Herzlich willkommen im Forum von www.onlinesucht.de (HSO e.V.)
...........................................................

Unsere virtuellen Selbsthilfegruppen treffen sich jeden ...

* Montag (Angehörige) ab 20 Uhr,
* Mittwoch (Onlinespiel-und Onlinekaufsüchtige) ab 20 Uhr
* Donnerstag (Betroffene Onlinesexsüchtige) ab 20 Uhr!


Es geht um EUREN gegenseitigen Erfahrungsaustausch und um die Hilfe zur Selbsthilfe.


...+++ Klick auf den Banner +++

Bitte registriert Euch, erstellt Euer Profil und ruft im Raum die "HILFE" auf, so dass Ihr Euch über die zahlreichen Möglichkeiten informieren könnt!


Sämtliche Beiträge unterliegen dem Copyright (C) von Gabriele Farke * Alle Infos zum Thema Onlinesucht hier: www.onlinesucht.de

....


SearchSuchen CalendarKalender GalleryGalerieAuktions-PortalAuktionenMembersMitglieder StatisticsStats
get your RSS-Feed
Language/Sprache:  Admin  
 Login: ChatChat (0) new User-MapUser-Mapsend PasswordPasswort zusenden RegisterRegistrieren

Forum Übersicht » Ausstiegstagebuecher » Ausstiegstagebuecher für BETROFFENE » Ausstiegstagebuch von Into_The_Light
Seiten: (3) 1 [2] 3 »
Registrierung notwendigRegistrierung notwendig
Ausstiegstagebuch von Into_The_Light
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Gestern war wieder ein extrem schwerer Tag. Es war der Tag, an dem meien Freundin wieder nach hause kam. Ein Tag, auf den ich mich ohne Ende gefreut habe. Das klingt ja erstmal sehr positiv, ich möchte aber allen Angehörigen mal darstellen, warum grade ein solcher Tag mit einer der schwersten werden kann: Der Anfang des Tages war super, ich wachte voller Vorfreude auf und wusste, dass das Leid der letzten Tage ein Ende finden würde. Freudig malte ich mir aus, wie ich meine Freundin endlich wieder in die Arme schließen würde, ging einkaufen und richtete die Wohnung her, damit alles perfekt wäre, wenn sie eintrifft. Doch natürlich musste auf der Autobahn ein Stau nach dem anderen sein und Ihre Ankunft verzögerte sich mehr und mehr. Was für mich im "normalen" Leben überhaupt kein Problem wäre ist in den Suchtphasen eine extreme Zerreisprobe. Das positive Gefühl, dass ich so dringend brauche, nicht zu bekommen lässt mein Gehirn wie verrückt nach einer Ersatzbefriedigung gieren und je länger es dauert, desto schlimmer wird der Druck. Das ist ungefär so als würde man einem Kind einen Lolli zeigen, ihn dann wieder wegpacken und ihm erst Stunden später geben, ohne sich in der Zwischenzeit auch nur eine Sekunde mit dem Kind zu beschäftigen. So verbrachte ich den gestrigen Tag komplett damit innerlich zu zerreißen und hatte extreme Mühe mich zusammenzureißen. Erst um Halb 11 durfte ich dann endlich die Erlösung erfahren und meine Freundin in die Arme schließen. Dieses Gefühl der Nähe endlich wieder spüren zu können reichte aus, um alles, was mich die letzten Tage gequält hatte zu vernichten. Heute fühle ich mich einfach nur glücklich und habe kaum einen Gedanken der Sucht mehr in meinem Kopf. Es ist als wäre ich ein anderer Mensch und ich bin unglaublich dankbar, dass die Zeit des Leidens vorbei ist. Ich habe vor letzter Woche wirklich gedacht, dass die Sucht kein großes Thema in meinem Leben mehr sein würde, da sie in ihrer Nähe kaum noch zum Vorschein kommt. Die letzten Tage haben mir gezeigt, dass ich doch noch einen langen Weg vor mir habe und nicht zu nachlässig werden darf. Die Sucht ist doch tiefer in mir verwurzelt als ich dachte, aber ich bin mir sicher, dass ich auch das noch loswerde. Allein, das Gefühl, das ich jetzt habe ist es wert, das alles durchzustehen. In den letzten Tagen habe ich mich oft gefragt, ob es nicht besser wäre einfach alles hinzuschmeißen, meine Freundin zu verlassen und meine Sucht voll auszuleben. In den Zeiten, wo die Sucht das Gehirn beherrscht sieht das nach einer guten Lösung aus und das Gehirn suggeriert, dass es mir besser gehen würde, wenn ich einfach ein wenig ungebunden "Spaß" haben würde. Aber es braucht tatsächlich nur eine Umarmung meiner Freundin um mich in die Realität zurückzuholen. Eine Realität, die sich so gut anfühlt, wie es sich mein Gehirn in den dunklen Phasen gar nicht vorstellen kann. Zu erleben, dass es ein Leben gibt, dass schöner ist als alles, was man sich vorstellen kann ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl und für einen Nichtsüchtigen vermutlich gar nicht nachvollziehbar. Ich kann jedem, der die Entscheidung aufzuhören noch nicht getroffen hat nur absolut raten sich mal drauf einzulassen. Das Leben, das ihr dadurch kriegt ist es wirklich wert dafür zu kämpfern, egal wie schwer es auch ist.

Zum Schluss möchte ich nochmal ein Bild weitergeben, was ich mir heute morgen im Gespräch mit meiner Freundin erarbeitet habe. Es geht dabei nochmal um das Thema Ehrlichkeit und warum wir Männer solche Probleme haben den Partnern offen zu sagen, wie es um uns steht.
Sie sagte mir, dass sie sowieso merkt wenn etwas mit mir nicht ok ist und bei mir sein möchte, aber ich baue eine Mauer auf, durch die sie nicht durchdringen kann (Früher jedenfalls, mittlerweile reden wir offen). Für sie wirkt diese Mauer wie eine Abwehr, aber für mich ist es so als stehe ich in der Hölle und Sie im Licht und ich baue diese Mauer, um sie vor der Hölle zu schützen. Ich finde, dieses Bild ist von beiden Seiten absolut nachvollziehbar. Schön ist es aber zu merken, dass, wenn die Mauer fällt, sie nicht mit in die Hölle gerissen wird, sondern dass das Licht nun eindringen kann und die Finsternis zurückdrängt. Zwar werden auch Schatten in die vorher helle Welt fallen, aber das Licht wird immer siegen, egal wie dunkel die andere Seite auch sein mag.


