Mitglied der NAK Meersburg, der mich auch in schlechten Zeiten nicht fallen ließ. Ebensolches Lob gebührt seiner Frau Maria! Doch auch dieses Mal waren es die Menschen und ihr Charakter, der sie zu Freunden machte. Auf keinem Fall war es die Tatsache, dass wir die selbe Kirchenbank teilten! Hinter dem ´neuapostolischen Gebahren´ Sonntags in der Kirche verbargen sich gierige, knallharte Geschäftsleute, die sich gegenseitig die Butter vom Brot nahmen, sich beschimpften und kritisierten! Menschen, die ihre Mitarbeiter rücksichtslos auf die Straße und sich selbst mit gehorteten Schwarzgeldern absetzten. Alles drehte sich ums Geld und so ganz nebenbei war man neuapostolisch! Ja, man nutzte sogar die Zugehörigkeit zu dieser Glaubensgemeinschaft, um neue Geschäfte anzukurbeln!

Dies erlebte ich sehr intensiv, als ich Jahre später nach Pfullendorf verzog und dort erneut aktives Mitglied der Neuapostolischen Gemeinde wurde. Mein damaliger Arbeitgeber meldete Konkurs an und ich war längere Zeit ohne fester Beschäftigung! Ein Freund aus der Kirche, zu dem ich viel Vertrauen hatte (R. R.), erzählte mir eines Tages von einer Möglichkeit für mich, in eine recht große Sache einzusteigen, die mir bis zur Rente und darüber hinaus eine Sicherheit geben könnte, von der andere sonst nur träumen. Meine Fähigkeiten im Marketing waren gefragt, aber vorerst wollte mir dieser Freund nichts Näheres über die Angelegenheit erzählen! Die Monate verstrichen und immer wieder machte R. Andeutungen, dass es bald so weit sei!

Dann war der große Tag da! Ich wurde zu einem Treffen eingeladen und erfuhr, dass einige Leute vorhatten, auf einem rund 650 Hektar großen Gelände vor den Toren Pfullendorfs einen Wildwest-Freizeitpark zu errichten, ein Projekt, in welches über 200 Millionen Euro (!) investiert werden sollten. Ich selbst wurde bei besagtem Treffen als fachkundiger Mitarbeiter einer schweizer Werbeagentur vorgestellt, von der ich vorher noch nie gehört hatte. Also spielte ich mein Spiel vor dem Bürgermeister, dem Stadtbaumeister und einigen anderen, namhaften Persönlichkeiten. Ich konnte sogar mit meinem Fachwissen überzeugen und man nahm mich mit ins Boot.

Recht schnell kristallisierte sich heraus, dass das Projekt zu 90% in der Hand der neuapostolischen Gemeinde Pfullendorf war. Der Gemeindevorsteher, Alfred Schmid, sollte sich um die Finanzierung kümmern, weitere Gemeindemitglieder waren am Konzept beteiligt und ich sollte mich um die Vermarktung kümmern. Vor und nach den Gottesdiensten wurde nur noch über das Projekt Freizeitpark gesprochen. Das Konzept faszinierte mich, denn es wurde an alles gedacht: Angefangen von der Westernstadt, einer Südstaatenstadt, einem Indianerreservat mit echten Indianern (die man aus den USA importieren wollte), einem Schaufelraddampfer mit Spielkasino, einem Wellness-Hotel, 100 Pferden, Stallungen, einer Whisky-Brennerei, echten Handwerksbetrieben, welche dem Besucher die Arbeit und Technik vergangener Jahre näher bringen sollten, einem Campingplatz und einer echten Wildwestbahn, welche auf einer stillgelegten Bahnstrecke in die schwäbische Alb fahren sollte. Eine Art Open-Air-Museum eben! Selbst ein eigenes Musical sollte gespielt werden ... geschrieben und inszeniert vom Zauberwald - Direktor Franz Althoff, mit welchem ich mich eigens in Karlsruhe traf und der sich begeistert in das Projekt einbringen wollte.