18.05.2016 18:06:47   
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Noch ein Rat für alle Frauen: Wenn ihr die Wahrheit nicht vertragt dann fragt nicht!

#rebuildingthewall


19.05.2016 21:54:28   
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Da ich meinen letzten Beitrag im Zorn geschrieben habe und nicht weiter darauf eingegangen bin möchte ich das hier nun nochmal erläutern: Ich hatte am Mittwoch ein extrem offenes und unglaublich gutes Gespräch mit meiner Freundin, in dem ich auf auf alle Fragen zum Thema Sucht vollkommen offen und ehrlich eingegangen bin. Dabei stieß sie auf einen Punkt von dem sie dachte, er könnte mich negativ beeinflussen und forderte sofort laut und wehement, dass ich diesen Punkt entferne. Das hat mich in dem Moment einfach nur total verletzt und hat dazu geführt, dass ich beschlossen habe, keinerlei Fragen zu diesem Thema mehr ehrlich zu beantworten. Mittlerweile haben wir uns wieder vertragen und ich kenne nun auch ihre Sichtweise des ganzen. Ich kann nachvollziehen, dass es für sie (und alle anderen angehörigen Frauen, die hier mitlesen) extrem schwer ist zu differenzieren, wann man den Mann mit der Sucht konfrontieren sollte und wann es eher unangebracht ist. Dazu kann ich euch nur sagen: Wenn sich der Mann euch vollkommen öffnet, dann benutzt das nicht gegen ihn. Denn dann wird er einfach nur dicht machen und fühlt sich darin bestätigt, dass es besser ist die Mauer aufrecht zu halten. Wenn wir schon so weit sind euch wirklich alles zu offenbaren, dann könnt ihr auch darauf vertrauen, dass wir an uns arbeiten und unsere Sucht bekämpfen. Natürlich kann ich verstehen, dass viele Äußerungen auch total verletzend sind, aber wenn ihr die Ehrlichkeit wollt müsst ihr da in diesem Moment drüberstehen, sonst baut sich die Mauer, die gerade erst mit Mühe gefallen ist, schneller wieder auf als ihr denkt. Wenn wir uns euch so öffnen machen wir uns total angreifbar und verletzlich und brauchen in dem Moment einfach nur eure Zuwendung. Wenn ihr in so einem Gespräch etwas heraushört, von dem ihr meint, dass es noch geändert werden muss, dann nehmt es am besten mit und sprecht es vielleicht einen Tag später nocheinmal an oder fragt vorsichtig nach, ob wir nicht meinen, dass wir da noch etwas ändern müssen. Aber bitte verwendet unsre Offenheit nicht gegen uns.

So, nachdem ich das nun geklärt habe noch ein paar Worte zu meiner Momentanen Verfassung. Ich bin gerade echt so unbeschreiblich glücklich, dass ich den ganzen Tag nur strahle. Grade durch den Streit habe ich einfach wieder extrem gemerkt, wie sehr ich meine Freundin liebe und brauche und dass ihre Nähe ausreicht, um die Sucht vollkommen in den Hintergrund zu drängen. Selbst an dem Tag, an dem ich kein Wort mehr mit ihr geredet habe, hatte ich nicht einen Gedanken an andere Frauen oder Selbstbefriedigung etc. im Kopf und jetzt nach der Versöhnung kommt mir mein Leben einfach vor wie der Himmel. Ich bin unbeschreiblich glücklich, dass ich mich der Sucht gestellt habe und weiß, dass ich das, was ich jetzt habe, nie wieder missen will. Auch die Mauer werde ich nie wieder aufbauen. Lieber bleibe ich verletzlich und lege mein Herz ganz in die Hände meiner Freundin, denn ich weiß, dass sie es gut mit mir meint. Auch wenn es manchmal Tränen kostet, so ist es doch unglaublich wertvoll jemanden zu haben, mit dem man wirklich über alles reden kann, was in seinem inneren vorgeht. Egal, ob es um die Sucht geht oder alles andere, was in mir so vorgeht. Mit allem, was ausgesprochen wird kommen wir näher zusammen, die Sucht tritt weiter in den Hintergrund und die Beziehung wird immer schöner und inniger. Ich wünsche wirklich jedem, der diesen Block hier liest, dass er das, was ich gerade erlebe auch für sich selber erleben kann. Es gibt nichts schöneres auf dieser Welt.

Heute kommt mein bester Freund zu Besuch und wird die Woche über bleiben. Ich werde also frühestens nächste Woche wieder schreiben.


22.05.2016 13:38:43   
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Momentan weiß ich eigentlich gar nicht was ich groß schreiben soll, aber da ich schon so lange nicht mehr hier war wollte ich doch mal wieder von mir hören lassen. Mir geht es im Moment einfach super gut. Die Woche mit meinem besten Freund (Lange Jahre über der einzige Mensch der mich wirklich kannte bevor ich mich nun auch meiner Freundin vollständig geöffnet habe)hat mir einfach total gut getan. Hatte seit dem eigentlich gar keine schlechten Gedanken mehr und freue mich einfach am Leben. Gestern hatte ich auf der arbeit einen ziemlich ätzenden Tag wodurch mal wieder ein paar Gedanken hochkamen. Allerdings konnte ich diese super schnell verscheuchen und durch schöne Gedanken an meine Freundin ersetzen. Unsere Beziehung ist mittlerweile echt so tief, dass ich es einfach nur unendlich genieße und kaum noch andere Gedanken in meinem Kopf platz haben.


02.06.2016 11:04:20   
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Es ist schon interessant wie leicht mich manche Dinge Triggern können, obwohl es mir gut geht. Am Freitag Sah ich die Werbung für ein Erotikspiel und war sofort davon angetan. Ich habe solche Spiele früher sehr gerne gespielt. zum einen war ich sowieso schon immer von Computerspielen begeistert, zum anderen waren mir einfache Pornos meist zu langweilig und die Interaktion des Spiels hat es einfach interessanter gemacht. Jedenfalls sah ich diese Werbung und hatte sofort wieder die Gedanken an solche Spiele im Kopf und dachte mir, dass es bestimmt eine Menge Spaß machen würde besagtes Spiel zu zocken. Heute sah ich auf Facebook einen verlinkten Artikel über eine neue Sexpraktik, die unter Jugendlichen nun wohl zum neuen Trend geworden sei. Auch hier war ich direkt getriggert und wollte den Artikel sofort öffnen. Ich bin ein wenig erschreckt darüber, wie schnell ich auf solche Dinge immernoch anspringe und hoffe, dass es irgendwann ein völliges Umdenken in meinem Kopf gibt und mich solche Dinge gar nicht mehr interessieren.
Was allerdings im selben Atemzug sehr schön zu sehen war und mir eine Menge Mut gemacht hat war, dass ich beiden Versuchungen ohne große Mühe widerstehen konnte. Sowohl bei dem Spiel als auch bei dem Artikel konnte ich die Internetseite schließen bevor ich auf den Link geklickt hatte und konnte auch die Gedanken daran schnell wieder verwerfen weil ich ganz genau weiß, dass ich mit diesem Scheiß nichts mehr zu tun haben will und wie sehr es mir schaden würde, mich damit zu befassen. So bin ich stolz, dass ich der Versuchung nicht erlegen bin, weiß aber gleichzeitig, dass wohl noch ein langer Weg vor mir liegt bis ich wirklich frei bin. Denn erst wenn die Gedanken völlig weg sind und mich solche Anzeigen nicht mehr Triggern können kann ich mich wirklich als clean bezeichnen. Im Moment bin ich immernoch ein Süchtiger der immer auf der Hut sein muss, dass das Biest nicht eine Schwachstelle findet und angreifen kann.


06.06.2016 20:40:12   
Clarity13fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 32
Mitglied seit: 03.04.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Hallo Into_The_Light,

wir beide hatten bereits Kontakt - Du erinnerst Dich? Mein Mann, der "Schweigende Stern"...
Auch wenn ich es hier und gerade etwas leicht und ironisch nehme mit diesem Etikett, sieht es in meinem Innern doch ganz anders aus: zerrissen und ein chaotisches Durcheinander, Hin und her, Auf und ab von Gefühlen - noch immer keine Klarheit, noch immer kein Wort meines Mannes. Ich kann mich lediglich und immer wieder aufs Neue in Vertrauen und gutem Glauben üben, so wie Du immer wieder versuchen wirst, GANZ - auch mental vom Kopf her - von Deiner Sucht loszukommen. Deine Freundin und Du - Ihr beide seid für mich ein Vorbild: genau so sieht für mich Gemeinsamkeit in der Beziehung, hier in der Bewältigung von problembeladenen Zeiten und Phasen aus. Ihr haltet Kontakt, es besteht ein kommunikativer Austausch - Ihr "arbeitet" zusammen gegen etwas, das Eure Beziehung gefährdet, liefe es weiter...

Kannst Du Dir vorstellen, wie sich eine Frau fühlt, die in der Beziehung/Ehe diesem Problem gegenübersteht, weil ihr Mann - der Süchtige - sie (seit ihrem Wissen darum = 2 Jahre) mit Schweigen ALLEIN lässt und evtl. noch immer der Meinung ist (was er mal äußerte, ich allerdings inzwischen nicht mehr glaube), ER hätte kein Problem, ICH solle doch endlich Hilfe annehmen, mich behandeln lassen!!!

Ich denke schon, dass er was dagegen tut - ich bekomme NULL davon mit; er kann nicht darüber sprechen, o.k. All die Gründe für sein Schweigen habe ich tausendmal im Kopf hin und hergedreht, abgewogen und gesehen. Ich habe hier in den Aussteigetagebüchern gelesen und Verständnis entwickelt, habe wieder verziehen, habe erneut Hoffnung, habe Glauben, habe neben unbändiger Wut immer noch Liebe... Nebenbei merke ich aber, dass meine Kraft weniger wird, mein Schlaf kaum noch erholsam ist und meine Gesundheit schlechter wird. Am 19. Juni wird er sich "bekennen" müssen (WAS IST???), es war meine Deadline, die ich ihm gesetzt hatte, warten wir es ab.

Mein Mann ist Einzelgänger, ich weiß das... er möchte dies alles offenbar im Alleingang schaffen, braucht Niemanden, will niemanden brauchen müssen - hat es aber innerhalb von 2 Jahren noch immer nicht gepackt!

Ich sage nur: Eine Ehe ist keine "one-man-show" !!! Ich dagegen sehe zwei Menschen gemeinsam in einer Richtung - Probleme gemeinsam bewältigen zähle ich natürlich auch dazu, vor allem dann, wenn diese beide Partner tangieren, einen davon über Jahre seelisch kaputt machen!
Über den eigenen Schatten springen und sein Schweigen beenden... Offenheit zeigen... REDEN... der sehnlichste Wunsch in den letzten beiden Jahren, der mir ständig durch den Kopf geisterte. Nur so kann doch verlorengegangenes Vertrauen wieder neu wachsen ! Kannst Du meine Gedanken nachvollziehen? Oder ist dies Deiner Ansicht nach "weiblich" geprägtes Verhalten, das ein Mann weniger "versteht", eher hinnimmt? Teilweise bin ich in meiner Gedankenwelt völlig verunsichert, muss dann wieder hier im Forum bei den Angehörigen (Partnerinnen) lesen, damit ich mich wiederfinde. Dann geht es wieder; ich bin ja nicht die Einzige und damit auch nicht allein mit meinen ambivalenten Gefühlen, die immer wieder durchschlagen.