Ich investierte Kraft, Zeit und Geld! Und ich glaubte den Versprechungen meiner Glaubensbrüder!


FORTSETZUG FOLGT!



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Fortsetzung...

Die Monate vergingen und ich verhandelte mit Geschäftsleuten, mit dem Stadtbaumeister von Pfullendorf, mit dem Entwickler des Legoland - Parks Günzburg, mit Franz Althoff, mit Christian Hein (der die Texte und die Musik für das Musical ´Der Zauberwald´ schrieb) und mit örtlichen Geschäftsinhabern. Ich band Freunde in das Projekt mit ein, wenn ich glaubte, dass diese durch Fachwissen und Interesse zum Erfolg des Projektes beitragen würden. Dabei glaubte ich den Versprechungen meiner Glaubensbrüder, dass sich meine Leistung eines Tages auszahlen wird. Mir wurde, nachdem man sah, wie ich mich engagierte, eine sichere Vergütung zugesagt.

Bei allem baute ich auf die Worte meines Gemeindevorstehers Alfred Schmid, der immer wieder versicherte, dass die Finanzierung und Umsetzung des Projektes nur noch eine Formalität sei. Aber nach Monaten der Arbeit musste ich feststellen, dass es dem Großteil der Beteiligten an der notwendigen Professionalität mangelte. Man versuchte sogar, dem Urheber der Freizeitpark-Idee ´Deathman - Valley´ das Konzept wegzunehmen und sich diese goldene Gans selbst einzuverleiben. Und unwissenderweise unterstütze ich meine Glaubensgeschwister bei diesem Vorhaben!

Ich mache es kurz! Eben diese Unprofessionalität brachte das Projekt vorzeitig zum Einsturz! Die maßgeblichen Verursacher zogen sich dezent zurück und überließen uns die Aufräumarbeiten. Wir konnten uns nirgends mehr blicken lassen und mein Name war in Pfuellendorf inzwischen nur allzu bekannt. Man bezeichnete mich als Spinner. Ich wollte eine Stellungnahme von meinem Gemeindevorsteher und meinem Freund R., welche beide von ihrem Versagen nichts mehr wissen wollten ... und wurde kurzerhand abgewiesen! Hier ging es nicht mehr darum, dass ein Glaubensbruder dabei war, seine Existenz zu verlieren, weil er den schönen Worten geglaubt und weil er vertraut hatte, wie er es gelernt hat, sondern nur noch um die Tatsache, möglichst ungeschoren aus der Sache heraus zu kommen.

Aufgrund dieses Vorfalles verließ ich nach 12 Jahren den Bodensee und zog in meine alte Heimat zurück! Die neuapostolische Kirche mit all ihrer Heuchelei, mit ihren schwarzen Schafen in den schwarzen Anzügen hat mich seit dieser Zeit nicht mehr gesehen. Zwar traf ich den einen oder anderen Bekannten aus meiner früheren Gemeinde Hof/Saale zufällig auf der Straße, aber diese geheuchelte Freundlichkeit ist nach all den Jahren geblieben. Sie ist ein Teil der NAK. Gespräche mit einigen wenigen Bekannten (Hallo Klaus, Pia, Wolfgang und Joachim) haben mir gezeigt, dass ich nicht alleine das Wesen der NAK durchschaut habe.

Aber dennoch sitzt die Lehre (Leere?), welcher man über Jahrzehnte ausgesetzt war, noch tief. Meine Mutter weiß, was ich als Mitglied der NAK erlebt habe und erzählte mir oft, dass sie nach dem Tod meines Vaters seitens der Kirche allein gelassen wurde, dass niemand kam, um ihr Trost zu spenden, da die Segensträger damit beschäftigt waren, ihre Schafe im Pferch zu halten. Dennoch besucht sie die Gottesdienste und steht hinter der neuapostolischen Kirche.

Immer wieder höre ich von ihr die Worte:

"Es ist Gottes Werk und egal, was die Menschen in der NAK für Fehler machen, ist es doch Gottes Werk, das selig macht!"