Die Offenheit und Transparenz, die Deine Freundin und Du, ihr beide Euch erarbeitet habt, rechne ich vor allem Dir hoch an - bleibt beide dabei :-)))

"... weil ich ganz genau weiß, dass ich mit diesem Scheiß nichts mehr zu tun haben will und wie sehr es mir schaden würde, mich damit zu befassen. So bin ich stolz, dass ich der Versuchung nicht erlegen bin, weiß aber gleichzeitig, dass wohl noch ein langer Weg vor mir liegt bis ich wirklich frei bin. Denn erst wenn die Gedanken völlig weg sind und mich solche Anzeigen nicht mehr Triggern können kann ich mich wirklich als clean bezeichnen. Im Moment bin ich immernoch ein Süchtiger der immer auf der Hut sein muss, dass das Biest nicht eine Schwachstelle findet und angreifen kann...."

Ich verstehe Dich hier vollkommen und wünschte diese Offenheit von meinem Mann ! Mir kommen gerade die Tränen - so eine Sch....

Liebe Grüße
Clarity13


08.06.2016 18:21:36  
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Hallo Clarity,

dank meiner Freundin kann ich extrem gut nachfühlen wie es dir geht und es tut mir wirklich weh zu lesen, wie schlimm es dir ergeht. Auch wenn ich für dein Leid nichts kann berührt es mich trotzdem total, weil ich weiß, dass ich meiner Freundin genau dieses Leid auch lange Zeit zugefügt habe... Ich hoffe so sehr, dass dein Mann auch endlich Einsicht zeigt und durch die Deadline merkt, dass er es alleine nicht schaffen kann. Hätte meine Freundin mich nicht hier hin gekriegt wäre ich jetzt noch keinen einzigen Schritt weietr, auch wenn ich es in dem Jahr bevor ich hier ins Forum kam wirklich versucht habe. Alleine ist der Sucht einfach nicht Herr zu werden, vorallem nicht wenn man es sich nicht vollständig eingesteht dass man süchtig ist. Sich das selber einzugestehen war für mich das schwierigste, weil ich mich damit selber als etwas deklariere, was ich absolut nicht sein will. Aber nur so ist eine Veränderung möglich. Leider habe ich auch sehr lange gebraucht um das zu verstehen und habe mir vorher, genau wie dein Mann, eingeredet, dass die Partnerin es ist, die Hilfe braucht. Ich bin unendlich froh, dass sie es geschafft hat mich zum Umdenken zu bringen und mir ermöglicht hat endlich frei zu werden. Mein Leben ist jetzt so viel besser und ich hoffe total, dass du deinem Mann auch noch irgendwie dazu bringst mit dir zu reden. Ich war immer ein eher introvertierter Mensch und habe glaube ich noch nie soviel geredet wie in den letzten 3 Monaten. Aber ich habe echt so sehr erkannt, dass es genau das Reden ist, was eine Beziehung festigt und die Sucht immer weiter besiegt. Kann echt jedem nur raten vollkommen offen und ehrlich mit dem Partner umzugehen. Auch wenn es manchmal hart sein kann ist es im Endeffekt doch der Schlüssel zum Erfolg. Leider muss diese Erkenntnis in den Gehirnen der meisten Männer erst unter großer Anstrengung geweckt werden. Von uns aus sehen wir das leider nicht...

Ich wünsche dir und alles anderen Betroffenen auf jeden Fall alles Gute und ganz viel Kraft das alles durchzustehen






09.06.2016 17:17:35   
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Ich realisiere immer mehr und mehr, dass der Ausstieg für die Partner genau so ein Kampf ist wie für uns. Was sich in eurem Kopf abspielt ist meiner Meinung nach auch mit einer Sucht zu vergleichen. Ihr macht euch wegen so vielen Dingen verrückt, die wir nicht mal eines Gedankens würdigen und seit in eurer Co-Abhängigkeit genauso gefangen wie wir in unserer Sucht. Der letzte Post von meiner Freundin bezüglich Game of Thrones macht das für mich wieder einmal sehr deutlich. Für mich ist das einfach eine Serie. Natürlich kommt da auch Sex drin vor, aber das gehört halt dazu. Aber triggern tut mich soetwas nicht im geringsten. In so ziemlich jedem Film und jeder Serie gibt es Sexszenen und natürlich sind es auch oft wunderschöne Frauen die dort zu sehen sind. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich das nicht schön finde, aber daran ist ja wohl absolut nichts unnormales oder verwerfliches. Es ist aber ein riesen Unterschied ob man etwas einfach schön findet oder ob es Gedanken in einem auslöst und man das Bedürfnis hat zu onanieren oder ähnliches. Ihr müsst da genauso wie wir lernen zu differenzieren. Nicht alles ist gleich böse und nicht jede Frau die wir sehen zieht uns sofort wieder in die Sucht. Ich weiß, das ist für euch schwer zu verstehen, aber ich glaube den Ausstieg muss man wirklich zusammen schaffen und in beiden Köpfen muss sich etwas verändern. Daher ist es gut, dass hier im Forum alle zuasmmentreffen: Süchtige wie Partner. So können wir voneinander lernen uns gegenseitig besser zu verstehen, begreifen wie der andere denkt und uns gegenseitig unterstützen aus unseren Denkmustern herauszubrechen. Ich wünsche uns allen, dass wir hier immer weiter wachsen und es schließlich irgendwann schaffen wieder ein völlig normales Leben zu führen ohne die Sucht aber auch ohne die Angst in euren Köpfen, dass und alles was wir sehen sofort wieder triggern könnte.

Danke, dass ihr so sehr für uns da seit und uns so sehr unterstützt.


10.06.2016 17:46:34   
Clarity13fehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 32
Mitglied seit: 03.04.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Hallo Into_The_Light,

Du hast hier gerade einen sehr wichtigen Beitrag verfasst, zu dem ich auch ein paar Worte verlieren möchte - näher darauf eingehen, was meinen Fall betrifft, werde ich per PN.

Ja, wir Frauen sind in der Tat inzwischen (wahrscheinlich sogar extrem) co-abhängig - wie auch anders denkbar, wenn sie ihre Männer lieben und ihnen nicht alles, was diese tun (hier der Partnerschaft Schaden zufügt), egal ist?! Es gibt sicher Paare, wo die Frauen diese "Nebenbeschäftigung" ihres Mannes sogar begrüßen, da sie selbst dadurch "entlastet" werden, aber ich denke, das ist eher der Ausnahmefall, zumal die Beziehung dieser 2 Menschen dann sicher schon länger "im Argen" liegen mag. Eine Kränkung wird diese Sucht für die Frau jedoch fast immer sein.

Zum Kampf für uns Frauen, was den Ausstieg des Partners angeht: in unserem Kopf spielen sich Gedanken ab, die Ihr leider in dem (Aus)Maße nicht nachvollziehen könnt - umgekehrt ist es natürlich ebenso: wir können nicht nachempfinden, was in Euren Köpfen abgeht! Das ist es ja gerade, was die Schwierigkeit der Problematik dieser ganz speziellen Sucht ausmacht. Wenn beide "Parteien" die Gedanken des jeweils anderen Partners kennen würden, wäre die ganze Sache wahrscheinlich halb so wild, halb so schmerzhaft, halb so "dramatisch", hätte nicht diese seelischen Auswirkungen! Nur durch unsere Unwissenheit und dadurch entstehende Vermutungen und Spekulationen in alle möglichen Richtungen, was sein KÖNNTE, wird es so belastend für uns Frauen. Das einzige, was uns hilft, ist Eure absolute OFFENHEIT und EHRLICHKEIT zu diesem Thema! Immer wieder neu betont und gesagt hier im Forum! Und das hat nichts, aber auch gar nichts damit zu tun, dass wir Euch kontrollieren wollen - es geht darum, dass Wissen, was ist, uns entlastet, unseren schlimmen Gedanken im Kopf die Macht und Kraft entzieht/nimmt, mit der sie ihr Unwesen treiben und uns damit krank machen über die langen Zeiten der Ungewissheit hinweg. Und das hat mein Mann bis heute nicht verstanden oder nicht akzeptieren können/wollen, da er nur seine Seite sieht (ich wolle ihn kontrollieren).

Wir malen uns die schlimmsten Szenarien aus, was Ihr tut, was Ihr wollt, Ihr Euch dort holt bis hin in Abgründe seelischer krankhafter Phantasien, die Ihr nur auf diesem Wege auszuleben sucht. Natürlich muss das alles nicht zutreffen, kann aber und liegt für uns Frauen nahe, da Ihr es ja wo anders, nicht bei uns sucht! Ich z.B. möchte ALLES mit meinem Mann ausprobieren und ausleben, was uns beiden gefällt und Spaß bringt - ich liebe ihn und brauche da weder das Internet, noch andere Männer (o. auch Frauen) im Bett. Er weiß dies, ich habe es ihm mehrfach gesagt und geschrieben. Nun sind ja Fantasien und Vorlieben unterschiedlich... und Gedanken sind "frei"... aber was ist mit Taten? Wo sind hier Grenzen? Das ist die Kehrseite und für mich ist es nun mal genau so ein "Fremdgehen", wenn mein Mann sich - kaum bin ich aus dem Haus - seinem eigentlichen lustbringenden Hobby (auch wieder eine Vermutung, da er es ja nebenbei hinter meinem Rücken tut) im Internet zuwendet. Es gibt da so viele unterschiedliche "Gangarten", sich auszuleben - das habe ich inzwischen mit Erschrecken festestellen können (dass es mir teilweise fast die Luft zum Atmen genommen hat). In was für einer Zeit leben wir - was hat das Internet uns da nebenbei "beschert"? Moralischen Verfall auf allen Ebenen bis in die intimsten Bereiche menschlichen Zusammenlebens! Aber weg von Philosophischem, wir waren bei Co-Abhängigkeit und deren Auswirkungen auf das Vorhaben des Aussteigs aus der Sucht.

Schlimm ist es außerdem, festzustellen, dass negative Gedankengänge im Laufe der (bei mir nun 2) Jahre immer mehr zunehmen, die Gedanken werden nicht weniger, sondern eher mehr und intensiver im negativen Sinne. Bei Euch - Deiner Freundin und Dir - wird das durch die offene Art, mit der Ihr hier schreibt und das Problem versucht, in den Griff zu bekommen, anders sein: die schlimmen Gedanken Deiner Freundin werden im Laufe der Zeit weniger werden, verlieren ihre negative Ladung mit jeder ehrlichen "Offenbarung" Deinerseits, die Du hier niederschreibst. Das ist wirklich eine absolute Ausnahme und nicht gerade jedermans Sache. Aber dieses "im Gespräch bleiben" - es muss ja nicht in jedem Fall hier im Forum sein - zwischen den beiden Menschen, die EIN PROBLEM, das sie beide betrifft, haben, ist das A und O, eine Lösung zu suchen, zu finden und dem Ganzen ein ENDE zu machen, den Suchtausstieg zu schaffen!