Outatime

Nachwort:

Dies ist nur EINE Geschichte EINES Menschen und ich gebe zu, sie klingt sehr unglaublich! Aber sie entspricht der Wahrheit. Man mag anmerken, dass solche Dinge auch unabhängig von der Religion passieren können! Das ist richtig! Aber es ist eine Tatsache, dass man seitens der NAK nicht wahr haben will, dass solche Dinge innerhalb der Kirche geschehen ... es sei denn, es ist Gottes Wille!


23.10.2007 11:34:57   
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Es ist interessant zu lesen, wie Menschenschicksale trotzdem so unterschiedlich sind, obwohl sie bspw. zeitweise derselben Religion angehörten; in diesem Fall die der NAK. Ich war ja damals eher einer von denjenigen, denen die anderen Neuapostolischen oftmals noch nicht neuapostolisch genug waren. Aber nach über 20 Jahren völliger Abgeschiedenheit von dieser unglaublichen Kirche, ist das Thema 'Kirche' also im Allgemeinen schon lange für mich abgehakt; und speziell die neuapostolische Glaubenslehre im Besonderen natürlich auch; oder doch noch nicht so ganz?

Egal; aber wenn man daran erinnert wird, keimt dann doch so manche diesbezügliche innerliche Regung; schließlich hatten diese ach so vielen "Segenstunden" am "Gnadentisch des Herrn" nun doch seine entsprechenden, auch langfristigen, Wirkungen entfaltet, die einem lebenslang nun doch nicht völlig kalt lassen. Jedenfalls war es meines Erachtens doch schon eine ziemlich verrückte Zeit mit so einer bornierten Starrsinnigkeit an die Wiederkunft Christi und die dann dadurch (endlich) beginnende ewige Herrlichkeit zu glauben.

Sogar, als ich nicht mehr dabei war, lebte noch so manches innerlich in mir weiter; denn es ist eben einfach so, dass einem viele dieser Lehren nicht einfach so an einem abperlen, wie bspw. Wasser an einer fettigen Oberfläche. Grundsätzlich wendet man sich von der Gesellschaft ab, wenn man irgendwo ein Mitglied wird. Die jeweils in einem Verein oder Kirche anzutreffende Lehre ist grundsätzlich eine andere Sache; also man könnte theoretisch zwar einer Kirche den Rücken gekehrt haben, aber in seinem Inneren können trotzdem viele dieser Lehren weiterleben.

So wurde einem laufend in den sog. "Gottesdiensten" eingeredet, dass dieser Planet Erde, bzw. diese Welt, nicht unsere wirkliche Heimat sei. Natürlich wurde das auch mit dem entsprechenden Bibelzitat untermauert, dass wir zwar noch in der Welt seien, aber nicht von dieser Welt. Und so hat das dann auch psychologisch seine Wirkung, dass man seine Umwelt nicht mehr die seine ansieht, sondern als eine fremde; in der man eigentlich nichts mehr verloren hat.

Praktisch hat das dann auch zur Folge, dass man sich bspw. von seinen nichtneuapostolischen Bekannten und Freunden entsprechend zurückzieht und dass man sich überhaupt zurückzieht aus der Gesellschaft und nur noch an den wirklich lebensnotwenigen Dingen teilhat, wie bspw. Berufstätigkeit. Aus so einer Grundeinstellung heraus hat man auch grundsätzlich keinen Willen, in der Gesellschaft aller Menschen seinen positiven Teil einzubringen, weil diese ganze Welt ja angeblich sowieso verloren sei und einem nichts anderes übrig bleibe, im Kreis der neuapostolischen Gemeinschaft auf das Eintreffen des Glaubensziels, der Wiederkunft Christe zu warten. Besonders für junge Menschen hat aber so eine Weltsicht i.d.R. verheerende Folgen.