Mein Mann sucht oftmals, durch verschiedene Sichtweisen Dinge zu beleuchten und zu sehen - dem kann ich folgen. Es gibt für mich jedoch Bereiche in meinem Innern, die kann ich aus jedem noch so unterschiedlichen Winkel sehen - es ändert sich nichts am Resultat - meiner persönlichen Sicht, meinem Erleben, sie bleibt, sie macht MICH aus! Ich kann Deine Freundin in allem, was sie schreibt (auch "Game of Thrones" z.B.), absolut verstehen, da ich es ebenso empfinde!!! und zwar in vielem fast deckungsgleich. Wir leben in einer üblen Zeit, in der Sex und Gewalt zum alltäglichen Leben gehören wie Zähneputzen oder Frühstücken; man kann sich dem nicht oder kaum entziehen. Ich habe meinem Mann mal im Streit vorgeworfen, seine Vorliebe, was Filme anginge, wäre eine Mischung aus Blut, Sex und Gewalt, also genau das, was Deine Freundin da anspricht. Ich kann jetzt ihre weiterführenden beschriebenen Gedanken komplett nachvollziehen - es geht mir ganz genau so! Deine einführenden Worte "...Was sich in eurem Kopf abspielt ist meiner Meinung nach auch mit einer Sucht zu vergleichen. Ihr macht euch wegen so vielen Dingen verrückt, die wir nicht mal eines Gedankens würdigen und seit in eurer Co-Abhängigkeit genauso gefangen wie wir in unserer Sucht..." treffen es absolut: Wir als Partnerinnen von Süchtigen sind gefangen in einem mentalen Käfig voller Ängste, Zweifel, Misstrauen und paranoider Gedanken.
"...Aber triggern tut mich soetwas nicht im geringsten..." Das z.B. würde ich Dir und keinem Mann ohne weiteres abnehmen. Ich denke, alles was mit Sex zu tun hat, muss doch Männer triggern, oder (meine weibliche "Denke")? Das kann ich mir nun wieder nicht vorstellen, dass dem nicht so sein soll. Außerdem wird das auch bei jedem Mann anders sein - einer so, der andere wieder so! Deshalb finde ich ja hilfreich, wenn ich von Männern - hier von Dir - etwas zu dem Thema höre - sie reden ja normalerweise nicht (gern) und offen drüber.

"...aber ich glaube den Ausstieg muss man wirklich zusammen schaffen und in beiden Köpfen muss sich etwas verändern..." Auch das kann und will ich blind unterschreiben. Durch den Austausch hier im Forum - auch per PN - lerne ich viel über Sucht, letztlich auch über mich und meine ganz spezielle "Achillesferse". Ich hoffe nichts sehnlicher, als dass mein Mann und ich wieder auf einer kommunikativen Ebene, wo wir beide uns begegnen und lernen, uns gegenseitig zu verstehen und zu respektieren, zusammen finden...

Liebe Grüße
Clarity13


11.06.2016 13:59:00  
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag Clarity. Ich finde es wirklich schön, dass du dich hier auch so offen äußerst und deine Sicht der Dinge darlegst. So kommen hier direkt beide Seiten zusammen und es ergibt sich ein gutes Gesamtbild.
Ich kann eure Gedanken bezüglich Serien und Filmen wie Game of Thrones abolut nachvollziehen. Natürlich geht es dort nur um Gewalt und Sex und es ist klar, dass ihr da annehmt, dass uns das doch irgendwie triggern müsste. Bei mir (und ich kann hier wirklich nur von mir sprechen, da ist vermutlich jeder anders)ist das aber nicht der Fall. Ich nehme an, dass man in solchen Serien einfach so viel Sex sieht, dass man dagegen einfach abstumpft und es einem egal wird. Das ist mit der Gewalt ja genauso. Ich kann mir die brutalsten Filme problemlos ansehen, ohne dass es mich irgendwie belastet obwohl ich im realen Leben sehr mitfühlend bin und schwere Verletzungen oder ähnliches gar nicht sehen will. Auch irgendwelche brutalen YouTube Clips, wo sich echte Menschen verletzen würde ich mir niemals ansehen. Das ist halt einfach klar getrennt. Ich weiß ja was real ist und was nicht und daher kann ich in Serien Dinge gut finden, die ich real absolut verabscheuen würde. Ich denke, dass das mit Sexszenen genauso ist und sie im Kontext der Serie einfach an mir vorbeiziehen ohne mich zu berühren. Aber das ist wie gesagt mein Empfinden. Ich würde das auf keinen Fall verallgemeinern. Dass die extreme sexualisierung solcher Serien mit dafür verantwortlich ist, dass die Gesellschaft moralisch verfällt und es mittlerweile als etwas ganz normales gilt ständig wechselnde Sexualpartner zu haben ist sicherlich richtig. Mittlerweile gibt es ja wirklich kaum noch einen Film, in dem keine Sexszene vorkommt und ich bin fest davon überzeugt, dass das einen sehr schlechten Einfluss nimmt. Ich glaube, dass durch solche Szenen viele Menschen (vermutlich Mänenr mehr als Frauen)ein völlig falsches Bild von Sexualität bekommen und es nicht verwunderlich ist, dass viele dann in eine Sexsucht oder ein ausschweifendes Leben abdriften.
Dass ihr euch in eurem Kopf die schlimmsten Szenarien ausmalt kann ich ebenfalls sehr gut nachvollziehen. Ich kenne das selber sehr gut und weiß wie scheiße das ist. Da kann echt nur, Kommunikation helfen.


bearbeitet von Into_The_Light am 13.06.2016 14:51:23
13.06.2016 10:34:50   
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Da ich nicht 2 Themen durcheinander mischen wollte jetzt direkt noch ein kurzer Beitrag über meine aktuelle Situation hinterher. Wir hatten dieses Wochenende seit langem mal wieder ein Wochenende nur für uns, ohne irgendwelchen Feiern, Besuche oder sonstwas. Das hat exterm gut getan. Außerdem haben wir die Zeit genutzt um mal ein bisschen an unserer Wohnung zu tun. Dabei habe ich festgestellt wie gut es tut etwas zu schaffen, worauf man stolz sein kann. Handwerkliche Arbeit nehme ich damit in die Liste der Dinge auf, die absolut förderlich für den Suchtausstieg sind. Beim Arbeiten ist man auf das konzentriert, was man macht und hat keine Zeit an etwas anderes zu denken und wenn man fertig ist kann man stolz auf das sein, was man geschaffen hat und sich jedesmal wenn man es sieht daran freuen. Für mich ist das etwas, was mir wirklich total viel bringt. Ich bin sicher kein begnadeter Heimwerker, aber grade deshalb bin ich umso stolzer wenn am Ende was vernünftiges bei rauskommt und das bringt mir für mein inneres Wohlbefinden eine ganze Menge. Ich gehe gerne an dem Raum vorbei und lächle jedesmal, wenn ich einen Blick hineinwerfe. Nicht nur, weil ich etwas geschaffen habe, sondern auch weil UNSERE Wohnung immer schöner und nach UNSEREN Vorstellungen gestaltet wird. Und das ist etwas was das WIR Gefühl ungemein stärkt und uns noch näher zusammenbringt. Ich bin grade einfach nur unglaublich glücklich in meiner Beziehung und habe gar keine Zeit an die Sucht zu denken. Selbst als ich gestern den ganzen Abend alleine verbringen musste war nicht ein einziger schlechter Gedanke in meinem Kopf und das tut einfach nur gutLächelnIch hoffe, dass das genauso weitergeht und die Sucht gar keinen Raum mehr findet um wieder Besitz von mir zu ergreifen.


13.06.2016 10:45:14   
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Schon wieder 10 Tage her, dass ich das letzte Mal geschrieben habe und eigentlich gibt es nichts Neues zu berichten. Ich bin immernoch clean und absolut glücklich mit meinem neuen Leben. Ich genieße jeden Tag mit meiner Freundin ohne Ende und fühle mich so verliebt und glücklich wie noch nie. Durfte gestern sogar feststellen, dass die Sucht selbst an schlechten Tagen nicht mehr durchkommt. Mir ging es gestern wirklich schlecht aber ich hatte keinerlei bedenkliche Gedanken und das finde ich wirklich schön, da es grade an solchen tagen immer schwer für mich war.

Im Übrigen dürft ihr mich gerne anschreiben wenn ihr Fragen zum Thema habt. Höre immer mal wieder dass der ein oder andere sich nicht sicher ist, ob er oder sie von einem Mann wirklich eine Antwort kriegt. Ich antworte auf jeden Fall auf jede Mail oder PN die ich kriege und bin gerne bereit Fragen zu beantworten.


bearbeitet von Into_The_Light am 23.06.2016 14:09:27
23.06.2016 14:04:49   
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Irgendwie realisier ich grade mal wieder wie lange ich schon clean bin. Ich selber habe bei sowas ein total schlechtes Zeitgefühl aber wenn ich in den Threat von meiner Freundin schaue merke ich immer wieder, wie lange ich schon ohne auskomme und freue mich, dass die Sucht eigentlich gar keine Rolle mehr in meinem Leben spielt. Es geht mir einfach in allen Belangen absolut gut und ich genieße mein leben in vollen Zügen


05.07.2016 10:43:29   
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Bin grade mal wieder vollkommen zwiegespalten über mein Leben und habe irgendwie das Gefühl zwischen 2 Welten gefangen zu sein und keine Ahnung zu haben zu welcher ich gehöre bzw gehören möchte. Das einzige, was ich immer wieder merke, ist, dass beide nicht parallel existieren können. So viele Gedanken, wie grade kreuz und quer durch meinen Kopf schwirren wird dieser Post vermutlich ziemlich wirr und schwer nachvollziehbar, aber ich hoffe es hilft mir ein wenig mich zu sortieren.

Seit ich mit dem Onlinezeug aufgehört habe wird die Beziehung zu meiner Freundin zunehmend besser und ich genieße es ohne Ende bei ihr zu sein. Auch wenn ich weiß, dass vieles an ihr absolut nicht perfekt ist und wir extrem gegensetzliche Ansichten zu vielen Themen haben, gibt sie mir doch das, was ich brauche: Nähe und ein unglaubliches Gefühl von Geborgenheit. Ich wurde in der Vergangenheit stark gemobbt und habe seither ein großes Bedürfnis danach von Menschen gemocht zu werden und ihnen alles Recht zu machen. Dabei stelle ich meine eigenen Bedürfnisse oft zurück und passe mich einfach dem an, was andere von mir erwarten. Grade in einer Beziehung geschieht dies extrem. Auf diese Weise habe ich schon 2 schlechte Beziehungen geführt, die beide in einer Trennung geendet sind. Beide liefen dabei nach einem sehr ähnlichen Schema ab: Ich chattete im Internet und ging meiner Sucht nach, wobei ich eine Frau traf, die sich in mich verliebte. Da die Nähe, der Sex und die Geborgenheit, die sie mir gaben wunderschön waren richtete ich mich ganz nach ihnen aus und verlor dabei einen großen Teil meiner Persönlichkeit. Das ging so weit, bis ich es nicht mehr aushielt und mich trennte. Nebenbei wuchs meine Sucht immer mehr und setzte sich auch im realen Leben mehr und mehr um. Ich wollte nachholen, was ich all die Jahre verpasst hatte und genoss es jedes Wochenende auf Partys zu gehen, mich zu betrinken, zu flirten und gelegentlich einen One Night Stand zu haben. Während ich dieses Leben genoss passierte es nun erneut, dass sich eine Frau in mich verliebte und sich so sehr an mich klammerte, dass es mir unmöglich war, sie zu verletzen, obwohl sie zu dem Zeitpunkt so wenig zu mir passte wie nur irgendwie möglich. Also traf ich mich immer wieder mit ihr und ließ mich schließlich auf eine Beziehung ein, die allerdings von Anfang an von Lügen und Misstrauen auf beiden Seiten geprägt war. Trotzdem genoss ich es, dass meine Freundin sehr schnell bereit war zu mir zu ziehen und mir so die Nähe gab, nach der ich mich so sehnte. Mit der Zeit passte ich mich immer mehr an sie an und so wurde die Beziehung immer schöner und wir fanden immer enger zueinander. Irgendwann entdeckte sie dann meine Sucht und brachte mich dazu, damit aufzuhören, wodurch die Beziehung nochmal deutlich schöner wurde. Wenn ich sie im Arm habe fühle ich mich einfach vollkommen gut, ich kann mich vollkommen fallen lassen, völlig ehrlich zu ihr sein und genieße jede Sekunde mit ihr. Ich habe das Gefühl, dass ich in meinem Leben noch nie so nah an wirklicher Liebe dran war, wie jetzt. Wenn ich allerdings ehrlich über die Beziehung nachdenke komme ich jedesmal in extremes Zweifeln, weil ich genau weiß, dass einfach vieles absolut nicht passt. Außerdem gibt es da ja noch die zweite Welt...