So finde ich auch heute noch manche Glaubensüberzeugungen der NAK teils richtig, teil interessant und natürlich auch teils völlig falsch. Im Grunde war zwar die Abkehr von dieser Kirche für mich ein ziemlich großer Schritt, das Leben in andere Bahnen zu lenken; trotzdem bin ich aber im Wesentlichen meinen alten Idealen, Wertvorstellungen und Grundsätzen treu geblieben; bzw. diese hatten sich teilweise schon vor der Abkehr von der NAK von denen dieser Kirche unterschieden; bzw. man glaubte zwar grundsätzlich neuapostolisch, aber doch auch immer schon mit gewissen Zweifeln.

Als Kind hatte ich stets Probleme in der Schule; nun ja, weniger im Unterricht, denn ich war ein einigermaßen guter Schüler, mehr in den Pausen das Miteinander mit den anderen Schülern; und auch der Sport-Unterricht machte mir zu schaffen, denn ich war kein besonders sportlicher Typ, obwohl ich ein erfolgreicher Marathon-Läufer hätte werden können; das hatten damals aber die Sportlehrer vermasselt, dass sie diese Begabung von mir nicht erkannten. Denn wer laufend nur Dreien, Vieren und Fünfen im Sport hatte, und sich nur jedes mal beim Ausdauerlauf souverän seine Eins holte, dem traute man eben einfach nicht zu, dass er ein erfolgreicher Hochleistungssportler werden könnte; aber das ist eine andere Geschichte.

Freunde hatte ich stets entweder keine oder höchstens nur einen, zumindest in der Schule. Mit der Zugehörigkeit zur Neuapostolischen Kirche hatte das meines Erachtens damals nichts zu tun, denn in dieser Kirche hatte ich genau das gleiche Problem, nämlich, dass ich grundsätzlich den ach so ersehnten persönlichen bzw. freundschaftlichen Zugang zu den anderen nicht fand. Sogar der Gemeindevorsteher sagte mir in einem persönlichen Gespräch, dass ich bisher viel allein gewesen sei und dass nicht jeder zu jedem als Freund passen würde. Hingegen in den sogenannten "Gottesdiensten" wurde laufend von der ach so notwendigen neuapostolischen Gemeinschaft gesprochen, von der man sich keineswegs abwenden solle.

Aber wo war die "Gemeinschaft der ach so Heiligen"? Für mich bestand sie nur darin, dass ich das volle Programm mitmachte, was es alles eben so gab; denn schließlich galten sie alle als Segensstunden, insbesondere die sog. "Gottesdienste". Die Zugehörigkeit zum Kirchenchor und der allmontäglichen Sing-Übungsstunde, als Kind die Teilnahme am sog. "Kindergottesdienst" und dann am Vor- und Konfirmanden-Unterricht, als Jugendlicher die Teilnahme an den Jugendstunden und sog. "Jugendgottesdiensten".

Und auch die Telnahme an sonstigen Aktionen, wenn bspw. eine kleinere Gruppe Jugendlicher mit einem Priester ältere "Glaubensgeschwister" in ihrer Wohnung oder im Altenheim besuchten und ihnen was vorsangen, wo dann auch nicht selten die Tränen flossen. Und auch die Teilnahme an eher privaten Feierlichkeiten, bspw. Geburtstagsfeiern oder Hochzeitsfeiern; das alles war obligatorisch, dass man daran teilnimmt, um ein wahrhaftig "treues Gotteskind" zu sein. Übrigens gehörte dazu auch, dass man ein Amt annimmt, falls es einem angeboten wurde; denn schließlich wäre eine Verweigerung eine Verweigerung dem "Werk Gottes" gegenüber.

Trotzdem war es vom gesamten Eindruck eigentlich überall gleich. Wenn ich bspw. im Spreewald, viele Kilometer weg vom Heimatort, wenn ich damals Verwandte besuchte, die sog "Gottesdienste" besuchte, so gab es im Prinzip keinen Unterschied zu den "Gottesdiensten" in der Heimatstadt. Es war, als wenn tatsächlich derselbe Geist wirkte. Man fühlte sich sogar sofort in einer fremden neuapostolischen Gemeinde wie heimisch und innerlich verbunden, weil man praktisch dieselben Glaubensüberzeugungen teilte und man sich als ein eingeschworenes Volk, das Volk des Herrn, fühlte. Mehr noch; vielleicht sogar wie eine Familie. Nicht ohne Grund hieß die Kirchenzeitschrift der NAK "Die Familie".

Ich erinnere mich, wenn bspw. in Erfurt einmal im Monat sog. "Jugendgottesdienst" war; so war es doch irgendwie anders, als die (sog.) Gottesdienste am Wohnort. Es lag irgendwie eine besondere, fröhlichere, schönere und auch erhabenere Atmosphäre in der Luft. Diese Eindrücke vermischten sich in mir intuitiv mit den neuapostolischen Glaubenslehren, die man mehrmals je Woche einindoktriniert bekam. Der Weg auf die Toilette, um sich dort das Haar zu kämmen und dann der Gang zur Treppe hinauf in den Kirchenraum mit den vielen Anwesenden; das alles erschien mir, als wenn ich in diesem Moment quasi im Zentrum der Welt bzw. unmittelbar bei Gott selbst sei. Die Vorstellung, dass man gerade an einer ganz großen Sache teilnimmt, machte mich innerlich beinahe jedes mal innerlich geistig wie etwas betrunken.

Heute sehe ich solche Erinnerungen zwar "etwas" gelassener und sachlicher; trotzdem kann ich auch heute noch eine gewisse Faszination nicht abstreiten, die mich auch heute noch ergreift, wenn ich nur daran denke. Trotz vielem religiösen Unsinn, den die NAK nach wie vor verbreitet, war meines Erachtens jede Teilnahme an solchen Veranstaltungen (wenn überhaupt) immer noch nutzbringender, als bspw. ein Besuch eines Rockkonzerts, wo eben nur Musik gespielt wird, weiter nichts. Aber auch an sich grundsätzlich gute Sachen, wie bspw. solche kirchlichen Veranstaltungen, können großen Schaden anrichten, wenn man es übertreibt, was meines Erachtens auf jeden Fall so gewesen ist; denn allein schon drei mal in der Woche ein (sog.) "Gottesdienstbesuch" ist in jedem Fall eine totale Übertreibung (gewesen).

Nicht nur die Welt dreht sich weiter, nachdem man so einen völlig richtigen Entschluss fasste, nämlich mit so einem religiösen Wahn ein für alle mal Schluss zu machen, sondern auch das eigene persönliche Leben. Für manche Sachen, wo ich während meiner Kirchenzugehörigkeit nur allenfalls nebenbei etwas Zeit hatte, hatte ich nun viel mehr Zeit. Und so haben auch nicht alle Glaubensvorstellungen aufgehört zu existieren, von denen ich einst stets andere Menschen versuchte zu überzeugen, sondern diese wurden ggf. eigentlich nur einer gewissen Wandlung unterzogen.

Bspw. an die Stelle des ersehnten Glaubensziels, dass Jesus Christus wiederkommen möge, trat bei mir ganz einfach der Wunsch, dass doch endlich Gott in diese Welt eingreifen möge, damit vieles, was zur Zeit gesellschaftlich bzw. politisch meines Erachtens überhaupt nicht in Ordnung ist, endlich mit seiner Hilfe in Ordnung gebracht werden kann. Bzw. an dessen Stelle tritt einfach der Glaube an das Lebensglück an sich.

Und ich habe mir in Zukunft vorgenommen, wie damals mit derselben unaussprechlichem Glaubensgewissheit auf den Tag zu warten, wo diese meine Hoffnung endlich in Erfüllung gehen wird; nur dass sich das Glaubensziel etwas gewandelt hat, denn vom Christentum an sich halte ich nämlich auch nicht mehr viel. Ich finde diesen ganzen religiösen Rummel um diesen ach so göttlichen Jesus nämlich grundsätzlich völlig verfehlt. Jesus Christus war in Wirklichkeit genauso ein Mensch, wie Du und ich. Wer das glauben und fassen kann, der veruche, das zu erkennen.