Die zweite Welt gestaltet sich so, wie ich eigentlich immer war: Ich bin wild, ungebunden und verrückt, besaufe mich mit meinen Freunden, liebe es zu flirten und bin für jede noch so dumme Idee zu haben. Also kurzgefasst: Ich bin alles, was meine Freundin eigentlich hasst! Wenn ich nur einen Abend für ein Konzert oder einen Besuch in der Kneipe in diese Welt abtauche funktioniert es super, danach wieder in die andere zu kommen und beide parallel zu genießen (Auch wenn diese Ausflüge jedesmal die Zweifel an der Beziehung verstärken). Wenn ich aber wie die letzten Tage länger auf einem Festival bin nimmt diese Welt überhand und ich schafe es nur mit extremer Willenskraft meine Freundin nicht zu betrügen. Ich lebe dann so sehr in der "wilden" Welt, dass die ganzen wunderschönen Momente, die ich mit meiner Freundin erlebe völlig in den Hintergrund treten. Für mich wäre es dann viel angenehmer Single zu sein und meinem Jagdtrieb freien lauf zu lassen. Ich muss dazu sagen, dass ich durch das Mobbing einen großen Teil meiner Gefühle abtrainiert habe und seitdem nur noch einen kurzen Moment meines Lebens wirklich fühle. Das drückt sich so aus, dass Vergangenes sehr schnell keine Relevanz in meiner Gefühlswelt mehr hat und ich eigentlich nur im aktuellen Moment lebe und diesen so gut es geht genieße. Das macht eine Beziehung einfach extrem schwer, weil der größtmögliche Genuss eines Augenblickes oft dem Prinzip der Treue im Wege steht. Daher können beide Welten einfach nicht parallel existieren (Jedenfalls nicht in einer monogamen Beziehung). Jede Welt für sich fühlt sich aber für mich wie das schönste auf der Welt an, wenn ich grade darin bin. Ich weiß, dass die eine Welt eine Aussicht auf eine gute Zukunft hat während die andere mich vermutlich zerstört, aber dennoch ist dieser Konflikt in mir ständig vorhanden, vorallem, weil jegliche Zukunftsvisionen in meinem Denken quasi nicht existent sind. Genauso wie die Vergangenheit spielt auch die Zukunft in meinem Kopf keine große Rolle. Ich kann zwar darüber nachdenken und weiß, was gut wäre, aber die Gefühlswelt fordert meist das Gegenteil. Für mich macht es gefühlt gar keinen Unterschied, ob ich mich selber zugrunde richte oder nicht. Ich wollte niemals alt werden und da ich nur im Moment lebe und keine Ziele habe gibt es auch nichts, was mich wirklich an dieses Leben bindet. Gleichzeitig möchte ich abrer auch nichts aus diesem Leben verpassen oder missen auch wenn mich der Konflikt zwischen meinen Welten immer wieder quält (bzw meine Freundin viel mehr quält als mich und das dadurch mich wieder quält, weil ich sie glücklich machen möchte...).

In dem Moment der völligen inneren Zerrissenheit, die ich nach dem Festival hatte habe ich meiner Freundin nun zugesagt, dass ich eine Therapie machen werde um den ganzen Mist in meinem Inneren einmal grade zu rücken. Allerdings habe ich wirklich Angst, dass ich damit gleich beide Welten zerstöre, weil vermutlich keine von ihnen Bestand haben kann, wenn man sie mit klarem Verstand betrachtet und ich nicht weiß ob ich nicht lieber eine völlig kaputte Illusion leben möchte, die trotz aller Kaputtheit wunderschön und erfüllend ist...


19.07.2016 12:34:08   
Into_The_Lightfehlende Rechte fehlende Rechte fehlende Rechte 
Gruppe: Benutzer
Rang:


Beiträge: 31
Mitglied seit: 22.03.2016
IP-Adresse: gespeichert
offline


Hatte gestern einen kleinen Rückfall. Da meine Gedankenwelt echt einfach nur totales Chaos war und es mir auch körperlich nicht sonderlich gut ging, war ich einfach total in der Stimmung mir Porn anzusehen und mich zu befriedigen. Habe mir dann einige Bilder angeschaut und es irgendwie auch echt genossen. Trotzdem habe ich es geschafft mich dagegen zu wehren weiterzumachen und die Seite nach ca 15 Minuten wieder geschlossen. Hatte dennoch den ganzen Tag Lust auf Selbstbefriedigung. Heute geht es mir wieder deutlich besser und so starte ich erneut bei Tag 1.


21.07.2016 10:41:13   
Registrierung notwendigRegistrierung notwendig
Seiten: (3) 1 [2] 3 »
alle Zeiten sind GMT +1:00
Thread-Info
ZugriffModeratoren
Lesen: alle
Schreiben: Benutzer
Gruppe: allgemein
keine
Forum Übersicht » Ausstiegstagebuecher » Ausstiegstagebuecher für BETROFFENE » Ausstiegstagebuch von Into_The_Light

.: Script-Time: 0,000 || SQL-Queries: 6 || Active-Users: 1 178 :.
Powered by ASP-FastBoard HE v0.8, hosted by cyberlord.at