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23.10.2007 18:25:13   
Gott hat dich liebfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
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WütendWütendGott hat dich lieb du Na.r,

ich hab auch nicht immer gutes erlebt, aber du schreibst ein Müll darein, geh lieber Mal zum Psychater (vielleicht ist das ernsthaft was du da hast)

In der katholischen od evangelischen Kirche z.B. das ist sowas verboten aber bei der nak doch nicht.

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20.08.2008 21:25:24  
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Was ist "so was"? Ich bin verwirrt. Durcheinander! Und zu einem Psychiater würde ich eher gehen, als zu irgend einem sektiererischen Verein.

Es gibt leider so viel Elend in dieser Welt, was noch beseitigt werden muss. Auf welche Weise beteiligt sich die NAK an dieser Arbeit?

Uns wurde doch damals immer nur das Weltbild von den bösen und ungerechten Weltmenschen, und den ach so guten und frommen "Gotteskindern" der Neuap. Kirche gepredigt.

Die gesamte Heilsidee dieser Kirche bestand doch damals fast ausschließlich aus dem Bestreben, möglichst viele Menschen aus dem nicht-neuapostolischen "Verderben" herauszuholen, und dieser Kirche zuzuführen.

Das heißt also, dass die Neuap. Kirche grundsätzlich davon ausging, dass den sog. "Weltmenschen", und somit der ganzen Welt, sowieso nicht (mehr) zu helfen sei. Es sei denn, die ganze Weltbevölkerung würde geschlossen der NAK beitreten.

Im übrigen gehen Theologen davon aus, dass man ein Apostel nur sein kann, wenn man leibhaftiger Zeuge und/oder Nachfolger von Jesus Christus wäre; was bedeuten würde, dass es heute keine Apostel mehr geben könne.

Diese Ansicht teile ich nicht, denn auch schon durch das Lesen der 4 Evangelien wird man zu einem Zeugen der Werke Jesu. Allerdings wird er nie wieder zurück kommen, denn das war er damals schon zu Lebzeiten der Jünger. Diese Wiederkunft ist nur nicht in der Bibel verzeichnet.

Bzw. es soll sogar überlieferte Schriften geben, denen zufolge Jesus an Altersschwäche hier auf Erden später gestorbens sei. Die Bibel beinhaltet doch nur eine kleine Auswahl alter überlieferter Schriften.

Wer heute auf die Wiederkunft Christi wartet, der ist zumindest in dieser Sache ein Dummkopf, weil er die Schrift nicht richtig versteht. Was sollte es für einen Sinn haben, wenn Jesus heute in dieser Welt wiedergeboren würde? Er würde nämlich in diese Welt gar nicht richtig passen.

Jede Zeit hat ihre eigenen Helden und großen Männer Gottes, die jeweils in diese Zeit passen. Es kommt nur darauf an, dass man diese jeweils als solche erkennt, anstatt seinen Blick all zu sehr dem Vergangenen zuzuwenden; und zu hoffen, dass einer von den ehemals großen Männern Gottes wieder zurück kommt.

Die jenigen Menschen, die damals Jesus nicht annahmen und an ihn glaubten, das waren doch die jenigen, die damals auf die Wiederkunft Abrahams warteten, denke ich mal. Wie sich doch die Geschichte wiederholt.

Auf was oder wen warten? Auf den Erlöser? Allzeit gibt es grundsätzlich genügend Erlöser in der ganzen Welt. Nur gibt es Außenseiter, die diese Erlöser nicht annehmen und lieber auf irgend eine Wiederkunft eines ehemaligen Erlösers warten wollen, diese Verfluchten.


bearbeitet von ForumLeaks am 21.08.2008 21:50:28
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21.08.2008 01:09:06   
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